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Paragraph 11 Tierschutzgesetz und die Folgen für Jagdhundeausbilder Empfehlung
geschrieben von Stefan Fügner
Bei der Umsetzung des neuen Tierschutzgesetzes werden grobe handwerkliche Fehler offensichtlich
Hätten die Verfasser des § 11 des Tierschutzgesetzes eine Eignungsprüfung ablegen müssen, ob sie in der Lage sind, verständliche, vor allem umsetzbare Gesetze zu erlassen, man hätte ihnen das Recht, Gesetze auszuformulieren entzogen!!!
Genau diese Kenntnisse, ob ein Hundetrainer überhaupt in der Lage ist, einen Hund zu erziehen, sollen nun einige 1.000 Hundetrainer, Jagdhundeobleute in Kreisjägerschaften und Jagdgebrauchshundevereine, nachweisen, ansonsten droht ihnen Berufsverbot. Gibt es solch eine Eignungsprüfung auch für Gesetzesschaffende? Scheinbar noch nicht, sonst müssten sich nicht so viele Menschen mit einem neuen Gesetz herumärgern, von dem weder die Behörden (Veterinärämter, Kreisämter) noch Politiker und schon gar nicht Hundeausbilder mit jahrzehntelanger Berufserfahrung wissen, wie es umgesetzt und angewandt werden soll.
Dass es zu einer Zertifizierung des Berufes des Hundetrainer kommt, das ist so sicher wie das sprichwörtliche "Amen in der Kirche". Zu oft wurden mit Hundeschulen und selbsternannten Hundeflüsterern unbedarfte Hundehalter getäuscht. Oft war bei diesen Hundegurus nicht der Erfolg entscheidend, sondern alleine mit der Methode wurde geworben und diese sicherte den Umsatz. Der Erfolg war dann oft eher zweitrangig.
Auf diesem Markt der Hundehalter, in dem es auf der einen Seite völlig unbedarfte Kunden gibt, entstehen auf der anderen Seite Anbieter, besser wäre sie Scharlatane zu nennen, die diese Unkenntnis schamlos ausnutzen und daraus einen wirtschaftlichen Nutzen ziehen wollen. Wenn es dann noch besonders schick ist, sich hochtraumatisierte Hunde aus südländischen Tötungsstationen aus Mitleid zuzulegen, ist das Chaos perfekt.
Genau mit diesem Chaos wollten unsere Politiker mit der Schaffung des neuen Tierschutzgesetzes aufräumen- und haben ein neues geschaffen!!!
Nun liebe Hundeausbilder, damit müssen wir nun leben. Doch bei allem Lamentieren über das "Umsetzungschaos" bleibt uns Hundetrainern, Jagdhundeausbildern und allen, die mit unseren vierbeinigen Begleitern hauptberuflich oder im Nebenberuf zu tun haben, eine Qualifizierung in welcher Form auch immer, nicht erspart. Trotz aller Webfehler, die das Gesetz aufweist, wird die Zertifizierung auf kurz oder lang jeder Hundeausbilder nachweisen müssen, um sich von den Scharlatanen und Beutelschneidern der Branche abzuheben.
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Bildquelle: privat - Rainer Kern - Deutsches Jagdportal
Wer darf künftig den Nachwuchs ausbilden in den Vereinen? Welche Voraussetzungen müssen jagdliche Ausbilder vorweisen?
Zunächst sollten alle, die bisher Jagdhunde und Hund ausgebildet haben, keine Angst haben, dass sie nun gegen das Gesetz verstoßen, wenn sie keine Zertifizierung nachweisen können, denn ein Gesetz benötigt Übergangsfristen. An denen fehlt es zur Zeit.
Man munkelt, der Gesetzgeber hat kaum 6 Wochen nach Inkrafttreten des Gesetzes erkannt, dass es bereits einen Markt der Hundetrainer gibt. Damit diese nicht in der Luft hängen, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, um Übergangsfristen und Vorqualifikationen festzulegen. Die Ergebnisse dieser Arbeitsgruppe gilt es abzuwarten, um dann die notwendigen Schritte zur Qualifizierung einzuleiten.
Eines sollte aber allen klar sein: Um eine Qualifizierung, ob nebenberuflicher oder hauptberuflicher Hundetrainer, wird früher oder später niemand herumkommen, darauf sollten wir uns einstellen.
