Willkommen im Jagdblog des Deutschen Jagdportals

Aktuelles - Deutsches Jagdportal

Aktuelles - Deutsches Jagdportal (47)

An dieser Stelle finden Sie künfig die Neuigkeiten aus dem Deutschen Jagdportal!

Liebe Jagdfreunde, 

heute möchten wir euch ein neues Konzept zum Thema Wildbretvermarktung und Wildwaren vorstellen. 

WILDGOLD - ist ein online Marktplatz für Wildwaren & Naturprodukte aus Wald und Flur und bringt Anbieter und Interessenten zusammen, die sich für die Geschenke der Natur interessieren. Im Fokus stehen Wildbret, Abwurfstangen, Pilze, Beeren, Honig und Kunstwerke aus Naturprodukten.    

Wir waren von diesem Konzept sofort begeistert und haben daher beschlossen, den innovativen jungen Unternehmer und Konzeptionierer Nikolas Gleber partnerschaftlich zu unterstützen. Aus diesem Grund findet ihr bei uns ab sofort oben im Hauptmenü ganz rechts einen direkten Link zur WILDGOLD Webseite.

Bereits im Jahr 2007 gründete Nikolas Gleber die Marke "Friendly Fur" (Freundlicher Pelz), doch darüber werden wir in einem anderen Beitrag berichten

Ich denke man darf gespannt sein, in wie weit die Jäger das Angebot nutzen. Die Nachfrage von Wildbret in der nicht jagenden Bevölkerung nimmt stetig zu. Bei WILDGOLD darf sich nicht alles GOLD nennen was glänzt und was darunter zu verstehen ist, kann man im Wildgold-Barometer nachlesen. 

Auch noch gut zu wissen:

Nikolas Gleber hält Vorträge und bietet Gesprächsrunden aus der Sicht des Konzeptioners und Urbanisten zum Thema Friendly Fur und WILDGOLD – also Wildtiernutzung und neue Märkte, d.h. Lifestyle vs. Natur. Bei Interesse einfach Kontakt mit ihm aufnehmen! 

logo WildgoldAb hier kommt WILDGOLD  direkt zu Wort. 


WILDWAREN UND NATURPRODUKTE – 
EIN DEMOKRATISCHES GUT MUSS SICH ÖFFNEN

WILDGOLD ist ein Marktplatz für Händler, Online-Shops und Wildkammern, sowie Forsten und Gemeinden. Hier können diese ihre Wildwaren und Naturprodukte einfach und unkompliziert einem großen Publikum anbieten.

Die flächendeckende Aufklärung und Gangbarmachung zu Wild und Natur wird durch WILDGOLD demokratisch für jeden möglichen Konsumenten gewährleistet.

Nicht nur im Umfeld von Jagd und Land, sondern auch im urbanen Geflecht. Diese Demokratie und Aufklärungsarbeit ist besonders wichtig für die waidgerechte Ausführung von Verantwortung und Hobby rund um Jagen und Naturhege, sowie Wald- und Wiesenpflege.

Nachhaltiger Schutz und Nutzen mit einem weitgefächerten und weitsichtigen Ansatz – das ist die Aufgabe und das ist WILDGOLD.

Naturschutz und –pflege hört nicht mit der Jagd auf, sondern beginnt sogar erst mit dieser, wenn ein potentielles Konsumgut generiert wird: Die Effizienz bei der Nutzbarmachung der Natur ist der ausschlaggebende Punkt – hierin liegt die Verantwortung und Verpflichtung wenn man Handwerk und Naturliebe ernst nimmt.

Für lizensierte Ausführende in Wald&Flur darf nicht die Pflege einer Natur als Schlussstein oder eigener Vorratskammer das Ziel sein, sondern nur in Verbindung mit dem chancengleichen und grundsätzlichen Vertrieb ihrer anfallenden Konsumgüter im wettbewerblichen und marktwirtschaftlichen Sinne.

Auf den Erwerb dieser Konsumgüter hat jeder ein demokratisches Grundrecht. Das Vorkaufsrecht des Erlegers wird nicht beschnitten, aber auf Sinnhaftigkeit begrenzt um rein jagdinternem Handel vorzubeugen.

Das Konsumgut „Wild- und Naturware“ muss durch die Jägerschaft freiwillig vorab jedem –auch Jagd- und Natur- Fremden- einfach zugänglich gemacht werden, bevor eine politische Regelung dahingehend passieren wird, die diese Notwendigkeit garantiert.


Auch sehr interessant zu lesen, was WILDGOLD berichtet in "ÜBER UNS" 


WILDGOLDS Facebook-Seite besuchen 


Wie kann man sich auf dem Marktplatz registrieren kann wird hier ausführlich erklärt. >> PDF herunterladen


Wie aus dem Gewinner unserer Bockjagdverlosung zur Blattzeit 2015 ein doppelter Gewinner wurde... 




Waidmannsheil Nico! 


Der 13.07.2015, es war ein Sonntag, wird mir in Erinnerung bleiben. Um 10 Uhr erhielt ich einen Anruf und mir wurde gesagt, dass ich der Gewinner der Verlosung „Ein Jäger, zwei Böcke“ im deutschen Jagdportal bin. Ich war total überrascht und habe mich riesig gefreut. Jetzt hieß es einen Termin ausmachen.

Zwei Wochen später nahmen wir dann die Anreise von 400 km nach Mittelfranken in Angriff.

Manuela und Stefan haben schon sehnsüchtig auf unsere Ankunft gewartet. Ein erstes Beschnuppern, ebenfalls mit Dana und Ajax, gab es bei Kaffee und bestem Bockwetter. Im Anschluss erhielten wir eine kleine Revierführung durch Stefan Fügner.



Begrüßung im Jagdhaus in Wendsdorf


Bei meinem ersten Ansitz im Revier hatte ich auch schon guten Anblick, leider jedoch viel zu weit weg um sicher anzusprechen.

Nach vier viel zu langen Stunden Schlaf war ich wieder im Revier. Dann endlich – der erste Bock. Nach quälenden Minuten der Anspannung konnte ich dem Bock eine Kugel antragen und er erlag im Knall. Jetzt hieß es: Bock versorgen und erstmal frühstücken.

Stefan und ich verabredeten uns zum Mittagsansitz, den ich allerdings verschnubbelt habe. Also setzte mich Stefan kurzfristig an einer vielversprechenden Stelle an. Ich hatte auch sogleich Anblick, doch leider verschwand das Wild immer wieder. Da der ausgemachte Zeitpunkt für ein weiteres Date mit Stefan und den anderen Waidmännern immer näher rückte, entschloss ich mich, das Wild anzugehen.

Samtpfötchengleich pirschte ich zur gegenüberliegenden Leiter. Plötzlich ein “Baah“…- verflixt, der Bock bekam mich spitz, allerdings konnte ich ihn nicht erblicken, also bestieg ich die Leiter. Nach fünf Minuten abwarten pfiepte ich kurz und schon kam der Bock aus der Dickung geschossen. Als er breit zu mir stand konnte ich ihm die Kugel antragen und nach ca. 20 Metern Flucht lag er dann im Feuer.

Ich hatte also innerhalb von 10 Stunden zwei Böcke erlegt, was sogar die alteingesessenen Waidgenossen staunen ließ und zum Philosophieren brachte. Da ich mein Jagdglück kaum fassen konnte, ließ ich einen weiteren Ansitz aus und wir ließen die Jagdereignisse in Willis Wirtschaft bei gutem Essen, einem zünftigen Weizen und waidmännischen Erfahrungsaustausch Revue passieren und ausklingen.

Leider hieß es dann auch schon am nächsten Tag Abschied nehmen. Aber heut’ ist nicht alle Tage – ich komm’ wieder keine Frage!

So freuen wir uns auf ein baldiges Wiedersehen mit Stefan, Rainer, Manu und den anderen Waidmännern im schönen Fernabrünst und Wendsdorf.

Waidmannsheil

Nico

 

Rainer Kern (Jagdpächter und Geschäftsführer des Deutschen Jagdportals) bei der Bruchüberreichung an Nico im Jagdhausgarten. 




Nico sendete uns voller Stolz ein Foto seiner Trophäen!

Es war auch für uns ein wunderschönes, lustiges und nettes gemeinsames Wochenende und wir freuen uns auf ein Wiedersehen im schönen Frankenland. 

Manuela Kern
Rainer Kern
Stefan Fügner

Freitag, 22 Mai 2015 09:51

Das Jagdsystem in Deutschland und Österreich

geschrieben von

Vom Jäger für Jäger 

Das Jagdsystem in
Deutschland und Österreich

Seminarbeitrag von Albrecht Linder

 

 Universitätslehrgang Jagdwirt/in VII
3. Lehreinheit in Oberlech
04. bis 06. Juli 2014

 

Donnerstag, 21 Mai 2015 11:07

Jagdkultur und Naturwissenschaft

geschrieben von

Liebe Jagdblogleser,

am 25. April d. J. habe ich mit meiner Frau an der Tagung des Forum lebendige Jagdkultur e. V. in Speyer unter dem Motto:

„Jagdkultur und Naturwissenschaft“

teilgenommen.

