Deutsches Jagdportal Jagdnachrichten

Analyse genetischer Proben: Wölfe breiten sich in Deutschland sprunghaft aus

Von Sascha Zoske

16.04.2021 Genetische Untersuchungen der Frankfurter Senckenberg-Gesellschaft zeigen, wie rasch der Wolf in Deutschland neue Territorien erobert hat. Einige Erkenntnisse der Forscher dürften Ängstliche beruhigen.

In Deutschland haben sich Wölfe seit der Jahrtausendwende auf die gleiche Weise ausgebreitet wie in menschenleeren Regionen Skandinaviens und Nordamerikas. Dies zeigt eine Studie, an der Forscher der Frankfurter Senckenberg-Gesellschaft beteiligt waren. Um zu rekonstruieren, wie die Wölfe neue Lebensräume eroberten, wurden gut 1300 genetische Proben analysiert.

Von der Lausitz ausgehend, haben sich die Tiere nach zuerst langsamer lokaler Vermehrung sprunghaft über weite Distanzen ausgebreitet und so innerhalb weniger Jahre neue Gebiete wie die Lüneburger Heide erobert – trotz der dichten Besiedlung in Deutschland. Die genetische Vielfalt in den neuen Wolfspopulationen war zunächst gering. Dennoch kam es nur sehr selten zu Inzucht oder zu Paarungen mit Haushunden: Die Forscher fanden lediglich Hinweise auf einen einzigen Hybriden. Nach ihrer Ansicht könnten Wölfe weite Teile Deutschlands besiedeln. Trotzdem würden sie immer seltene Wildtiere bleiben, meint Anne Jarausch, Hauptautorin der Studie.

„Die allermeisten werden nie einen Wolf in freier Wildbahn sehen“ (weiterlesen)

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Wildrettung - Rechtsfragen zur Kitzrettung: Das sollten Landwirte beachten

Katrin Fischer

16.04.2021Jedes Jahr werden Rehkitze im Frühjahr bei Mäharbeiten verletzt oder getötet, da sie von den Ricken in Wiesen und Futteranbauflächen abgelegt werden und sich bei Gefahr des anrückenden Mähwerks instinktiv ducken. Damit fallen die Rehkitze den Mäharbeiten zum Opfer, wenn sie nicht rechtzeitig entdeckt werden. Was ist Ihre Aufgabe als Landwirt, um Rehkitze zu schützen? Der Bayerische Jagdverband gibt rechtliche Hinweise.

Ab dem 19. März 2021 können eingetragene Vereine, zu deren satzungsgemäßen Aufgaben die Pflege und Förderung des Jagdwesens sowie des Tier-, Natur- und Landschaftsschutzes oder die Rettung von Wildtieren gehören, Fördermittel für die Anschaffung von Drohnen mit Wärmebildkameras bei der BLE beantragen.

Insgesamt stellt das Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) drei Millionen Euro zur Verfügung, um die Anschaffung von geeigneten Drohnen zu unterstützen, mit denen zeitsparend und effektiv Grünland- und Ackerfutterflächen vor der Mahd insbesondere nach Rehkitzen abgesucht werden können, um sie vor dem Mähtod zu retten und so zum Tierschutz beizutragen. (weiterlesen)

Foto: Deutsche Wildtier Stiftung

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Afrikanische Schweinepest - ASP: Polen intensiviert Wildschweinjagd

In der unmittelbar an Brandenburg und Sachsen angrenzenden polnischen Woiwodschaf Lebuser Land sollen bis Jahresende mehr als 16.000 Wildschweine erlegt werden.

16.4.2021 Die in Brandenburg und Sachsen seit sieben Monaten grassierende Afrikanische Schweinepest (ASP) wurde von infizierten Schwarzkitteln aus Polen eingeschleppt. Das haben virologische Untersuchungen des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) eindeutig belegt. Um den Wildschweinedruck und damit die Infektionsgefahr zu mindern, hat die an Brandenburg und Sachsen unmittelbar angrenzende polnische Woiwodschaft (Verwaltungsbezirk) Lebuser Land (Lubuskie) angekündigt, Wildschweine ab sofort intensiver zu bejagen.

Bis zum Jahresende sollen mehr als 16.000 Schwarzkittel zur Strecke gebracht werden. So steht es in einer entsprechenden Verordnung, die der Regierungsvertreter Władysław Dajczak vor wenigen Tagen veröffentlichen ließ. Auf 15 Seiten ist genau aufgeschlüsselt, wie viele Tiere in jedem Jagdrevier zu erlegen sind. Die genauen Zahlen ergeben sich aus der Höhe der Abschussprämien, die die Woiwodschaft dafür zur Verfügung stellt, berichtet die Märkische Oderzeitung.