Die IHK Potsdam bietet schon seit vielen Jahren diese Qualifikation an. Hier wurden 3 Varianten der Qualifizierung ausgearbeitet:
1. Der Hundefachwirt/in IHK , der etwa der Ausbildung zum Meister entspricht.
2. Der Hundeerzieher/in und Verhaltensberater/in IHK ohne Berufserfahrung, was in etwa dem Gesellenbrief entspricht
3. Der Hundeerzieher/in und Verhaltensberater/in IHK mit mehrjähriger Berufserfahrung und nachweisbaren Sachkenntnissen. Hier kann sich jeder Hundetrainer "nachdiplomieren" lassen.
>> Weitere Informationen finden Sie auf unsere Webseite unter Jagdhunde und mit einem Klick hier: § 11 Tierschutz-Gesetz
Zum Schluss bleibt der Spruch, der bei solchen, den Markt durcheinanderwirbelnden Gesetzen Anwendung findet, der da lautet:
"Nichts wird so heiß gegessen, wie es gekocht wird"
Weidmannsheil mit besten Grüßen
DEUTSCHES JAGDPORTAL
Euer Stefan

Stefan Fügner
Mitbegründer des Deutschen Jagdportals - mehr über Stefan unter TEAM
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Medien
7 Kommentare
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Freitag, 19 September 2014 08:55 gepostet von Heinz Kammerer
Hallo Herr Fügner,
in Bayern hat hier der zuständige Minister auf Intervention des BJV für Klarheit gesorgt. Die Hundeausbilder des BJV bedürfen keiner Prüfung um ihr teilweise bereits Jahrzehnte erfolgreicch prktizierte Arbeit fortzusetzen. Dabei dürfen nur keine marktüblichen Entgelte für die Kurse (egal ob Verbandprüfungen oder Begleithundkurse) verlangt werden. Nur wer gewinnorientiert arbeitet muss den Qulifikationsnachweis erbringen.
Mit gesundem Menschenverstand kann also einiges reguliert werden. -
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Mittwoch, 17 September 2014 10:59 gepostet von Manuela Kern
Hallo Herr Orbach,
ich glaube nicht, dass es eine Rolle spielt, ob ein Ausbilder berufen wird oder ob er Richter ist. Das sagt noch lange nichts über seine Qualität aus Ausbilder. Auch das erfolgreiche Führen von Hunden ist kein Nachweis, dass man sich als Ausbilder eignet.
Ich glaube auch nicht, dass die Ausbilder des JGV bevorzugt behandelt werden. Es geht ja letztendlich um den Tierschutz und ich kann mir nicht vorstellen, dass man einfach davon ausgeht, dass Jagdgebrauchshundeausbilder die besseren Hundeausbilder sind.
Ich glaube, dass die wenigsten Hundeausbilder in den KJV und JGV`s die Sachkundeprüfung bestehen würden, wenn sie sich nicht darauf sehr gut vorbereiten und genau wissen, was sie sagen dürfen und was nicht. Denken Sie, dass ein „Zwangsapport“ sich mit dem Tierschutz vereinbaren lässt?
Ich denke, es wird mit der Zeit im Sand verlaufen, genau wie mit dem Hundeführerschein. Wenn der VDH, die JGV`s und alle anderen Rassehundezuchtvereine wie z.B. der große SV sich dagegen wehren, dann bleiben die Vereine sicherlich verschont.
Ich finde es jedoch eine Frechheit, was man mit den Hundeschulen macht die schon ewig existieren.
Wie will denn überhaupt ein Veterinäramt beurteilen können, wer sich als Ausbilder eignet? Sitzen dort etwa die Fachleute für`s Hundewesen?
Ich kenne persönlich 2 Ausbilder, die über eine jahrelange Berufserfahrung verfügen, sich permanent weitergebildet haben und sie bekamen eine Ablehnung, weil die renommierten Ausbilder, bei denen sie viel Geld für ihre Ausbildung gemacht haben, auch nicht über keinen Sachkundenachweis verfügen.
Das ist doch alles ein Witz...