Der erste Vortrag von Dr. Daniel Hoffmann befasste sich mit

„Wildbiologie und Jagdkultur – Auf das Wie kommt es an!“

Dr. Daniel Hoffmann.jpg
Dr. Daniel Hoffmann (GCD)
Curriculum Vitae:

  • 1996 – 2000 Studium der Biogeographie an der Universität des Saarlandes
  • 2000 - 2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Trier, Institut für Angewandte Biogeografie
  • 2003 Dissertation am Institut für Biogeografie: Populationsdynamik und –entwicklung des Feldhasen in Schleswig-Holstein im Beziehungsgefüge von Klima, Prädation und Lebensraum
  • Seit 2006 wissenschaftlicher Mitarbeiter (Teilzeit) Universität Kiel, Institut für Natur- und Ressourcenschutz
  • Seit 2012 Inhaber Institut für Artenschutz und Wildtierforschung (www.iaw-hoffmann.de)
  • Seit 2013 Geschäftsführender Direktor der Game Conservancy Deutschland

Der Vortrag in Stichworten:

  • Eingriff in die Muttertierklasse bei Schwarzwild und in die Jugendklasse
  • Jagd setzt kulturelles Verständnis voraus
  • Jagdkultur muss mit dem Wandel der Ökosysteme Schritt halten
  • Zählen von Wildtieren in der freien Wildbahn auf jeden Fall erforderlich
  • Umgang mit dem Wildbret ist in den letzten 10 Jahren besser geworden, die Wildbret-Hygiene ist dabei ein wichtiger Punkt
  • Jagd ist ohne Wildbiologie nicht machbar, z. B. in Kanada gibt es keinerlei Jagdkultur

Unter der Charta der G.C.D. versteht man die Game Conservancy Deutschland G.C.D. Sie wurde 1990 in Anlehnung an die englische Game Conservancy gegründet, um eine ebenso traditionsreiche wie effektive Naturschutzstrategie auf deutsche Verhältnisse zu übertragen. Grundlage dieser Strategie ist es, im Sinne des englischen Leitspruches „Wise Use of Nature“, eine bewirtschaftete Natur mit ökologischen Zielen der Ressourcenschonung und dem Erhalt bzw. der Ausweitung der Artenvielfalt zu verbinden.

Den Zusammenhang ökonomischer und ökologischer Zielsetzungen fasst G.C.D. in seinem Leitmotiv „Lebendige Natur durch nachhaltige Nutzung“ zusammen. G.C.D. steht mit seiner ergebnisorientierten Naturschutzpraxis in einem nicht übersehbaren Gegensatz zum ideologiebefrachteten Naturschutz mancher Verbände.

G.C.D. fördert die wissenschaftliche Basisarbeit um dadurch das Verständnis für eine nachhaltige Nutzung der Natur herbeizuführen und zu kommunizieren. Durch die Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen Instituten im In- und Ausland fördert G.C.D. damit das Verstehen in und an der Natur. Durch praxisnahe Freilandexperimente und aufgabenspezifische Sekundäranalysen sollen ökosystemare Abläufe nachgewiesen werden um daraus Handlungsstrategien abzuleiten die dem jeweiligen Wesen der Natur entsprechen. In den vergangenen zwei Dekaden hat G.C.D. eine Vielzahl von Themen aus und für Land- und Forstwirtschaft, Jagd und Fischerei sowie Anleitungen für ökosystemare Nutzungsformen zur Verfügung gestellt. Dazu gehört auch die ökosystemgerechte Jagd, in der Wildlife Management, Tradition und Jagdkultur sowie Tier- und Naturschutz ihre unverzichtbaren Aufgaben und Rollen haben. G.C.D. fördert und unterstützt die Erarbeitung hierfür notwendiger Wissensgrundlagen und Prinzipien die zwingend für eine ökosystemgerechte Jagd erforderlich sind.

Der 2. Vortrag von Jobst Schmidt betraf die
„Jagdkultur und Ethik – Auf das Wie kommt es an!“

Jobst Schmidt, Dipl.-Kfm.
Jobst Schmidt, Dipl.-Kfm.

Was hat Wildbiologie mit Ethos zu tun?

Jobst Schmidt berichtet über die Motivation, Begrifflichkeiten, Grundprinzipien des moralisch richtigen Jagens, der Handlungsanweisungen und deren Folgerungen daraus.

Die Handlungsanweisungen aus der griechischen Antike unter Platon = Teilhabe mit den Maslowschen Bedürfnispyramide und unter Aristoteles = Glückseligkeit, Glücksethik – hier ist die Klugheit von Nöten – werden von ihm kurz erläutert.Jagdnetzwerk

Bedürfnispyramide nach Maslow:

Maslow hat aus seinem Menschenbild heraus ein Stufenmodell der Motivation (Bedürfnispyramide) entwickelt, welches sich in fünf Stufen unterteilt. Die physiologischen Bedürfnisse (Nahrung, Wärme etc.) sind die grundlegendsten und mächtigsten unter allen: „Die Bedürfnisse, die man gewöhnlich als Ausgangspunkt der Motivationstheorie benützt, sind die sogenannten physiologischen Triebe.“ Danach folgen, sofern die physiologischen Bedürfnisse weitgehend bedient sind, Sicherheitsbedürfnisse. Unter Sicherheitsbedürfnissen (2. Stufe) wird „Sicherheit; Stabilität; Geborgenheit; Schutz; Angstfreiheit; Bedürfnis nach Struktur, Ordnung, Gesetz, Grenzen; Schutzkraft“ verstanden. Als nächstes entstehen soziale Bedürfnisse (3. Stufe). „Wenn sowohl die physiologischen als auch die Sicherheitsbedürfnisse zufriedengestellt sind, werden die Bedürfnisse nach Liebe, Zuneigung und Zugehörigkeit auftauchen […] Im weiteren Verlauf können Bedürfnisse nach Achtung (4. Stufe) und Selbstverwirklichung (5. Stufe) bedient werden. Maslow behauptet, dass es reale psychologische und funktionale Unterschiede zwischen den „höheren“ und „niedrigeren“ Bedürfnissen gebe. Die höheren Bedürfnisse zeichnen zwar den Menschen (im Gegensatz zu, z.B., dem Tier) spezifisch aus, sind aber nicht zwingend zu seinem Überleben notwendig. Die Bedürfnisse können auch nach Defizitbedürfnissen (niedrigen Bedürfnissen) und Wachstumsbedürfnissen (höheren Bedürfnissen) unterschieden werden; Defizitbedürfnisse müssen erfüllt sein, damit Zufriedenheit entstehen kann, die zusätzliche Erfüllung der Wachstumsbedürfnisse bedeutet über Zufriedenheit hinausführendes Glück.

Erst wenn die Defizitbedürfnisse sicher befriedigt sind und sich auf physischer Ebene Zufriedenheit in Form von höherer Lebenserwartung, weniger Krankheit und einer besseren Ernährungssituation einstellt, treten die Achstumsbedürfnisse, die zuvor subjektiv weniger dringlich waren, in den Vordergrund. Ihre Befriedigung wiederum führt zu tieferem Glück, Gelassenheit, Reichtum des inneren Lebens und verstärkter Individualität. Des Weiteren haben die höheren Bedürfnisse und ihre Befriedigung erwünschte bürgerliche und soziale Folgen.

Maslows Bedürfnispyramide ist das wohl bekannteste Entwicklungsmodell, aber schon lange vor ihm wurden ähnliche Einteilungen von Bedürfnissen durch europäische Gelehrte vorgenommen, so vor allem in Lujo Brentanos Versuch einer Theorie der Bedürfnisse(1908). Bereits in der Antike führte Platon aus: "„Das erste und größte aller Bedürfnisse ist aber die Beschaffung der Nahrung um der Existenz und des Lebens Willen... Das zweite dann die Beschaffung einer Wohnstätte, das dritte die von Kleidung und was dahin gehört.“ Darauf aufbauend entwickelt er die Bedürfnisse nach den höherwertigen Gütern Malerei, Stickerei, Gold und Elfenbein, nach Sicherheit, Wissen, Erziehung und Kunst. Obwohl die Bedürfnispyramide ein bekanntes und vielbeachtetes Motivationsmodell ist, ist es aufgrund der stark reduktionistischen Sichtweise vielfacher Kritik ausgesetzt. Siehe dazu Maslowsche Bedürfnispyramide, Abschnitt „Rezeption und Kritik“.

Die Umsetzung von Selbstverwirklichung:

Maslow beschreibt, dass in praktisch allen historischen und zeitgenössischen Theorien der Motivation Bedürfnisse, Triebe und motivierende Zustände allgemein als ärgerlich, irritierend und unerwünscht betrachtet werden. Dagegen lässt sich anführen, dass es eine Vielzahl von idiosynkratrischen (individuell unterschiedlichen) Bedürfnissen gibt, die zur Selbstverwirklichung gehören. Daher sei – laut Maslow – die Theorie „Bedürfnis gleich Ärger“ nicht zutreffend.

Maslow sieht in Menschen ein noch kaum erkanntes, geschweige denn entwickeltes Potential zur Selbstverwirklichung, dessen Entfaltung zu größerer Reife, Gesundheit und Furchtlosigkeit führen würde: „Selbstverwirklichende Menschen, Menschen also, die einen hohen Grad der Reife, Gesundheit und Selbsterfüllung erreicht haben, können uns so viel lehren, dass sie manchmal fast wie eine andere Rasse menschlicher Wesen erscheinen. Doch weil sie so neu ist, ist die Erforschung der höchsten Bereiche der menschlichen Natur und ihrer äußersten Möglichkeiten und Hoffnungen eine schwierige und gewundene Aufgabe. Sie hat für mich eine ständige Zerstörung liebgewordener Axiome mit sich gebracht, die unentwegte Auseinandersetzung mit scheinbaren Paradoxa, Widersprüchen und Zweideutigkeiten, manchmal auch den Zusammenbruch lang etablierter, fest geglaubter und scheinbar unangreifbarer Gesetze der Psychologie.