Ziel: Schutz der Hausschweinebestände   (weiterlesen)

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Waffenbesitz: Mit Salamitaktik zur Totalentwaffnung?

VON: Benedikt Krainz

16.4.2021 In Deutschland mahlen die Mühlen langsam, sehr langsam. Der Staatsapparat ist träge, der Grad an Überregulierung und Bürokratisierung extrem hoch. Digitalisierung findet hauptsächlich in Sonntagsreden statt, aber kaum in der Verwaltung oder den Schulen. Man versenkt zig Millionen Euro in einer Datenbank wie dem “Nationale Waffenregister”, um darin den kompletten Werdegang jeder registrieren Schusswaffe und wesentlicher Schusswaffenteile inklusive des Besitzers zu dokumentieren. Aber man ist nicht in der Lage, dieses Werkzeug zu nutzen um einfach mal zu prüfen, ob ein extrem auffälliger Mensch wie der Attentäter von Hanau vielleicht als Waffenbesitzer registriert ist.

Schnell geht in Deutschland nur, wenn es darum geht, Bürger- und Freiheitsrechte noch weiter einzuschränken oder gleich ganz zu kassieren. Dann kann die Ministerialbürokratie ein Tempo an den Tag legen, dass man nur so staunt. Besonders eifrig ist, wieder einmal, das BMI. Nachdem schon bei der Umsetzung der EU-Feuerwaffenrichtlinie in nationales Recht massiv an der Verschärfungsschraube und damit weit über die EU-Vorgaben hinaus gedreht wurde, legt man nun kräftig nach. Noch mehr Überregulierung, noch mehr Bürokratie, noch langsamer mahlende Mühlen. Der träge Staatsapparat soll, so könnte man meinen, wohl komplett zu Stillstand kommen. (weiterlesen)

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Jagdzeit Podcast: Vivien Traxler - T-Bone statt Tofu

Vivien ist junge Jägerin und Falknerin, arbeitet ehrenamtlich auf einer Greifvogelstation in der Pfalz. Sie hat eine Weile vegan gelebt, wirkt äußerlich nicht eben wie jemand, der ein so traditionelles und konservatives Handwerk wie die Jagd ausübt. Ohne jagdlichen Hintergrund in der Familie kam sie über das Thema Fleischkonsum zum Grünen Abitur. Anfänglich extrem kritisch und auch skeptisch, hat sie alles hinterfragt – und ist zu der Überzeugung gekommen, dass die Entscheidung, selbst zu jagen, eine der besten ihres Lebens ist.  (weiterlesen)


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Wer später mäht, lässt Wildtiere leben

Rehkitzretter finden durchschnittlich 12 Kitze auf 100 Hektar Grünland

Ehrenamtlichen und professionellen Kitzretter-Teams gelingt es inzwischen immer besser, Rehkitze vor dem Tod durch Mähmaschinen zu bewahren. Unterstützt werden sie dabei von mit Wärmebildkameras ausgestatteten Drohnen. Doch immer noch sind unzählige junge Feldhasen und am Boden brütende Vogelarten vom Mähtod bedroht.

14.4.2021 Der Tod auf der Wiese kommt mit scharfen Klingen und 600 PS: Wenn jetzt im Frühjahr die Wiesen das erste Mal gemäht werden, sind in Deutschland unzählige Rehkitze, junge Feldhasen und am Boden brütende Vogelarten vom Mähtod bedroht. „Wir schätzen, dass allein etwa 100.000 Rehkitze Jahr für Jahr vom Mähtod betroffen sind", sagt Dr. Andreas Kinser, stellvertretender Leiter Natur- und Artenschutz der Deutschen Wildtier Stiftung. Dass diese Zahl nicht aus der Luft gegriffen ist, untermauern jetzt Zahlen, die viele verschiedene Kitzretter-Teams im vergangenen Jahr an die Deutsche Wildtier Stiftung gemeldet haben: „Im Durchschnitt haben die vielen Ehrenamtlichen je 100 Hektar abgesuchter Grünlandfläche 12 Rehkitze gerettet“, so Kinser weiter.   (weiterlesen)

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Jagd Dreispross VLOG #12

Weidmannsheil liebe Jagd- und Naturfreunde. Willkommen zum VLog #12. Es geht um die Monate Januar, Februar und März 2021.
Während Covid die Menschenwelt nahezu zum Stillstand bringt, läuft die Jahreszeitenuhr und der Fortgang in der Natur weiter seinen Weg. Die Bewegungsjagden wurden abgesagt oder sehr reduziert durchgeführt. Das werden wir im folgenden Jagdjahr merken. Mit mehr Anblick und Beute beim Ansitz und der Pirsch. Ich fürchte allerdings auch am größeren Wildschaden bei den Feldfrüchten. Ein Highlight waren Schneefälle am Jahresanfang. Eigentlich ganz normal, dass der Winter kalt und schneereich ist und so seinen Beitrag in der Regulation der Natur übernimmt. So haben die Neusiedler im Heimatrevier, die Nutria, die teils zweistelligen Minusgrade schwer ausgehalten. Selbst ein adultes Weibchen (Mäzen) ist erfroren, weil die Baueingänge durch Schnee und Eis verschlossen waren.

