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Freitag, 02 Juni 2017 12:48

Max Götzfried: Ich hätte da mal ´n paar Fragen Empfehlung

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Weil ich gerade das gefühlt mindestens 786. "Wildwolfvideo" gesehen habe: Ich hätte da n paar Fragen:

Ich bin davon überzeugt, dass die rasante Wolfsverbreitung der letzten Jahre künstlich gesteuert war und ist.
Immer wieder gibt es Berichte und Gerüchte um "zugewanderte Wildwölfe", die zB nach einem Autounfall untersucht wurden und mit kanadischen Genen (Respekt vor dieser Laufleistung), vollem Impfschutz (müssen gute Ärzte darunter sein) oder einem hohen Antibiotika-Pegel (wahrscheinlich Kunde einer Hähnchen-Mästerei) aufwarten - anscheindend erstaunt das aber niemanden. Wo werden diese Untersuchungsergebnisse aufbewahrt, werden sie überwacht und veröffentlicht?

Wenn man dann noch die täglich grob geschätzt 10 Facebook-Videos "wilder" Wölfe anschaut, die handzahm hinter Fahrrädern herlaufen oder Straßen durchkämmen, dann frage ich mich immer wieder, warum sich noch nie ein Journalist wirklich, wirklich hinter dieses Thema geklemmt hat. Wo kommen denn zB die vielen Welpen europäischer Park- und Zoowölfe eigentlich in jedem Jahr hin? Existieren hierüber Zahlen und Berichte?

Im Sauerland gibt es einen Riesenaufriss, weil Wisente ein paar Bäume anknabbern, das Projekt ihrer Wiederansiedlung ist gefährdet. Wisente sind genau so wenig ein Neozon wie der Wolf - wenn Letzterer aber Schafe, Rinder und Pferde anknabbert, dann ist das kein allzu großes Thema. Wer verursacht der Allgemeinheit denn mehr Schaden, wer ist denn vom Potential her gefährlicher? Wie kann es sein, dass es spezielle, kostenintensive tiermedizinische Notfallfahrzeuge für Wölfe gibt, die offensichtlich wichtiger sind als die humanmedizinische Versorgung im ländlichen Raum? Wie kann es sein, dass sich ein Jäger strafbar macht, wenn er einen schwer angefahrenen Fuchs NICHT umgehend schmerzersparend tötet, er bei einem Wolf in der gleichen Situation Haus und Hof riskiert, wenn er dem Tier Leid erspart. Statt dessen muss, am besten noch Samstag nachts, ein völlig absurder, elendig langer Behördenapparat in Gang gesetzt werden, an dessen Ende vermutlich ein Wolfsbauftragter und ein Tierarzt entscheiden, ob das seit Stunden im Straßengraben leidende Tier noch lebensfähig ist und zur Erhaltung der Art beitragen kann - um dann eingeschläfert zu werden. Was rechtfertigt diese unterschiedliche Gewichtung?

Und wie kann es sein, dass Rothirsche streng abgegrenzte Gebiete zugewiesen bekommen, bei deren Grenzübertretung sie recht radikal verfolgt werden dürfen - der Wolf aber tun und lassen darf, wo immer und was immer er will? Man hat schon fast das Gefühl, dass die Wolfpaten bei jeder Sichtung applaudierend Schlange stehen wie anno vor nicht allzu langer Zeit an jedem Bahnhof. Aber möchte man mit seiner heißen Hündin an der Leine lieber einem Wolfsrüden oder einem Wisentbullen begegnen? Und sollen Kinder im Wald lieber einen Rothirsch oder einen Wolf von Nahem betrachten können?

Irgendwie werden solche Fragen nie eindringlich genug gestellt -beantwortet würden sie aber ohnehin nicht.

Jagdhundeausbildung

Max Götzfried ist im Hauptberuf Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei in Frankfurt/Main und begeisterter Saujäger. Sein Artikel erschien erstmalig auf seiner Facebookseite.

Gelesen 2782 mal Letzte Änderung am Freitag, 02 Juni 2017 12:55
Stefan Fügner

Mitbegründer des Deutschen Jagdportals - mehr über Stefan unter TEAM

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