Oft stellte sich heraus, dass es keine Gesetze waren, sondern nur Regeln für das Leben in einem Zustand milder und chronischer Psychopathologie und Ängstlichkeit, im Zustand der Behinderung und Verkrüppelung und Unreife, den wir nicht bemerken, weil die meisten anderen dieselbe Krankheit haben wie wir.“

Diese - aus Maslows Sicht noch sehr neue - Auseinandersetzung mit der höchsten Ebene menschlichen Seins und das ultimative Verwerfen etablierter Vorstellungen bezüglich unserer psychischen Verfasstheit sind also nötig, um zu wahrer Selbstverwirklichung zu gelangen und sich aus dem Zustand von Unreife, Ängstlichkeit und Krankheit zu befreien.

Erkennen des Seins vs. Erkennen des Defizits: Maslow beschreibt zwei unterschiedliche Modi des Erkennens:

„Im S-Erkennen (Erkenntnis des Seins) tendiert die Erfahrung oder das Objekt dazu, als ein Ganzes, als eine vollständige Einheit gesehen zu werden, losgelöst von den Beziehungen, von der möglichen Nützlichkeit, Zweckmäßigkeit und Angemessenheit. Sie wird wahrgenommen, als wäre sie alles, was es im Universum gibt, als wäre sie das ganze Sein, synonym mit dem Universum. Dies steht im Gegensatz zum Erkennen (Erkenntnis des Defizits), das die meisten menschlichen Erkenntniserfahrungen einschließt. Diese Erfahrungen sind fragmentarisch und unvollständig …“ „Wenn es eine S-Erkenntnis (Erkenntnis des Seins) gibt, muss man dem wahrgenommenen Gegenstand ausschließlich und voll seine Aufmerksamkeit widmen. Das kann man ‚totale Aufmerksamkeit‘ nennen […]“(Vergleiche dazu auch Flow-Erfahrung.) „Da das ganze Sein wahrgenommen wird, gelten alle jene Gesetze, die gültig wären, wenn der ganze Kosmos auf einmal erfasst werden könnte. Diese Wahrnehmung steht in schroffem Gegensatz zur normalen Wahrnehmung. Hier schenkt man dem Objekt Aufmerksamkeit gleichzeitig mit allem anderen, was relevant ist.“ Das Erkennen des Seins entspricht dem ganzheitlichen, humanistischen Welt- und Menschenbild, auf dem Maslows Arbeit basiert.

Erläuterung der Begrifflichkeiten:

Jagdkultur: Waidgerechtigkeit, Brauchtum, Musik, Tradition, etc.
Ethik: Gewisse Kriterien erstellen, die in den angeführten 3 Säulen ausgedrückt werden:

Jagdnetzwerk

Tierethische Prinzipien:

  • Respekt als Jäger vor der Kreatur zeigen – der Mensch ist gut (Ehrfurcht)
  • Kurze Jagdzeiten
  • Keine Jagd während der Nachtzeit außer Schwarzwild
  • Nachsuche mit Jagdhund
  • Kein Abschuss von Muttertieren
  • Schusswaffe und richtige Munition (bleifrei?)
  • Pflicht zur Hege
  • Keine Jagd in Notzeiten
  • Erlegen nach Alter/Qualität/Gesundheitszustand/Geschlecht – keine Trophäen

Der Jäger hat mit vier Faktoren zu rechnen:

  • Er steht im Dialog mit der Bevölkerung – soziokulturell – Gemeinsinn
  • Der Forst ist ein Wirtschaftsfaktor – Waldschutz/Schadensminimierung/Wildbret
  • Öko-System/Biosphäre = Artenvielfalt, Biotopmaßnahmen, Lebensraum, Jagdstrategien, jagdliche Raumnutzung
  • Das Tier in freier Wildbahn

Folgerungen:

  • Lehrprinz – Vorbildfunktion
  • Bewegungsjagden nicht für Jungjäger (Greenhorn)
  • „Waidgerechte“ Munition (bleifrei?)
  • Trophäenträger nicht ausschl. bejagen

Den 3. Vortrag erhielten wir von Bernd Krewer zum Thema:
„Jagdkultur – Tradition oder Ballast“

Bernd Krewer
Bernd Krewer

Bernd Krewer (* 1. Juni 1939 in Bitburg), Forstbeamter im Dienst des Landes Rheinland-Pfalz a. D., Revierleiter eines Rotwild-Kernrevieres in der Südeifel bis 1999 (Kondelwald) im Forstamt Wittlich
Seit 1958 Schweißhundeführer und seit 1969 Züchter von Hannoverschen Schweißhunden Geschäftsführer des Rotwildringes Cochem-Kondel bis 2000. Von 1986 bis 1992 war Bernd Krewer Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit und Pressesprecher des Jagdgebrauchshundverband (JGHV). 1988 Mitbegründer des Verein Jagd-Beagle. 1997 - 2001 Fachexperte und Mitarbeiter des ehemaligen Spartensenders Seasons. 1994 - 2011 Ständiger freier Mitarbeiter der Zeitschrift Pirsch. Mitglied der JGHV/VDH – Zuchtkommission

Der Stellenwert der Jagdkultur ist zurückgegangen, es wird auch kein Kulturpreis des DJV mehr ausgelobt. Die Tradition der Jagdkultur muss erhalten bleiben. Die Waidgerechtigkeit ist das Grundgesetz des Jägers, so sind heutzutage trotz Gebrauch des Handys aber noch die Jagdsignale erhalten geblieben.

Die 4. Referentin sprach zu
„Epochale Jägerinnen, Funktionen und Positionen in der europäischen Vormoderne“

Maike Anne Schmidt.jpg
Maike Anne Schmidt, M. A. (Uni Trier):
Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Universität Trier, Lehrstuhl für Geschichtliche Landeskunde

Jagd ist ein adeliges Standesprivileg

Strenge Jagdgesetze und –verbote um die Jagd höfisch zu sichern

Hunting Tristan - Die Geschichte von Tristan und Isolde war einer der einflussreichsten Romanzen im Mittelalter.

Gace von Bigne war das alte Geschlecht der Herren von La Bigne in der Diözese von Bayeux und selbst bietet seinen alten und edlen Herkunft, wie väterlicherseits als mütterlicher Seite.

Im Anschluss ein Auszug aus Diana Poitiers:

Diana als Jaegerin
Diana als Jägerin

Von einigen Damen wird berichtet, dass sie bereits im ausgehenden Mittelalter und der Renaissance die Hetzjagd aktiv ausübten. Karl der Große (768-814) jagte in Begleitung seiner im „Spreizsitz" reitenden Gemahlin und seiner 6 Töchterauf Wildschwein und Auerochse. Anne de Beaujeu (1460-1522), französische Königin, liebte die Wildschwein- und Wolfsjagd. Sie war eine hervorragende Reiterin und erfolgreiche Hundezüchterin. Ihre berühmteste Schülerin war die schöne Diane de Poitiers (1499-1565), einflussreiche Maitresse von König Henri II von Frankreich, besungen als „erste Jägerin von Frankreich", die "im gleichen Köcher Pfeileder Jagd undder Liebe hatte.".
Er baute ihr das fantastische Jagdschloss Chenonceau an der Loire, wohin sie sich 1559 nach dem frühen Tod ihres Geliebten zurückzog. Eine der berühmtesten Diana-Darstellungen ist das von einem unbekannten Meister stammende Gemälde der makellos schönen Diane de Poitiers als Diana mit dem Hirsch.

Das Bett von Diane de Poitiers ersteigerte Prinz Charles für seine erste Frau, Lady Di, der wohl berühmtesten Diana unserer Zeit. Auch die florentinische Catharina de Medici (1519-1589), Gemahlin von Henri II und Thronfolgerin nach dessen frühen Tod, verbrachte viel Zeit mit Pferden, Hunden und der Jagd. Sie machte in Frankreich den Damensattel populär und ritt mit bis zu 500 Herren beherzt auf den Hetzjagden.
Von Anne Boleyn ( 1501-1536), der unglücklichen zweiten Gemahlin von König
Heinrich VIII von England Wird berichtet, dass sie die Jagd mit dem Boqen liebte.

Diane de Poitiers (1499-1565) "erste Jägerin von Frankreich, Andre Castelot "Les Chateaux de la Loire" Geneve 1981
Diane de Poitiers (1499-1565) "erste Jägerin von Frankreich,
Andre Castelot "Les Chateaux de la Loire" Geneve 1981

IhreTochter, Königin Elisabeth I. von England (1533-1603), ritt noch 50-jährig jeden zweiten Tag auf die Jagd, Königin Isabella von Kastilien (1451-1504), erste Königin Spaniens, soll nicht nur Hasen und Hirsche sondern auch Wildschweine und gelegentlich sogar Bären erlegte haben. Eifrig jagte Liselotte von der Pfalz (1652-1722), Schwägerin König Ludwigs XIV. und Verfasserin von ca. 60 000 Briefen. Viele ihrer Aufzeichnungen berichten von der Jagd. Nichts bereitete ihr mehr Vergnügen, als ihren Schwager, der ihre urwüchsige Kraft schätzte, bei Wind und Wetter behtten auf die Jagd zu begleiten. Die aufwändigen Prunk-Jagdkostüme der Damen des französischen Hofs schaffte sie bald ab.

Die Zugehörigkeit zum Adelsstand war im Mittelalter Voraussetzung für die Jagdausübung der Frau. Selbst Äbtissinnen und Priorinnen gingen gelegentlich ihrer Jagdpassion nach. Von allen Höfen Europas wird zu jeder Zeit über die Lust am Jagen berichtet. Nahtlos geht die Listederjagenden Dianen indie Neuzeit über Von ihnen seien ein paar bekannte Namen erwähnt. Margarete Trappe (1884-1957), deutsch-britische Farmerin und Großwildjägerin am Fuß des Kilimandscharo in Tansania, war Inhaberin der Lizenz als Professional Hunter. Nach der Scheidung von ihrem Mann und der Enteignung 1918 (Veriustder Deutschen Ost-Afrika Kolonien) fast mittelllos, schaffte sie für sich und ihre Familien durch professionelle Führung von Jagdgästen eine neue Existenz auf der berühmte Momella-Farm.

