Deutsches Jagdportal Jagdnachrichten

Passen Biogas und Biodiversität zusammen?

Bunte Pflanzenvielfalt statt MaisBiogasanlagen müssen nicht zwangsläufig Mais vergären. Es gibt Alternativen. Die ökologisch wertvollste ist die Nutzung mehrjähriger heimischer Wild- und Kulturpflanzenmischungen.

Biogas und Artenvielfalt – passt das zusammen?
Diese Frage würden viele Menschen spontan wahrscheinlich mit einem klaren „Nein“ beantworten. Denn in den meisten Köpfen hängt die Biogasproduktion untrennbar mit dem Anbau ökologisch wenig wertiger Monokulturen zusammen, man denke nur an den omnipräsenten Begriff der „Vermaisung“ der Landschaft. Wenn man in Betracht zieht, dass auf rund einer Million Hektar in Deutschland Mais für die Biomasseproduktion angebaut wird, scheint diese Annahme durchaus gerechtfertigt.

Doch die Bereitstellung von erneuerbarer Energie durch Biogasanlagen muss nicht zwangsläufig durch intensive Monokulturen erfolgen. Es gibt inzwischen zahlreiche Alternativen. Die ökologisch wertvollste Art der Biomasseproduktion eröffnet dabei die Nutzung mehrjähriger heimischer Wild- und Kulturpflanzenmischungen. Diese Mischungen liefern nicht nur einen ordentlichen Biomasseertrag, sondern sie haben gegenüber herkömmlichen Kulturen auch unzählige ökologische Vorteile. (weiterlesen)

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Wildtiere und Wälder in Deutschland: Schluss mit Bambi

Wer einen klimastabilen Mischwald fordert, muss auch den Bestand an Schalenwild verringern. Höchste Zeit für mehr Rotwild auf dem Sommergrill.

Als im Herbst 2019 Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner auf dem Waldgipfel satte 800 Millionen Euro für die Aufforstung ankündigte, war das öffentliche Echo groß. Ja, so stellte man sich ein Waldpaket vor! In der Freude ging ein anderer Satz der Ministerin fast unter: Sie wolle, dass es künftig eine zielgerichtete und stringentere Jagd gebe, sagte Klöckner. Ziel: Der schöne 800-Millionen-Euro-Wald soll nicht ruck, zuck von Rehen und Rotwild aufgefressen werden. Wie gut, dass laut Koalitionsvertrag ohnehin das Bundesjagdgesetz novelliert werden sollte.

Nach wochenlangen Debatten zwischen den Ministerien kursiert nun ein Entwurf dieser Novelle. Doch das genannte Ziel ist nach diesem Entwurf sauber verfehlt worden. Das ist keine Petitesse: Wer einen klimastabilen Mischwald will, muss den Bestand an Schalenwild – vor allem Reh- und Rotwild – in vielen Regionen Deutschlands drastisch verringern. Und das heißt nicht nur, aber vor allem: sehr viel mehr Jagd. (weiterlesen)

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SVLFG: Schalldämpfer sind kein Ersatz für Gehörschutz

Viele Jäger glauben, dass Schalldämpfer einen Gehörschutz überflüssig machen. Die SVLFG hat dazu nun Versuchsmessungen erhoben.Lange wurde dafür gekämpft, seit kurzem dürfen nun Jäger in ganz Deutschland ohne Ausnahmegenehmigung und Voreintrag Schalldämpfer erwerben. Nun veröffentlichte die Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau (SVLFG) eine Untersuchung zum Spitzenschalldruckpegel am Ohr des Schützen. Dabei wurden verschiedene Vergleichsmessungen mit und ohne Schalldämpfer durchgeführt (hier finden Sie den Bericht).

Wie die SVLFG berichtet, sei ohne Schalldämpfer ein Spitzenschalldruckpegel im Mittelwert zwischen 146,3 dB und 165,1 dB und mit Schalldämpfer ein Mittelwert von 135 dB und 148,3 dB gemessen worden. Die Sozialversicherung führt weiter aus, dass der festgelegte Grenzwert bei 137 dB liegt und der „bloße Einsatz eines Schalldämpfers in den meisten Fällen nicht ausreichend“ ist.

