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Anfang Februar beginnt für die Jagdpresse die "saure Gurken Zeit". Die großen Jagden sind vorbei und bis zur  Bockjagd ist es noch ein wenig Zeit.

Da habe ich ein wenig in meiner historischen Wafffenkammer gekramt und habe eine sehr interessante Waffe gefunden, die ich heute  noch benutze und die durch ihre besondere Funktion immer wieder für Aufsehen sorgt. Im Zeitalter von Nachtsichtgeräten, Plastiklochschäften und Zielvorsatzgeräten ist einmal Zeit, eine Diskussion über die Waffen unserer längst verstorbenen jagdlichen Vorfahren anzuschieben. Auch wenn für Jungjäger das Fach Jagdhistorie nicht prüfungsrelevant ist, so ist es doch auch für sie mal ein interessanter Exkurs. 

Der Wolf streift wieder häufiger durch Bayern

Die Stellung des Kammerstengel ermöglicht  2 Funktionen: Kammerstengel nach unten: Einzelschuss,  Kammerstengel nach oben: Halbautomat

Hier die wichtigsten Daten:

Sie ist nun fast 100 Jahre alt und trägt auf dem Schloss den Schriftzug "Waffenfabrik Walther Zella Mehlis/Thür.   

Das Kaliber ist in 22 lfB (lang für Büchsen)

Durch die Stellung des Kammerstrengels  werden  Einzelschüsse (nach unten gekippt) abgegeben. Aber die Waffe kann auch als Halbautomat benutzt werden, indem der Kammerstengel nach oben gekippt wird. Der Rückstoß sorgt für den Einzug der nächsten Patrone.

Zum Laden dient ein kleines Magazin, das von unten eingeschoben wird und 5 Patronen fasst.

Der Wolf streift wieder häufiger durch Bayern

 "Waffenfabrik Walther Zella Mehlis/Thür." ist eingraviert

Zur Waffe selbst: Da der Besitz von Waffen, auch Jagdwaffen, mit der Kapitulation der Wehrmacht ab dem 8.Mai 1945 streng verboten war und bei den Besatzungsmächten abzugeben waren, wurden viele dieser Waffen durch die Besatzungsmächte zerstört. Zuwiderhandlungen wurden mit der standrechtlichen Erschießung geahndet und es gehörte seitens der Jäger viel Mut dazu, sich dieser Anordnung zu widersetzen. Mein Onkel und seine Jagdkameraden aber waren so mutig und vergruben ihre Jagdwaffen nach vorheriger Konservierung. Dazu wurden die Waffen eingeölt, in Ölpapier eingewickellt in jede einzeln in Betonrohre gelegt, die Enden des Betonrohres zugemörtelt und das Betonrohr in einer Güllegrube versenkt. Mein Onkel war zudem nicht im Fronteinsatz und hatte beim Anrücken der Allierten genügend Zeit, die Waffen diesem aufwendigen Konservierungsverfahren zu unterziehen und konnte sie somit der Zerstörung durch die allierten Streitkräfte entziehen. Ganz ohne Folgen blieb das Einlagern in der Güllegrube nicht. In den Jahren der Einlagerung bildete sich Kondenswasser in den Betonrohren, das sich an den Waffen ablagerte und es kam zu Rostfrass, der sich an den Metallflächen für immer und ewig als Narben abzeichnete. Diese Rostnarben verleiht allen diesen Vorkriegswaffen aber auch eine eigene Patina.

Munition: Wie es sich gehört, verfüge ich über eine große Menge der passenden Munition aus dieser Zeit. Ein Foto dieser schon historischen Munitionsschachtel habe ich durch ein Foto dokumentiert. Die große Munitionsmenge zeigt, dass die Waffe keine jagdliche Funktion hatte. 

Der Wolf streift wieder häufiger durch Bayern

 Die Munitionsbestände in 22 lbB reichen für mehrer Jägerleben

Funktion: Nun weiß jeder, der mich kennt, dass ich kein Waffennarr bin und mich Waffen, wenn überhaupt, nur aus der historischen Perspektive interessieren. Und nun meine Frage an alle historisch interessierten Jäger:

In welcher Funktion diente das abgebildete Gewehr und wer benötigte diese große Menge an Munition? 

Wer es weiß, der schreibt es einfach in die Kommetarzeile. Wer es nicht weiß, der fragt einfach alte Jäger, die mit solchen Waffen noch geschossen haben.

Ich wünsche Euch eine ruhige jagdlose Zeit. 

 

waidmannsheil 

 

Euer

 

Stefan Fügner

 

https://www.jagdverein-lehrprinz.de/

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 Der Wolf streift wieder häufiger durch Bayern

 

 

 

  

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