Liselotte von der Pfalz (1652-1722) im Jagdkostüm.
Liselotte von der Pfalz (1652-1722) im Jagdkostüm.

Ein weiterer Auszug über Anna Maria Louisa de Medici (1667-1743), Kurfürstin

Anna Maria de Medici zählt zu den herausragenden rheinischen Persönlichkeiten des ausgehenden 17. und beginnenden 18. Jahrhunderts. Einer alten italienischen Herrscherdynastie entstammend, trug sie als Gemahlin des pfälzischen Kurfürsten Johann Wilhelm maßgeblich zum Aufstieg Düsseldorfs zu einer europäischen Kulturmetropole bei.

Anna Maria de Medici wurde am 17.8.1667 als zweites von drei Kindern des toskanischen Großherzogs Cosimo III. (1642-1723) und dessen Ehefrau Marguérite Louise von Orléans (1645-1721) in Florenz geboren. Sie gehörte der bedeutenden Familie der Medici an, die über einen Zeitraum von 300 Jahren die Geschicke der Stadt Florenz und der Toskana bestimmt hatte.

Vielseitig begabt, erfuhr Anna Maria de Medici neben der strengen höfischen Erziehung frühzeitig eine Förderung ihrer ausgeprägten musischen und sprachlichen Talente. In einem zeitgenössischen Bericht heißt es darüber hinaus: „Die Prinzessin gewinnt, je älter sie wird, immer mehr an Liebreiz. Sie ist von großem Wuchs; ihre Haare sind tiefschwarz. Ihre Augen – früher ziemlich ausdruckslos – sprühen voller Leben und Esprit. Sie schreitet sehr graziös, manchmal vielleicht ein wenig hochmütig." Im Gegensatz zu ihrem Vater, der im Ruf eines humorlosen, religiösen Fanatikers stand, genoss Anna Maria, die auch Anteil an den Nöten der einfachen Bevölkerung nahm, hohe Popularität und avancierte bereits in jungen Jahren zu einer Hoffnungsträgerin der krisengeschüttelten Dynastie der Medici.

Zwischen 1683 und 1690 versuchte Cosimo III. zunächst vergeblich, seinen schwindenden politischen Einfluss durch eine Verheiratung seiner Tochter mit einem Angehörigen des europäischen Hochadels zu stärken. Erst im April 1691 gelang ihm nach schwierigen Verhandlungen eine Übereinkunft mit dem pfälzischen Kurfürsten Johann Wilhelm von Pfalz-Neuburg. Die Hochzeit wurde am 29.4.1691 mit großem Aufwand, aber in Abwesenheit des Bräutigams im Dom zu Florenz abgehalten.

Am 6.5.1691 begab sich Anna Maria de Medici auf die beschwerliche Reise nach Düsseldorf an den Hof ihres Gemahls, dem sie einige Wochen später in Innsbruck erstmals begegnete. Die zunächst nur aus machtpolitischem Kalkül geschlossene Zweckehe erwies sich seit der ersten Begegnung als Glücksfall für beide Seiten. In zeitgenössischen Berichten wird das harmonische Verhältnis zwischen Johann Wilhelm und Anna Maria stets als das herausragende Merkmal einer Ehe hervorgehoben, die allerdings mit dem Makel der Kinderlosigkeit behaftet war. Die Vorlieben der kunstsinnigen und lebenslustigen Kurfürstin für alle Formen höfischer Repräsentation und Prachtentfaltung teilte sie mit ihrem Mann. Gemeinsam war ihnen auch das ausgeprägte Interesse an den verschiedensten Gattungen der Kunst, als deren Förderer sie sich nachhaltig hervortaten. In ihrer Begeisterung für die Jagd und den Reitsport fand Anna Maria de Medici in Johann Wilhelm einen gleichgesinnten Partner.

Letztes Beispiel der frühzeitlichen Jagdausübung durch adlige Frauen:

Werner von Teufen
Werner von Teufen:
Manessische Liederhandschrift 1320 – Beschreibung der Szene Frau mit Sperber

5. Vortrag von Heinz Staudinger über
„Goethe und die Jagd“

Heinz Staudinger   Goethe in Weimar
Heinz Staudinger   Goethe in Weimar

Forstmann aus Franken, die meiste Zeit im Spessart tätig, zuletzt als Leiter des Forstamtes Lohr am Main. Befasst sich seit Jahren mit Fragen der Jagd- und Forstgeschichte, vor allem mit bemerkenswerten Gestalten aus Jagd und Wilderei.

Die Ergebnisse seiner Arbeit hat er in den Münchener Forstlichen Forschungsberichten, im Aschaffenburger Jahrbuch und in den Zeitschriften Spessart, Frankenland, Wild und Hund veröffentlicht. Mit seinem Buch über den Spessart-Wilderer Hasenstab hat er eine regelrechte Hasenstab-Welle ausgelöst: Der Bayerische Rundfunk, der Mitteldeutsche Rundfunk und das Bayerische Fernsehen haben wiederholt berichtet, der Stoff ist dramatisiert, ein Rundwanderweg eröffnet und ein Gedenkstein aufgestellt worden. Mit seinem Buch über den alten Diezel hat er die längst fällige Biografie dieses größten deutschen Jagdschriftstellers vorgelegt, dessen Werk unsere Jagd bis auf den heutigen Tag geprägt hat.

Staudinger ist Mitglied im Bayerischen Jagdschutz- und Jägerverband, im Verein für Deutsche Wachtelhunde, im Arbeitskreis Forstgeschichte in Bayern und im Forum.

„An einem Herbsttag will der Fürst in den Waldungen seines Fürstentums jagen. Als er sich von der jungen Gemahlin verabschiedet, empfiehlt er ihr einen Spazierritt. Dabei sollen der fürstliche Oheim Friedrich und der Hofjunker Honorio die Fürstin geleiten. Der Fürst reitet mit seinem Jagdgefolge aus dem Schloss, und die Fürstin winkt ihrem Gemahl mit dem Schnupftuch. Alsdann begibt sich die Dame in ein Gemach, an dessen Fenster das treffliche Teleskop auf die uralte, halbverfallene Stammburg auf dem Felsgipfel, umgeben von mächtigen Bäumen, gerichtet ist. Die Fürstin verfolgt den Ritt des Gatten durchs Fernrohr und winkt noch einmal mit dem Schnupftuch. Der alte rüstige Oheim kommt mit einem großen Portefeuille voller Zeichnungen. Er denkt nicht an das Losreiten. Wortreich, untermalt mit den Zeichnungen, erläutert er der Gräfin Restaurierungsarbeiten jener Stammburg. Honorio meldet, das Lieblingspferd der Fürstin sei gesattelt. Die Fürstin möchte sich die Burgruine einfach einmal anschauen, jedoch zunächst durch die Stadt reiten, am Jahrmarkt vorbei. Der Oheim mag nicht. Er reite niemals gern durch Markt und Messe. Die Fürstin kennt die Geschichte von dem Jahrmarktsbrande, dem der Oheim einmal knapp entronnen war und setzt sich durch. Honorio nimmt das Sehrohr mit. Man reitet hinab. Das Volk, dicht gedrängt auf dem Markt, findet, dass die erste Frau im Lande auch die schönste und anmutigste sei. Die drei Reiter gelangen an ein größeres Brettergebäude, in dem ein Löwe und ein Tiger zur Schau gestellt werden. Der Löwe brüllt zur Fütterungsstunde, der Tiger hingegen liegt ganz ruhig in seinem Kerker.

Jahrmarkt, links eine Tierbude, 19. Jahrhundert  Dresden/Goethe in der Campagna 1787 - Gemälde von Tischbein
Jahrmarkt, links eine Tierbude, 19. Jahrhundert Dresden/Goethe in der Campagna 1787 - Gemälde von Tischbein

Es wird schon Mittag, als die drei Reiter sich dem Zielpunkt ihrer Wallfahrt, der mächtigen Ruine, nähern und von einem Aussichtspunkt in einem Bergwald sowohl die nahe Ruine, als auch die inzwischen entfernte Stadt mit der fürstlichen Residenz erblicken. Der Rest der Novelle spielt in dem Bergwald unterhalb der Burgruine beziehungsweise in der Burgruine selbst. Über der Landschaft liegt eine heitere Stille, wie es am Mittag zu sein pflegt. Honorio schaut durch das Sehrohr nach der Stadt und muss konstatieren, auf dem Markte fängt es an zu brennen. Der Oheim will sofort zurück. Die Fürstin möchte mit Honorio dem Oheim langsam folgen. Honorio hat es auch nicht eilig und empfiehlt dem alten Mann: Reiten Euer Durchlaucht langsam, ich bitte, langsam! in der Stadt wie auf dem Schloss sind die Feueranstalten in bester Ordnung. Der Oheim verlässt den Ort der Handlung, reitet hinab in Richtung fürstliche Residenz, und an seiner Stelle springt der entlaufene Tiger heran. Flieht! ruft Junker Honorio der Gräfin zu. Die prescht davon, aber ihr Pferd stürzt. Der Tiger nähert sich der Gräfin, aber Honorio, ganz ritterlich, bewährt sich auf dem Höhepunkt der Novelle und trifft mit der Pistole das Ungeheuer durch den Kopf. Die Fürstin fordert von Honorio: Gebt ihm den Rest. Aber der Tiger ist schon tot.