Kritik vom Schalldämpfer-Experten    (weiterlesen)

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Jäger gegen Blei - „Ein Umstieg ist überall möglich“

Die Vorsitzende des Ökologischen Jagdverbands, Elisabeth Emmert, im Gespräch über die Gefahren von Bleimunition

Empörung, Kopfschütteln und Rätselraten: So lassen sich die Reaktionen unter Naturschützern und ökologisch orientierten Jägern auf die Blockade eines europaweiten Verbots von Bleimunition bei der Jagd in Feuchtgebieten durch Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner zusammenfassen. Empörung, weil durch die Blockade die Gefahr besteht, dass nun weiter eine Million Wasservögel in jedem Jahr qualvoll an den Überresten von Bleischrot in den Gewässern sterben. Kopfschütteln, weil das Klöckner-​Ministerium sein Eintreten gegen ein Verbot mit wissenschaftlich als überholt geltenden Thesen begründet. Und Rätselraten gab es schließlich über die wirklichen Motive hinter der Blockade.

Zur Erinnerung: Ein europaweites Bleiverbot bei der Jagd in Feuchtgebieten war in der vergangenen Woche gescheitert, weil Deutschland sich auf Druck des Klöckner-​Ministeriums im zuständigen EU-​Ausschuss der Stimme enthalten muss. Alle Hintergründe dazu hier. Unser Kommentar zum Thema hier.

Was sagen ökologisch orientierte Jägerinnen und Jäger zu den Argumenten des Landwirtschaftsministeriums und wie schwierig ist der Umstieg auf eine bleifreie Jagd? Diese und weitere Fragen haben wir im Gespräch mit Elisabeth Emmert erörtert, der Vorsitzenden des Ökologischen Jagdverbandes (ÖJV). (weiterlesen)

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China: Neue Schweinegrippe hat Pandemie-Potenzial

Chinesische Forscher warnen davor, dass eine neue Variante der Schweinegrippe potenziell auf Menschen überspringen könnte. Der Genotyp G4 könne sich möglicherweise besser an den Menschen anpassen.

Chinesische Wissenschaftler identifizierten eine Variante des Schweinegrippevirus, die das Potenzial habe, eine Pandemie unter Menschen zu entwickeln. In einem Fachblatt legen die Forscher mehrerer chinesischer Universitäten und des chinesischen Zentrums für Krankheitsbekämpfung und -prävention dar, dass der Genotyp G4 vom Influenza-Virus H1N1 stammt. (weiterlesen)

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Ein Dossier gegen Tierrechtlergewalt

Schwedische Extremismusforscher sehen zunehmende Radikalisierung der Jagdgegenerszene

Herber Schlag für Sympathisanten der militanten Tierrechte- und Jagdgegner-Szene: Das schwedische „Zentrum gegen gewaltbereiten Extremismus“ (CVE) führt mehrere einschlägige Gruppen im neuesten Gewalt-Report. Auch solche mit Verbindungen nach Deutschland.

Die Warnungen der regierungsnahen Organisation zur Terror-Abwehr haben nicht nur in Schweden Gewicht. CVE, getragen von namhaften Hochschullehrern und Polizei-Experten, arbeitet eng mit anderen europäischen Institutionen und Behörden zusammen. Neben politischen Gruppierungen des Links- und Rechtsextremismus haben sie seit geraumer Zeit auch gewaltbereite Tierrechtler und Jagdgegner im Visier.  (weiterlesen)

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Nicht das Alter, sondern die Einstellung zur Jagd älterer Jäger führt zu einer Altersbegrenzung bei der Jagdverpachtung

Die Meldung des Onlineportals „Jagderleben“, eine kleine Gemeinde in Baden-Württemberg will nur noch Jagdpachtbewerber, die bei der Bewerbung jünger als 70 Jahre alt sind, bei der Verpachtung berücksichtigen, hat zu einer großen Empörungswelle in den sozialen Medien geführt. Doch hier alleine den Tatbestand der Altersdiskriminierung zu sehen, greift viel zu kurz.