Liebe Grüße, Manuela Kern -
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Mittwoch, 17 September 2014 09:13 gepostet von Marty Verburg
Welche Lobbyisten stecken hinder dieses Gesetz? Das es
Trittbrettfahrer gibt, ist unbestritten. Das hat man auch gesehenbei den Hundepensionen. Wir haben unsere Hundepension und Hundeschule in 1990 gegründet, nachdem ich als Hundeführer und Hundeausbilder und Hundestaffelführer bei einer der Nato-Streitkräfte (mit gehobener Dienstgrad, wobei ich nicht nur Schutzhunde ausbildete), den Dienst quittierte. Nach ca. 50 Jahre Erfahrung und qualifakationen.
Wir waren eine der Einzigen in weitem Umkreis. Auf einmal schossen die Hundepensionen und Hundeschulen wie Pilze
aus dem Boden, geführt von Personen, meist weiblichen
Geschlechts, die, wie sie selbst angaben, aus einem Hobby
ein Beruf gemacht zu haben. GERECHTE Hundeausbildung
hat nichts mit Hobby zu tun. ES IST HARTE, AUFOPFERNDE
ARBEIT! Ich kann, zwar ausländische, Qualifikationen nachweisen, jedoch Deutschland kennend, wird man sich
sträuben, diese Qualifakationen an zu erkennen, obwohl wir
eine anerkante Hundeschule, Hundepension und Prüfstelle für den Sachkundenachweis in Niedersachsen sind. Wir hatten vor dem enstsprechenden Gesetz in Niedersachsen
in unsere Schule eine eigene Prüfungsordnung, eine eigene
Prüfung mit Prüfungsfragen ( mit nicht betriebsangehörige, doch anerkannte Richter im Hundewesen) und eigene Unterichtsliteratur, die von der Landesregierung Nds rechtsgültig anerkannt wurden und deshalb zur Anerkennung führten. Ich meine für diese Art von Fällen sollte man den Status Quo beibehalten. Wir sind nicht der einzigen Fall. Das die IHK Potsdam qualifaktionen anbietet
ist an sich nicht verwerflich. Jedoch, wie bei viele ähnliche
Tätigkeiten, gibt es verschiedene Meinungen über die
Handhabung der Tätigkeit. Ich vermute, das man die
Hundeausbildung dadurch in eine bestimmte Richtung
zwingen will. Die Ausbildung enes Hundes richtet sich danach, für welchen Zweck der Hund später eingesetzt
wird (Jagdhund, Schutzhund, Drogensuchhund, Sprengstoff
suchhund, Rettungshund, Schäferhund, Haushund usw.)
Deshalb welche Lobby ist dahinter. Ausserdem
sollte man auch nicht die Erfolge von SERIÖSE
Hundeausbilder ausser Acht lassen, auch wenn sie keine
IHK-Qualifikation haben. Hunde und deren Rassen sind nun
mal verschieden und jeder Hund bracht seine eigene, nach
Wesen und Rasse ausgerichtete Erziehung und Ausbildung,
und kann nich nach Schema F erzogen oder ausgebildet
werden. Deswegen sage ich, dass dieses Gesetz, meiner Meinung nach, schnell und unausgegoren auf dem Weg
gebracht worden ist. Doch kennen wir in diesem Land!
siehe PKW-Maut -
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Mittwoch, 17 September 2014 07:55 gepostet von Adina Lietz
Ist es nicht so, dass nur derjenige Hundeausbilder einen Nachweis nach § 11 erbringen muss, der diese Tätigkeit mit wirtschaftlichem Gewinn ausübt?
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Dienstag, 16 September 2014 14:54 gepostet von Joachim Orbach
Die Lehrgangsleiter im Jagdgebrauchshundwesen dürften meiner Meinung nach keine Probleme durch das neue Gesetz bekommen. Schließlich werden bekanntlich im Jagdgebrauchshundwesen fast ausschließlich Lehrgangsleiter eingesetzt welche selbst zuvor eine Reihe von Hunden erfolgreich ausgebildet und auf Verbandsprüfungen oder den Prüfungen der Zuchtvereine geführt haben. In vielen Fällen sind diese Lehrgangsleiter auch noch Verbandsrichter. Im Gegensatz zu den sogn. Hundeflüsterer werden Lehrgangsleiter von den Vorständen der JGHV Mitgliedsvereine berufen. Joachim Orbach