Da nahen die Besitzer des Raubtiers, Betreiber einer Wandermenagerie und an der reinlich anständigen, doch bunten und seltsamen Kleidung kenntlich gemacht: eine Wärterin, die Schaustellerfrau, und ein Knabe, der eine Flöte in der Hand hält. Die Wärterin beklagt die Ermordung des Tigers ohne Not. Das Jagdgefolge des Fürsten reitet heran, und der Fürst steht vor dem seltsamen, unerhörten Ereignis. Nun dringt auch noch der Vater des Knaben, bunt und wunderlich gekleidet, zum Fürsten vor und verkündet das nächste unerhörte Ereignis: auch der Löwe ist los. Es stellt sich heraus, die Raubkatze lagert bereits seit einiger Zeit oben in der Burgruine bedenklich im Sonnenschein. Der Vater des Knaben bittet den Fürsten, das große Tier auf seine Art einzufangen. Er will den beschlagenen Kasten heraufschaffen, und der Junge soll das Raubtier mit Flötenspiel zunächst besänftigen. Dann soll es in seinen Kerker gelockt werden. Der militärisch erfahrene Fürst bleibt Herr der Lage. Er blickt nieder auf seine Gemahlin, die, an ihn gelehnt, das Schnupftuch hervorzieht und sich damit die Augen bedeckt. Der Fürst gestattet die wunderliche Löwenfangmethode, gibt Honorio der merkwürdigen Situation angemessene Befehle und verlässt zusammen mit der Fürstin den Ort der Handlung. Die Herrschaften reiten mit dem Jagdgefolge hinab in Richtung fürstliche Residenz. Honorio bleibt befehlsgemäß bewaffnet im felsdurchsetzten Wald auf Wache zurück. Der Junge steigt zur Ruine hinauf und beschwichtigt den Löwen, abwechselnd Flöte spielend und die Friedensbotschaft der Novelle singend:

Löwen sollen Lämmer werden,…

Blankes Schwert erstarrt im Hiebe,…

Der Löwe ist an seinen gefegten Kerkerfußboden gewöhnt. In der „freien Wildbahn“ Fürstentum hat sich ein scharfer Dornzweig zwischen die Ballen eingestochen. Der besänftigte Löwe nähert sich dem Knaben mit einiger Beschwerde, legt ihm die schwere rechte Vordertatze auf den Schoß und lässt sich behandeln. Danach flötet und singt der Knabe weiter:

„Und so geht mit guten Kindern
Selger Engel gern zu Rat,
Böses Wollen zu verhindern,
zu befördern schöne Tat.“

Frau von Stein   Gartenhaus Weimar von Goethe
Frau von Stein,
Geliebte Goethes
  Gartenhaus Weimar von Goethe
(Hier hatte er eine kleine Niederwildjagd)

Honorio, die einzige Person, die durchgängig an oder nahe bei den Orten der Handlung verweilte, kann lächeln und das Gewehr im Schoß ruhen lassen.“

Der 6. Vortrag wurde von Dr. Rolf Roosen (Chefredakteur Paul Parey-Verlag) gehalten:
„Der Hase in Antike und Christentum“


Dr. Rolf Roosen
Dr. Rolf Roosen
(Paul Parey-Verlag)

Die Hasenfenster in Paderborn und im Kloster Muotathal in der Schweiz, bei denen drei Hasen jeweils zusammen nur drei Ohren haben, die zusammen ein Dreieck bilden, können als Symbol für die Dreifaltigkeit aufgefasst werden, und gehen wohl auf ein altes Symbol für den Lauf und das Vergehen der Zeit zurück. Ebenfalls als Dreifaltigkeitssymbol könnten die drei Hasen angesehen werden, die auf Dürers Holzschnitt von 1497 Die Heilige Familie mit den drei Hasen dargestellt sind und in dem ein Hase dem anderen die Pfote auf die Schulter legt und auf den davonhüpfenden dritten zeigt.

Drei Hasenfenster im Paderborner Dom
Drei Hasenfenster im Paderborner Dom

Aus der Antike kommt die Deutung des Hasen als Sinnbild von Lebenskraft, Wiedergeburt und Auferstehung. Hier ist die Wurzel für Darstellungen im Zusammenhang mit dem christlichen Osterfest, in dem der Auferstehung Christi gedacht wird. Die in der christlichen Ikonografie ungewöhnliche Darstellung einer Madonna mit dem Jesusknaben, die mit einem weißen Hasen spielt, wie es Tizian in seinem Pariser Bild darstellt, kann hier christologisch gedeutet werden. Zusammen mit dem Korb mit Brot und Wein, einem Sinnbild für den Opfertod Christi, kann diese Darstellung als Hinweis auf die Wiederauferstehung Christi nach dem Tode gelesen werden.

Sprichwörter mit dem „Hasen“:

  • Da liegt der Hase im Pfeffer.
  • Ein alter Hase sein
  • Ein Hasenfuß sein
  • Ein Hasenherz haben
  • Mein Name ist Hase …
  • Viele Hunde sind des Hasen Tod.
  • Wissen, wie der Hase läuft
  • Wo sich Fuchs und Hase Gute Nacht sagen
    Hasen haben kurze Beine, Hasenfuß

Der 6. Vortrag von Prof. Dr. Dieberger beschäftigte sich mit der
„Jagdkultur und Trophäenjagd“

Prof. Dr. Johannes Dieberger
Prof. Dr. Johannes Dieberger

Jagdkultur, Wissenschaft und Ökonomie – all diese drei Dinge gehören zusammen, so Prof. Dieberger. Zu betrachten sind auch Ethik und Ästhetik im Waidwerk.

Prof. Dieberger führte sehr ausführlich vor Augen, wie sich das heute übliche Verhältnis zu den Jagdtrophäen entwickelte. Eindrucksvoll dokumentierte er das vorhandene Wissen zum Thema mit zahlreichen Quellen. Besonders auch aus der unseligen NS-Zeit, sie hat die heute noch in Teilen angewendeten, Beurteilungskriterien für die Trophäen (Hirschgeweih) hervorgebracht. Längst ist erkannt, dass diese dem Trophäenkult nachgebende Jagdkultur viele Probleme schafft und mit der hochgelobten Ökologie und Natur, wofür die Jagd sich zuständig erklärt hat, nichts zu tun hat. Sogar der Wals selbst, das Substrat der Jagd, leidet und dem Trophäenkult. Prof. Diebergers Appell, dass der Abschuss von Wild, welches keine repräsentativen Trophäen hinterlässt, eine höchst sinnvolle Angelegenheit wäre, wurde von einigen, nicht allen, verstanden.

Die Geschichte von Burlei: 300 Kilo schwer, ein 37-Ender der Extraklasse: Die anwesenden bulgarischen Waidmänner sind begeistert und kurze Zeit später überschlägt sich auch die Fachpresse von "Wild und Hund" bis "Jagen weltweit". Ein neuer Weltrekord wird verkündet. So groß, so schwer, so viele Enden am Geweih - ein solches Tier hatte noch keiner vorher erlegt. Doch seit kurzem ist klar: Der von Baron Eberhard von Gemmingen-Hornberg geschossene Hirsch war kein wildes Tier, sondern entstammte einem österreichischen Kleingatter bei Braunau. "Er hieß Burlei, war handzahm und ließ sich von Kindern mit Schokolade füttern", so sein einstiger Besitzer Rudolf Pöttinger.

Nach Recherchen von SPIEGEL TV kaufte Züchter Pöttinger Burlei als Jungtier und zog ihn groß. Im Sommer 2005 verkaufte der Wildzüchter seinen besten Hirsch für 20.000 Euro. Über zwei Strohmänner landete Burlei, der Schokohirsch, schließlich bei dem bulgarischen Jagdunternehmen Elen-Hunting. Dort stapfte der zahme König ziemlich orientierungslos durch die fremden Buchenwälder nahe der Stadt Etropoleder. Es ist mehr als fraglich, ob Burlei die bevorstehende Brunftzeit in dem Revier überlebt hätte. Doch die Bulgaren suchten ohnehin eilig einen zahlungskräftigen Schützen für den kapitalen Streichel-Hirsch.

Der serbische Tierfilmer Toma Ivanovitc erzählte Baron von Gemmingen-Hornberg von der einmaligen Jagdgelegenheit und soll dafür 1000 Euro Provision erhalten haben. Kurz entschlossen flog der adlige Waidmann Ende August zusammen mit dem Filmemacher nach Sofia. Insgesamt 65.000 Euro hat Gemmingen-Hornberg für die bevorstehende waidmännische Hochleistung gezahlt - der Wert von Burlei hatte sich mittlerweile mehr als verdreifacht.

Am 1. September 2005 ging es dann auf zur fröhlichen Jagd. Begleitet von einem Jagdführer und zwei Kamera-Männern schlich der deutsche Adelsmann durchs Unterholz. Auch als der rekordverdächtige Vertreter der sonst so scheuen Gattung Cervus elaphus zutraulich auf der Lichtung weiter äste, als die vier Männer auf ihn zuliefen, wurde der Baron nicht misstrauisch. Er glaubte den Hirsch-Profis von Elen-Hunting und war sicher, dass der Rothirsch wild war. Gemmingen-Hornberg riss seine Luxus-Büchse hoch und schoss Burlei tot.