Seit Jahren wird in den Medien ein verbitterter Kampf zwischen Jägern einerseits und Waldbesitzern andererseits über die Höhe der Schalenwildbestände geführt. Während die Waldbesitzer den Abschuss der oftmals regionalen überhöhten Wildbestände fordern, malen die etablierten Jägerschaften sofort die Ausrottung der wiederkäuenden Schalenwildbestände an die Wand.
Verschärft wird diese Diskussion unter dem Aspekt der Kalamitäten in der Forstwirtschaft durch die Borkenkäferplage als Folge immer trockener Sommer. Ohne eine massive Reduktion der wiederkäuenden Schalenwildbestände auf den Käferflächen wird eine natürliche Wiederbewaldung, so die Waldbesitzer, nicht möglich sein. (weiterlesen)

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 Nachsuchenführer über die Berufsgenossenschaft versichert

Das Schleswig-Holsteinische Landessozialgericht hat mit Urteil vom 05.08.2019, Az. L8 U 51/16 (= JE XXI/XV Nr. 89) die wichtige und immer wieder strittige Rechtsfrage geklärt, ob Nachsucheführer bei der Ausübung ihrer Tätigkeit über die Berufsgenossenschaft Versicherungsschutz genießen. Dem lag zu Grunde, dass sich ein Nachsucheführer bei seiner Tätigkeit erheblich – u.a. mit einem Beinbruch- verletzt hatte. Die SVLFG lehnte eine Entschädigung ab, da es kein Arbeitsunfall sei. (weiterlesen)

 

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Füchsen in der Stadt reicht ein kleines Hirn

Städtische Füchse haben kürzere Schnauzen und kleinere Gehirne als ihre Artgenossen auf dem Land. Jetzt haben Forscher erstmals untersucht, wie das Stadtleben die Anatomie der Füchse Londons verändert hat!

Füchse in der Stadt haben kürzere Schnauzen und kleinere Gehirne
Füchse, die nach Pizzaresten wühlen und ihre Welpen in menschenleeren Gärten aufziehen: Solche Szenen spielen sich in der Schweiz seit den 1980er Jahren ab.  Damals besiedelten die ersten Stadtfüchse Zürich, in England gibt es sie schon viel länger. Füchse entdeckten London bereits vor hundert Jahren als neuen Lebensraum.

Jetzt haben Forscher erstmals untersucht, wie das Stadtleben die Anatomie der Füchse Londons verändert hat ->> Proceedings of the Royal Society B» Demnach nehmen Stadtfüchse eine hundeähnliche Eigenschaft an: Sie besitzen kürzere Schnauzen als ihre Artgenossen auf dem Land. Verkürzte Schnauzen sind ein Merkmal bei vielen domestizierten Tieren

"Verkürzte Schnauzen sind ein Merkmal, das bei vielen domestizierten Tieren auftritt", so Madeleine Geiger von der Universität Zürich. (weiterlesen)

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Wolf im Revier: Keine Berührungsängste mit wissenschaftlichen Institutionen

Interview mit Felix Böcker und Philipp Schmieder von der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt (FVA) in Baden-Württemberg

Der Wolf ist gekommen, um zu bleiben. Für uns Jäger gilt es deshalb, den richtigen Umgang mit diesem neuen „Player“ auf dem Spielfeld zu finden. Um in Zukunft effiziente Jagdstrategien und -konzepte entwickeln zu können, ist es wichtig, so viel wie möglich über sein Verhalten zu erfahren. Eine enge Zusammenarbeit auf Augenhöhe zwischen Jagd und Wissenschaft ist die Basis dafür. Jägerinnen und Jäger sind dazu aufgerufen, sich aktiv am Erforschungs- und Monitoringsprozess der großen Beutegreifer zu beteiligen. Eine gute Qualität dieser Kooperation ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Neben dem Wolf ist auch der Luchs aus wissenschaftlicher Sicht von großem Interesse. Dieser scheue Lauerjäger lebt quasi unsichtbar. Besenderungen können wichtige Daten zum Schutz dieser seltenen Tierart liefern. Im Falle von „Toni“ (wissenschaftliche Bezeichnung B3001), dem ersten besenderten Luchs in Nordschwarzwald, für den der LJV Baden-Wüttemberg die Patenschaft übernommen hat, wird sogar eine Meldeprämie für Rissfunde ausbezahlt. Seine Besenderung gelang in enger Zusammenarbeit mit dem dortigen Wildtierbeauftragten und der Jägerschaft vor Ort.   (weiterlesen)

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