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Wie man anderswo in der EU Wölfe jagt

30.03.2021Wölfe sind in der EU eine streng geschützte Tierart. Wolfsfans, manche staatlichen Stellen und Tierschutzorganisationen, die den Wolf als sprudelnde Geldquelle nutzen, behaupten, dass EU-Recht die Bejagung des Wolfes bzw. die begründete Entnahme von Einzeltieren grundsätzlich verbiete. Diese Behauptung ist aber faktenfern, wie eine empirische Betrachtung der Realitäten innerhalb der EU verdeutlicht.

Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union mit zum Teil deutlich weniger Wölfen als Deutschland managen aktiv ihre Bestände. Das zeigen eine Zusammenstellung des Dachverbands der europäischen Jagdorganisationen (FACE) in Brüssel sowie eigene Recherchen in den EU-Mitgliedsstaaten. Benutzt wird dafür unter anderem das Instrument der „Derogation“, also der teilweisen Aufhebung des generellen Wolfsschutzes durch eine begründete Ausnahmegenehmigung.

In Bulgarien gehört der Wolf zum jagdbaren Wild und kann ohne Abschussplan ganzjährig bejagt werden. Eine Schonzeit von April bis Juni ist derzeit in der Diskussion. In Estland gibt es 20 bis 30 Rudel, und es gilt eine Jagdzeit von November bis Ende Februar. Wie die anderen beiden baltischen Staaten hat Estland offenbar beim EU-Beitritt einen Vorbehalt angemeldet.

In Finnland unterscheidet man zwischen Gebieten, in denen Rentiere gehalten werden, und dem übrigen Finnland. Reißen die Wölfe Rentiere, werden Abschüsse genehmigt. Zwischen 2011 und 2020 wurden 127 Grauhunde in den Rentiergebieten, vor allem in Lappland, und 108 im restlichen Finnland erlegt. Außerdem genehmigte die Polizei 55 Abschüsse oder führte sie selbst durch, zum Beispiel im Fall von angefahrenen Wölfen oder von Tieren, die die Sicherheit gefährden. In den Jahren 2015 und 2016 wurden auf Versuchsbasis sogenannte Managementjagden durchgeführt und 17 bzw. 42 Wölfe erlegt. Die finnische Regierung erstellt derzeit einen Plan zum Wolfsmanagement.   (weiterlesen)

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