"Ein Jagderlebnis, das sich im Jägerherzen einnistet"

In der Grünrock-Gazette "Jagen weltweit" veröffentlichte der inoffizielle Weltrekordhalter anschließend stolz einen mehrseitigen Artikel über seinen Weltmeisterschuss. Dabei auch ein Foto, auf dem er hinter dem gewaltigen Geweih in Feldherrenpose in die Kamera grinste. Zitat: "So etwas Gewaltiges hatte ich noch nie gesehen und natürlich nicht annähernd geglaubt, einen solchen Hirsch einmal erlegen zu können." Der Artikel endete mit den Worten: "Doch das Erlegen eines Weltrekord-Rothirsches, wenn auch nur inoffiziell, ist ein Jagderlebnis, das sich tief im Jägerherzen einnistet."

Die Freude währte nicht lange, und heute will der Baron Burlei am liebsten vergessen. Der Weltrekord wurde annulliert. Im Internet war ein Foto von Burlei in einem Wild-Gatter aufgetaucht. Der Baron witterte Betrug und erstattete Anzeige. Er wollte jetzt auch sein Geld von Elen-Hunting zurück haben. Die österreichische Polizei begann zu ermitteln und fand schließlich das 23 Hektar große Gatter in Braunau und konnte beweisen, dass Burlei hier aufgewachsen war. Das imposante Geweih wurde genetisch untersucht. Ergebnis: Der 37-Ender war eindeutig ein Zuchttier. Gemästet mit Kraftfutter und beigemischtem Calcium für das rasante Wachstum. Dem österreichischen Wildzüchter und den beiden Zwischenhändlern konnte allerdings kein krimineller Vorsatz nachgewiesen werden.

So wird der teure Tod des Gattertiers wohl ungesühnt bleiben. Denn von den bulgarischen Waidgenossen sind den Ermittlern weder die Geburtsdaten noch ladungsfähige Anschriften bekannt. Auch die Erinnerung an das gutgläubige Tier wird wohl bald erlöschen. Sein Kilo schweres Geweih hat Baron Gemmingen-Hornberg von einem Bediensteten im Keller seines Schlosses verstauen lassen.

Nun hängt Burlei in der BoKu in Wien:

Nun hängt Burlei in der BoKu in Wien


Den 7. Vortrag hielt Heiko Schwartz
„Vergessene Schätze – Die Deutsche Jagdbibliothek“

Heiko Schwartz
Heiko Schwartz, Enkel des Gründers des Verlags

Die Deutsche Jagdbibliothek in Melsungen ist die von der Julius-Neumann-Stiftung betriebene Präsenzbibliothek mit dem Sammelschwerpunkt: deutschsprachige Jagdliteratur. Dazu gehören alle gedruckten Werke einschließlich Loseblattwerke und Periodika mit jagdlichem Inhalt.

Die Deutsche Jagdbibliothek ist jedermann nach Terminvereinbarung zugänglich.

Um das wissenschaftliche Arbeiten vor Ort zu ermöglichen, werden keine Bestände ausgeliehen.


Leben und Wirken von Julius Neumann

Julius Neumann

Julius Neumann, Gründer des Verlages J. Neumann - Neudamm

Julius Neumann (21.09.1844-30.05.1928) - Berlin

Als königlicher Hofdrucker in Berlin kaufte er 1872, im Alter von 28 Jahren, in der preußischen Provinz Mark Brandenburg ein Wochenblatt mit einer Auflage von rund 200 Stück und erwarb zudem die Druckpresse. Diese war der Grundstein des Verlages J. Neumann aus Neudamm, der sich in der Folge zu einem der größten deutschsprachigen Verlage entwickelte und sich mit den grünen Themengebieten Landwirtschaft, Forst, Fischerei, Jagd und Naturschutz auseinandersetzte.

Spätestens seit der Herausgabe der Deutschen Jägerzeitung (ab 1883) unterstützte Julius Neumann die Jagd auch mit seinem Privatvermögen erheblich. Insbesondere das Hundewesen, das Schießwesen und die Jagdwissenschaft förderte er durch seine Arbeit.

Heute trägt die Julius-Neumann-Stiftung als Dank und Anerkennung seiner Leistungen seinen Namen.

Forum lebendige Jagdkultur e. V. (Dieter Stahmann, Vorsitzender des Forums):

Ziel und Weg - Was ist Jagdkultur ?
Jagdkultur ist die Einbindung der Jagd in eine der allgemeinen Kultur entsprechende Form mit Konzentration auf das seelisch empfundene Jagderlebnis. Zur Jagdkultur gehören moralische Regeln, (Waidgerechtigkeit), traditionelle Rituale (Brauchtum) und die mentale Verarbeitung des Jagderlebnisses, dessen Pflege in Literatur, Kunst und Musik in Geschichte und Gegenwart als besondere Aufgabe des Forums verstanden wird.

Die heutige deutsche Jagdkultur, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts geschaffen wurde, ist ethisch ausgerichtet und gründet auf den modernen Wertbegriffen des Tier-, Natur- und Landschaftsschutzes. Dabei wird Wild und Landschaft als eine Einheit verstanden, in der funktionale Anforderungen der Zivilisation zwar berücksichtigt, aber auch kritisch gesehen werden. Aus der Vergangenheit wurden zeitlose Bräuche wie die Jägersprache oder das Jagdhornblasen übernommen und in angemessener Form weiterentwickelt.

Wo steht das Forum in unserer Zeit ?
In einer Zeit des materialistischen Denkens und des unbegrenzten Nutzenstrebens hat die Jagdkultur wie die allgemeine Kultur einen schweren Stand. Die gegenwärtige Tendenz, die Jagd zu einer rationalen und rein funktionell gesehenen Wildbestandsregulierung im Massenbetrieb abzuwerten, zerstört die auf Werte gegründete Achtung vor der Natur und dem Wildtier und lässt für eine geistige Verarbeitung des Jagderlebnisses keinen Raum. Das Forum steht gegen diese Entwicklung und tritt für die Erhaltung der traditionellen Jagdkultur und ihrer Werte als lebendiges Kulturerbe in einer der Zeit angemessenen Form ein.

Forum lebendige Jagdkultur e. V.
Dieter Stahmann – Vorsitzender
Krummackerweg 15, 46562 Voerde

Rottach-Egern, 27.04.2015

Albrecht und Sabine Linder

Alumni Fachgruppe Jagdwirte/innen

Revierverpachtungen

Bleifreier Büchsenschuss 13./14. März 2015 im Bildungshaus Stift Vorau

Die Alumni Fachgruppe Jagdwirte/innen hat am 13./14.03.2015 im Augustiner-Chorherrenstift Vorau in der Steiermark eine Tagung zum Thema „bleifreier Büchsenschuss“ abgehalten. Eingeladen hierzu und organisiert haben diese Veranstaltung die Jagdwirte Alexander Putz und Dr. Martin Siegmann, tatkräftig unterstützt von der Jagdwirtin Veronika Fessl.

Zunächst trafen sich die Teilnehmer zu einem Ballistik-Workshop mit Andre Schröder, Outdoor Marketing (Hornady, Savage, Leupold) auf dem Schießstand in Dreibach, wo der Seifenblockbeschuss mit bleifreier und bleihaltiger Munition demonstriert wurde.
Weiterer Höhepunkt der Veranstaltung waren die Vorträge der Fachleute im Fürstenzimmer des Bildungshauses Stift Vorau, das mit seinen barocken Wandbemalungen und die Begrüßung durch eine Parforcehorngruppe einen stimmungsvollen Rahmen und auch Kontrast zu den nachfolgenden Themen bildete.

Zum Auftakt sprach der erste Referent, Dr. Florian Krenkel, Berater im Landesverband Niederösterreich zum Thema „Blei in der Öffentlichkeit“. Er wies darauf hin, dass nicht zu sehr die Fakten in der Wahrnehmung der Öffentlichkeit eine Rolle spielen, sondern die Story, d. h. die Art der Darstellung wie man zu dem emotional aufgeladenen Thema die Öffentlichkeit gewinnt. Beste Argumente bringen nicht die Lösung, sondern die Big Pictures, die als Bildsprache Sympathien wecken sollen.

Diese Darstellung wurde ergänzt durch den zweiten Referenten, Landesjägermeister von Vorarlberg, Dr. Ernst Albrich, Facharzt für Innere Medizin und Kardiologe, der den Einfluss von Blei auf die Gesundheit am Beispiel naturwissenschaftlicher Untersuchungen erläuterte. Blei ist für den Körper nicht essentiell, wird nur schlecht abgebaut (Langzeitwirkung in den Knochen) und hat im Gegensatz zum Eisen, Kupfer und Zink toxische Wirkung: aber „Rückstände von bleihaltiger Munition im Wildbret sind eine Belastung, aber keine Vergiftung.“

Die Innenballistik von bleifreien und bleihaltigen Geschossen schilderte der dritte Referent, Büchsenmeister und Schießtrainer Norbert Steinhauser. Entscheidend für einen Umstieg auf bleifrei sei, dass man nicht nur das Geschoss für sich bewertet, sondern immer die Rasanz des Kalibers mit einbezieht, denn Lauflänge, Drallwinkel und Zustand des Laufes seien die maßgeblichen Parameter, mit denen sich Jäger und der Fachhandel auseinandersetzen müssten. Munitionshersteller hätten noch einige Arbeit zu leisten: Relevante Informationen auf Schussentfernung und Tötungswirkung der Patronenschachtel, die für die Umstellung auf bleifrei nötig seien.

Über die Tötungswirkung von bleihaltigen und bleifreien Geschossen unterrichtete der Wildbiologe, Dr. Karl Gremse. Dieses Thema sei im Hinblick auf hohe Schussentfernung und geringeres Gewicht der Geschosse von ausschlaggebender Bedeutung. Seine Erfahrungen mit bleifreier Munition bei den österreichischen Bundesforsten ließen den Schluss zu, in wenigen Jahren auf bleifrei umstellen zu können.