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FDP: Jagd in Afrika zu verbieten ist weltfremd und arrogant

14.4.2021 Die Bundestagsfraktion der Freien Demokratischen Partei hat sich auf Anfrage zum Thema nachhaltige Jagd in Afrika geäußert.

Das Einkommen von Entwicklungsländern stamme auch aus jagdlichen Aktivitäten. Deshalb stellt die FDP fest: „Die Jagd dient somit auch der lokalen Bevölkerung, um ihre Felder z.B. vor Elefanten zu schützen. Jagd in Afrika zu verbieten ist ein völlig weltfremder Gedanke aus einem städtischen Europa.“

Man müsse kein Freund der Trophäenjagd sein. Wenn es aber Jagdtouristen gäbe, die für die Nutzung der Natur bezahlten und es der Natur nicht schade, dann sollte man den Eigentümern nicht ihre Einnahmequellen wegnehmen. „Das wäre arrogant“, schließt die Freie Demokratische Partei ihre Stellungnahme. (weiterlesen)

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Konjunkturhilfen für Forstwirtschaft: Meister des Lobbyismus

Die Forstwirtschaft hat es verstanden, ihre Pläne der Landwirtschaftsministerin als „nachhaltig“ unterzujubeln. Auf der Strecke bleibt die Ökologie.

Angeblich klamm, doch eher heimlich haben die Lobbyisten der Forstwirtschaft es im Lockdown geschafft: Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) schanzt ihnen 500 Millionen Euro „Nachhaltigkeitsprämie“ aus den Konjunkturhilfen zu. Ein paar Hundert Großwaldbesitzer mit Tausend bis mehreren Zehntausend Hektar und die 1,8 Millionen Kleinwaldbesitzer mit 1, 5 oder 12 Hektar Wald erhalten ab sofort 100 Euro pro Hektar. Sie müssen keine Dürre- oder Coronaschäden nachweisen, müssen auch keinen einzigen Laubbaum sähen oder die biologische Vielfalt in ihrem Wald fördern. Sie müssen nur ihren Forst bis September 2021 nach den Kriterien des von Forst- und Sägemühlenbesitzern gelenkten Verbands PEFC oder der Organisationen FSC und Naturland zertifizieren lassen.

Klöckners „Nachhaltigkeitsprämie“ ist nichts anderes als die Abwrackprämie, mit der die Bundesregierung vor ein paar Jahren die am Diesel- und Ottomotor hängende Autoindustrie subventionierte. Damit verzögerte dieselbe Bundeskanzlerin wie heute die Ausrichtung auf eine umweltverträgliche Mobilität. Das rächt sich – die deutschen Autokonzerne haben keine wettbewerbsfähigen klimaverträglichen Autos entwickelt und deshalb vergangene Woche mal wieder 3 Milliarden Euro aus der Steuerkasse für den Strukturwandel erhalten. Ein derartiges Meisterstück des Lobbyismus haben die Waldeigentümer nun auch geschafft – sie bekommen Geld und bewahren die Forstwirtschaft vor dem Strukturwandel in Zeiten der Erderwärmung. (weiterlesen)

 

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PRESSEMITTEILUNG: Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Landesverband Brandenburg e. V. - Dringender Appell der SDW zur Zukunft des Landesforstbetriebes

14.04.2021 Waldschutzverband fordert intensive gesellschaftliche Debatte zu Zielsetzungen im brandenburgischen Landeswald.

Beyer: „Es handelt sich schlichtweg um den Wald der Brandenburgerinnen und Brandenburger. Wir fordern eine intensive Debatte zu den Zielen im Landeswald und zu der notwendigen Neuaufstellung des Landesforstbetriebs“

Zur heutigen Befassung des Ausschusses für Landwirtschaft, Umwelt und Klimaschutz mit den Ergebnissen der Evaluierung des „Landesbetriebes Forst Brandenburg“, erklärt der Vorsitzende der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Brandenburg, Gregor Beyer: „Es ist schon ein überaus ambitioniertes Vorhaben, sich innerhalb von weniger als 24 Stunden mit einem 238 Seiten umfassenden Bericht zu beschäftigen. Gleichwohl macht eine erste Lektüre überdeutlich, dass die offenbar vielfältig vorhandenen Probleme auf der Ebene des Landesforstbetriebes einer intensiven Befassung dürfen.  (weiterlesen)

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