Der nächste Referent, Uni.-Doz. Dr. Armin Deutz, Amtstierarzt Murau, beeindruckte mit Hinweisen auf die Wirkung von Blei auf die Umwelt: Die Gesellschaft habe „Null“ Toleranz bei der Premiumqualität von Wildbret: Geschosssplitter im Wildbret seien nicht hinzunehmen und würden das medial hoch emotionale Thema nur belasten. Großzügiges Ausschneiden von Ein- und Ausschuss bei Verwendung bleihaltiger Munition könne aus wildbrethygienischer Sicht das Ernährungsrisiko nicht vollständig beseitigen.

Erfahrungen mit „Bleifrei“ in der Praxis schilderte Dr. Friedrich Völk von den österreichischen Bundesforsten. Bleifreie Büchsengeschoße könnten eine hervorragende Wirkung im Hinblick auf tierschutzgerechte Erlegung von Schalenwild aufzeigen, wie Praxistests in Deutschland und in ausgewählten ÖBf-Revieren bewiesen hätten. Das sei im Rahmen von diesen objektiv im Hinblick auf die Sicherheit im Jagdbetrieb und die gleichwertige Wirkung von bleifreien Geschossen dokumentiert worden. Aus fleischhygienischer Sicht seien für die Schalenwildjagd primär splitterfreie Deformationsgeschosse zu bevorzugen.

In der sich anschl. Podiumsdiskussion mit führenden Vertretern der Jägerschaft: Landesjägermeister Dr. Albrich, Präsidiumsmitglied der Lichtensteiner Jägerschaft JW Kurt Litscher, Heiko Hornung, Chefredakteur von „Wild und Hund“ sowie Wildbiologe Dr. Karl Gremse unter der Moderation von Dr. Friedrich Völk, bestand Einigkeit, dass die Funktionäre in engagierter Form auf die Bedeutung von bleifrei hinweisen müssten. Durch die Konsumenten müsse gegenüber den Herstellern von Geschoss und Büchse Druck erzeugt werden, um die an sich fachlich unstreitig gleichwertigen bleifreien Büchsengeschosse in den nächsten Jahren auf dem Markt zu etablieren.

Das Treffen fand seinen Abschluss in der Besichtigung des Reviers von Ing. Alexander Putz (JW) (Stift Vorau) unter Führung von Waldmeister DI Karl Reiß und OF. Ing. Walter Unterberger.

Rottach-Egern, 16.03.2014
Albrecht Linder


what has going wrong with our hybrids in germany?  

Veranstaltungsort: Landgasthof Hagenhoff Rothenberge 39 in D- 48493 Wettringen (bei Rheine / NRW >>> Osnabrück) 
Internet: http://www.landgasthof-hagenhoff.de 
Tel.: 02557-1228
Fax: 02557-1233
Tagungshotline: erfolgt bei Bestätigung der Anmeldung
Veranstalter: FORSTGUT - Johannismühle - Baruth / Mark (Brandenburg)
Schirmherren: Herr Ewald Kösters & Sohn 
Leitung: Frank Feimann Kemlitzer Hauptstr. 25 D- 15837 Baruth / Mark (OT-Kemlitz) Mobil: 0172 - 1567575 
Eintritt: Tageskasse 10,- € (kostenlos für: Auszubildende & Studenten & VIP`s)
AGB:  Der AGB Aushang unserer Privatveranstaltung erfolgt mit der Anmeldebestätigung und wird an der Tageskasse ausgelegt
Anmeldung: Bis 20.03.2015 - Die Anmeldung erfolgt nach Listeneingang an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! für max.: 450 Personen
Service:  Am Freitag den 27.03.2015 zum Spätnachmittag bieten wir im Tagungsort einen Vorab Info & Frageservice an.


Einladung herunterladen



Agenda: Freitag, den 27.03.2015 

15:00 Uhr - Pressekonferenz im Tagungsort (Wernher Gerhards)

16:00 Uhr - Frage & Infostunde (Wernher Gerhards + Frank Feimann)

19:00 Uhr - Biglounge (Magnus Hagelstam) geschlossene Gruppe mit Sondereinladung + Frank Feimann)



Agenda: Samstag, den 28.03.2015

09:00 Uhr - Begrüßung (Herr Ewald Kösters & Moderation: (Frank Feimann) [D]

09:15 Uhr - Wolfshistorie & Politik (Magnus Hagelstam) [FI] Krisenteam


10:15 Uhr - Koexistenz & Wolfsjagd (Prof.Valerius Geist) [Ca] Giants & Wolfsangriffe | Angst | 24hHotline  


10:45 Uhr - Pause Moderation: (Frank Feimann - BDB Berufsjäger) [D] 


11:00 Uhr - Lausitz Wölfe (Dipl.-Ing.Christian Lissina [D] Naturerbe & Wildtierzählung + Jagdwert 


11:30 Uhr - Morphologie & Taxonomie der Wölfe (Prof. Eirik Granqvist [FI] 


12:30 Uhr - Pause (Moderation: (Frank Feimann) [D] ) (Fa.... ) 


13:30 Uhr - Wolfsmonitoring (Wernher GERHARDS [D]) +schwarze Kinnspitzen+Scalp+24h Hotline (Clusterkarte+Karoluskreuz+Wolfsrufer) 


14:00 Uhr - Die Wolf DNA Lüge (Dr. Kaj Granlund) [FI]  Hybrids www.nanomatic.fi/hybrider.pdf  
mit Übersetzung in Deutsch 


15:30 Uhr - Wölfe in Rumänien (Dr. P.Schöller & Ministerium Rumänien [RO])  
mit Übersetzung in Deutsch  


15:30 Uhr - Kraniologische Schädelanalyse (Prof. Eirik Granqvist [FI] & W.GERHARDS [D] & [D]) 


16:00 Uhr - Wölfe in Russland (Dr. Politov Dmiry ) [Russ] Wolfsgenetik 
mit Übersetzung in Deutsch 


16:30 Uhr - gefährlicher Wolfsparasit (Prof. Jim Beers) [USA] 
mit Übersetzung in Deutsch  


17:00 Uhr - offene Diskussion (Moderation: (Frank Feimann) [D] 


18:00 Uhr - Schlusswort / Auswertung / Ausblick (Moderation: (Frank Feimann) [D] 


18:30 Uhr - BGS Schweißhunde (Daniel HABICH) [D] Welturaufführung von Standlaut & Totverbellen - ein innovativer Quantensprung in der Jagdhundeausbildung 


19:00 Uhr - Biglounge: (Magnus Hagelstam) [FI] geschlossene Gruppe mit Sondereinladung 


Stand: 03.Februar 2015 

Bildquellenangabe: Rudolpho Duba - www.pixelio.de  


Der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner will mit allen Mitteln die Schwarzwildbestände im Freistaat reduzieren - und dafür sogar das Waffengesetz 'knacken'. 

In einer heute abgegebenen Stellungnahme des Staatsministerium heißt es, dass sämtliche Erfahrungen im Einsatz mit Nachtzielgeräten (NZG) positiv seien. Über Jahre hinweg hätten Jäger in Modellgebieten die Restlichtverstärker getestet. Das Ergebnis: praxistauglich. Auch Innenminister Joachim Herrmann hielte die Verwendung für sinnvoll. Eindrucksvoll hätte das Landeskriminalamt mit Bildern die Vorzüge dieser Technologie belegt. Obendrein könnten schwere Jagdunfälle mit diesen Hilfsmitteln verhindert werden.

Allerdings ist der Einsatz derzeit sowohl waffenrechtlich, als auch jagdrechtlich untersagt, doch Brunner will auf Ausnahmeregelungen setzen.

Denn eine Gesetzesänderung strebe man nicht an. Herrmann und Brunner wollen sich gemeinsam für die waffenrechtliche Erlaubnis beim Bundeskriminalamt einsetzen.

Jagdrechtlich könne der Landwirtschaftsminister selbst die nötigen Voraussetzungen schaffen. Abschließend heißt es: 'Der Minister will dafür sorgen, dass diese Ausnahmeregelung ab Mai beim Schwarzwild angewendet werden kann.' Wie genau das Vorhaben umgesetzt werden soll, konnte das Staatsministerium noch nicht sagen. NZG-Interessierte werden aber vermutlich einen Antrag stellen müssen.

Weitere Informationen finden Sie auch auf www.nachtsichttechnik.info und unter diesem Link www.nachtsichttechnik.info/de/news/Bericht_Nachtzielgeraete_Bayern

Wolfgang Rick

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Nach der bestandenen Jägerprüfung stellt für viele Jungjäger die Frage, wie geht es denn jetzt weiter? 

Nicht jeder Jungjäger ist in einer Jägerfamilie groß geworden und bringt schon praktische Jagderfahrung mit. Nach dem Ablegen der Jägerprüfung geht für die meisten Jungjäger das praktische Lernen erst so richtig los.

Der Einstieg in das praktische Jagen ist ohne Referenzen oftmals nur schwer möglich. „Lehrprinzen“,  die sich die Zeit für eine intensive praktische Ausbildung nehmen, sind auch nicht immer leicht zu finden. 

Vielen Revierinhabern mangelt es an der Zeit oder der Motivation, sich als „Lehrprinz“ einem Jungjäger anzunehmen und diesen in die praktische Jagd einzulernen. Oftmals sind auch die Reviere schlichtweg zu klein, um einem oder gar mehreren Jungjägern die Möglichkeit zu bieten, in den ersten Jahren genügend Abschüsse zu tätigen, um die notwendige Schussroutine zu erlangen und weitere wichtige Jagderfahrungen zu sammeln.

Manchem Jungjäger mangelt es auch an jagdlichen Kontakten, sie haben keine Möglichkeit erste Erfahrungen im praktischen Jagen erwerben zu können.

Der Jagdverein Lehrprinz e.V. in Kooperation mit DEUTSCHES JAGDPORTAL bietet dem Jungjäger nach bestandener Jägerprüfung verschiedene Seminare zum Thema „Praktische Jungjägerausbildung nach der Jägerprüfung” an. 

Jungjäger-Schnupperkurs

Inhalt: Revierbesichtigung, Jagdführung, Hilfe beim Aufbrechen und Bergen. Morgen- und Abendansitze mit der Freigabe von beliebig vielen Jährlingsböcken. Vorstellung des Jagdvereins und dessen Ausbildungsziele, gemütliches Beisammensein.

Kosten: 199,00 € inkl. 19% MwSt. (Im Preis nicht enthalten sind Übernachtung und Verpflegung!)

Bei Buchung erhalten Sie von uns eine Bestätigung mit Übernachtungsempfehlungen und weitere detaillierte Informationen zum Ablauf des Seminares. Bei Fragen stehen wir Ihnen vorab auch gerne telefonisch zur Verfügung.

Termin: 02./03. Mai 2015 und 16./17. Mai 2015 

Teilnehmerzahl: max. 8 Teilnehmer

Referent: Stefan Fügner

Veranstaltungsort: Niederwild-Lehrrevier DEUTSCHES JAGDPORTAL im Raum Nürnberg/Fürth 

Anmeldung / Buchung:

Die Anmeldung zu einem der Seminare können Sie ganz bequem über den Kauf eines „Seminar-Tickets“ im Marktplatz von DEUTSCHES JAGDPORTAL vornehmen.

Hier gelangen Sie direkt zur Buchung!

Hier zur Seminarbeschreibung! 

Aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahl ist eine vollständige Rückerstattung der Anmeldegebühr nur bei schriftlichen Stornierung 4 Wochen vor dem Seminartermin möglich.  


DEUTSCHES JAGDPORTAL 
K & F Jagdportal – Kern und Fügner GbR

Industriestraße 21
D-71706 Markgröningen
Umsatzsteuer-Identifikationsnummer gem. § 27a UStG: DE295530888

Tel.: 0049 (0) 7147 / 2754 - 29
Fax: 0049 (0) 7147 / 2754 – 248
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Ihre Ansprechpartner: 

Stefan Fügner
Inhaber K & F Jagdportal – Kern und Fügner GbR

Tel.: 0049 (0) 33458 64247 / Mobil: 0049 (0) 178 6141856
Email: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 


Waidmannsheil mit besten Grüßen

DEUTSCHES JAGDPORTAL

Stefan Fügner
Geschäftsführer 

Mit freundlicher Genehmigung des Autors, Herr Prof. Dr. Werner Beutelmeyer. Dieser Beitrag wurde in der aktuellen Ausgabe von WAIDWERK veröffentlicht. 

Wir danken Herrn Prof. Dr. Werner Beutelmeyer für den interessanten Artikel und wir danken WEIDWERK, Österreichs auflagenstärkstem Jagdmagazin, dass wir die Information teilen dürfen.  

Die Entfremdung zwischen Jägern und urbaner Gesellschaft ist unübersehbar. Der moderne Städter hat so seine Zweifel an der Jagd und besonders an den Jägern. Die Haltung: „Die Natur regelt sich selbst“ nimmt immer mehr zu und wird zum Warnruf an die Jagd.

 Begehungsschein Prof. Dr. Werner Beutelmeyer
market Institut für Markt-, Meinungs- und Mediaforschung, Linz

Auf der anderen Seite gelingt es den Jägern immer weniger, ihr Tun glaubwürdig zu erklären. Das „Warum braucht es die Jagd?“ ist schwer zu vermitteln. Einerseits herrscht bestenfalls blanke Ahnungslosigkeit beim Städter, wenn es um das Thema Jagd geht, vielfach weicht jedoch das Wissensvakuum massiven Vorurteilen. Und zum anderen hat der Absender Jäger ein gravierendes Glaubwürdigkeitsproblem.

Offenbar gelingt es den Jägern immer weniger, ihr Tun glaubwürdig zu erklären

Begehungsschein 

Zu viele Pannen sind in der Vergangenheit passiert, und meistens war das Krisenmanagement eher schlecht. So mancher Weidmann sieht die heranziehenden Gewitterwolken aber noch nicht, denn der Veränderungsdruck bzw. das Veränderungstempo in Sachen Einstellung zur Jagd ist unterschiedlich. Dort, wo es ländlich zugeht, ist das Tempo der Veränderung deutlich niedriger. So sehen „nur“ 69 % der steirischen Berufsjäger Veränderungen bei der Jagd, dieser Wert liegt bei den Berufsjägern im gesamten Österreich höher (81 %) und unter deutschen Berufsjägern bereits signifikant höher (94 %). 

Woher weht der Wind?

Entscheidend ist, woher der Wind weht. Und der kalte Wind, den die Jagd derzeit spürt, kommt aus dem städtischen Bereich. Dieser Städter oder der „urbane Moderne“ wird auch immer mehr zum Freizeitkonkurrenten des Jägers. Es entsteht ein Wettbewerb um die Natur sowie um deren Nutzung in der Freizeit. Die Natur ist dem Städter heilig. Die Werteforschung belegt, wie sehr es eine Renaisance der Natur gibt. Allerdings kennt sich der urbane Moderne nicht mehr so recht aus in der Natur. Sein romantisierender Blick in den Wald ist ein verklärter. Er liebt die Natur, das Wissen über die Zusammenhänge fehlt aber nahezu völlig. 

Begehungsschein
Während „nur“ 69 % der steirischen Berufsjäger Veränderungen bei der Jagd erkennen, liegt der Prozentsatz bei den gesamtösterreichischen Berufsjägern bei 81 %, bei den deutschen Berufsjägern sogar bei 94 %

An praktischer Erfahrung mangelt es ebenfalls weitgehend. Naturschutz gewinnt an Bedeutung und an Glaubwürdigkeit sowie an Spendenvolumen. Naturverbände sind auf dem Vormarsch, und die Jagd befindet sich auf dem Rückzug. Der Jagd ist es nicht gelungen, ihre Naturkompetenz zu vermitteln. Mit anderen Worten: Wenn es um unsere Natur geht, verlässt sich der urbane Moderne nicht auf die Aussagen der Jagd, sondern vertraut eher dem Naturschutz. Noch etwas zeichnet den urbanen Modernen aus: Er ist eine handwerkliche Niete oder, positiver formuliert, ein „Theoretiker“. Dies drückt sich unter anderem auch beim Kochen aus. Fertigprodukte, Zwischendurch-Mahlzeiten und eine „Veganisierung“ der Geistes haltung werden typisch. Mit Fleisch kann er bestenfalls etwas in faschierter Form für die Pasta anfangen, eine Nuss oder ein Karree löst ein gerüttelt Maß an Un sicherheit aus. Nein zu rohem Fleisch und besonders Nein zu Wildfleisch. Damit ist der Weg zur Haltung „Die Natur regelt sich selbst“ geebnet. Und die Jagd beschäftigt sich mit sich selbst, macht rote und grüne Punkte auf Trophäen und beschwert sich über neue Beutegreifer, wie Luchs, Wolf und Bär. Häufig wird die Tradition beschwört. Doch auch die Nachtwächter hatten als Berufsstand vor über hundert Jahren noch Tradition, inzwischen existieren sie nicht mehr. Denn Tradition schützt vor Veränderung nicht. Und den Jägern soll es nicht wie den Nachtwächtern ergehen. Und das Hoffen auf Verbündete, wie die Politik, wird ebenfalls nichts bringen. Denn die „hohe“ Politik wird sich mit den Jägern nicht „anpatzen“ und scheibchenweise die Demontage der Jagd im Sinne des gesellschaftlichen Mainstreams betreiben. Was dabei für die Jagd herauskommt, lässt sich trefflich in den Niederlanden (weitgehende Jagdeinschränkungen) studieren. 

 

Herausforderungen der Jagd

Leo Tuor ist Jäger und rätoromanischer Romanautor in Graubünden. In seiner Jagd-Erzählung „Cavrein“ schreibt er über den Wandel: Der Steinbock: Es gab Jahrhunderte, in denen er böse war und die Menschen in die Abgründe hinunterstieß, und wer einen Steinbock tötete, war ein großer Held. Wer heute einen Steinbock nicht am richtigen Ort, zur richtigen Zeit und im richtigen Alter tötet, ist ein großer Schuft.

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Der Wandel macht auch vor den Jägern selbst nicht halt. Die Aussagen der österreichischen Berufsjäger über die Jagd zeigen ein zunehmendes Spannungsfeld auf. Der Lebensraum für Wildtiere wird eingeschränkter. Die Herausforderungen der Jagd nehmen zu, und gleichzeitig lässt die Professionalität der „modernen“ Jäger nach. Für die Jagd ist der Megatrend des „Verlusts an handwerklichen Fertigkeiten“ wohl die stärkste Zukunftsherausforderung neben der Verbesserung der Dialogfähigkeit mit der Öffentlichkeit.

 


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Grafiken market Institut (Basis: Berufsjäger in Österreich)       

 

Waidmannsheil mit besten Grüßen

DEUTSCHES JAGDPORTAL

Stefan Fügner
Geschäftsführer

Angebote Revier


Waidmannsheil mit besten Grüßen

Stefan Fügner, Rainer Kern, Manuela Kern, Gabi Walter 

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