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Tierrechtsszene scheut Dialog mit Afrika

24. Mai 2022
Die Gesprächskultur der Tierrechtsszene ist mangelhaft. Es gibt Petitionen, Demonstrationen und Verbotsforderungen gegen die Jagd. Der Dialog mit Betroffenen wird jedoch verweigert. DJV und CIC fordern auf, sich vor Ort in Afrika ein Bild zu machen.

Anlässlich der Konferenz „Afrika: Artenschutz, nachhaltige Nutzung und Menschenrechte“ am 23. Mai 2022 in Dortmund hat die Organisation Resource Africa (RA) neben renommierten Wissenschaftlern auch Vertreter deutscher Tierrechtsorganisationen eingeladen. Zahlreiche afrikanische Vertreter, Wissenschaftler und Politiker waren zu Gast. Alle eingeladenen Tierrechtsorganisationen sowie Teile der politischen Landschaft haben die Teilnahme an der wissenschaftlichen, faktenbasierten Diskussionsrunde abgesagt. Der Internationale Jagdrat (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) kritisieren, dass Deutschlands Tierrechtsorganisationen lieber über, als mit denjenigen sprechen, die von ihren Anti-Jagd-Kampagnen betroffen sind.

Resource Africa setzt sich weltweit für das Recht ländlicher, afrikanischer Gemeinden ein, selbstbestimmt über die nachhaltige Nutzung eigener natürlicher Ressourcen entscheiden zu dürfen. Hierzu gehört auch die Jagd mit Gästen aus dem In- und Ausland. RA hatte zu der Konferenz in Dortmund eine dreiköpfige Delegation des Community Leaders Network (CLN), ein Zusammenschluss von Gemeindevertretern aus neun südafrikanischen Staaten, eingeladen. Zu den Absagen der Jagdkritiker sagt Dr. Rodgers Lubilo, Vorsitzender des CLN aus Sambia, bei der Diskussionsrunde in Dortmund: „Offenbar scheut man den Dialog mit uns.   (weiterlesen)

Maxi Pia Louis, Direktorin NACSO: „Wir fordern Anerkennung für die Leistung unserer Kommunen im Artenschutz.“Maxi Pia Louis, Direktorin NACSO: „Wir fordern Anerkennung für die Leistung unserer Kommunen im Artenschutz.“ (Quelle: Helm/DJV/CIC)

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Fachbeitrag: Rehkitzrettung mit Drohnen – Weshalb der Wegpunkteflug so wichtig ist

Über die Rehkitzrettung mit Drohnen und Wärmbildkamera wurde in den vergangenen Jahren viel geschrieben und die Rettungsteams schiessen regelrecht aus dem Boden. In diesem Fachbeitrag möchten wir aufzeigen, wie wichtig der Wegpunkteflug für eine effektive und effiziente Rehkitzrettung ist und weshalb der manuelle Flug für die Rehkitzrettung nicht das Richtige ist.

Die Ausgangslage ist jedes Jahr die gleiche: Zwischen April bis Juni mähen die Landwirte witterungsbedingt praktisch alle gleichzeitig. Dann startet für die Rettungsteams das Wettrennen gegen die Zeit: Um möglichst viele Rehkitze retten zu können, ist es wichtig, die Rettung nicht nur effektiv („Die richtigen Dinge tun.“) sondern auch effizient („Die Dinge richtig tun.“) zu organisieren. Das bedeutet, bevor die Landwirte mit dem Mähen beginnen, möglichst viel Feldfläche abzusuchen und dies natürlich zuverlässig d.h. möglichst ohne Rehkitze zu übersehen. Denn die Rechnung ist einfach: Je effizienter geflogen wird, die Detektionssicherheit vorausgesetzt, desto mehr Rehkitze können gerettet werden.
Schon seit Beginn der Rehkitzrettung mit Drohnen, vor rund 10 Jahren, kam schnell die Erkenntnis, dass der Wegpunktflug für eine professionelle Rehkitzsuche elementar ist und gegenüber dem manuellen Flug klare Vorteile hat:
Bei der Rehkitzrettung ist es, wie vorgängig beschrieben, wegen den Zeitverhältnissen wichtig, dass die Felder effizient, aber auch mit der nötigen Detektionssicherheit d.h. dass keine Rehkitze übersehen werden, abgeflogen werden: Grundsätzlich gibt die Abdeckungs- und Abbildungsleistung der Wärmebildkamera vor, wieviel Fläche pro Flugstrecke abgeflogen werden kann. Das Feld wird zum Abfliegen in Flugbahnen aufgeteilt, diese sollten mit einigen Metern Überlappung geplant werden, um die nötige Detektionssicherheit zu gewährleisten. Im manuellen Flug ist die Orientierung nur aus Piloten- und Kamerasicht möglich, neben der Längs- besonders auch in der Seitenachsen sehr ungenau. In hügeligem Gelände kommt noch die Höhenachse hinzu. Für einen Piloten wird es praktisch unmöglich, sämtliche Parameter zu berücksichtigen und genau zu fliegen. Dadurch wird das manuelle Fliegen langsam und die Detektionssicherheit leidet. (weiterlesen)

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Stubenarrest für die Hauskatze

Um einen seltenen Vogel zu schützen, sollen Katzen im Haus bleiben. Das erregt die Gemüter. Das grundlegende Problem zu vieler (verwilderter) Hauskatzen bleibt damit aber ungelöst, kommentiert Daniel Lingenhöhl.

Zum Schutz der vom Aussterben bedrohten Haubenlerche hat der Rhein-Neckar-Kreis für die Stadt Walldorf im Norden Baden-Württembergs zu einer drastischen Maßnahme gegriffen – zumindest empfinden viele Besitzerinnen und Besitzer dies so: Während der Brutzeit zwischen April und August müssen Hauskatzen tatsächlich Stubentiger werden und im Haus bleiben. Zuwiderhandlungen sollen geahndet werden, berichtet die »Rhein-Neckar-Zeitung«.

Natürlich kochen die Wogen der Empörung in Kommentarspalten und sozialen Medien hoch. Und natürlich stellen sich Fragen, etwa wie ein derartiges Ausgangsverbot überhaupt überwacht werden solle. Und ob es überhaupt Sinn mache, wegen der restlichen drei Paare an Haubenlerchen im Gemeindegebiet so einen Aufwand zu betreiben. Schließlich könne man Freigängerkatzen doch nicht einfach von heute auf morgen in die Wohnung verbannen. Bürgermeister Matthias Renschler fürchtet denn auch Schäden am Wohneigentum, wenn die Tiere ihrer Freiheit beraubt würden, wie er im Gespräch mit der Zeitung bekundete.

In der Tat ist es fraglich, ob man die bedrohten Haubenlerchen mit der Aktion wirklich vor Ort rettet: Sie brütet schließlich auf noch unbebautem, brachem Bauland, das bald genutzt werden könnte. Und viele neue Freunde hat man ihr mit dem Katzen-Lockdown sicher ebenso wenig gemacht. Es ist jedoch tatsächlich an der Zeit zu diskutieren, ob man Hauskatzen für alle Zeit unbeschränkte Freiheiten zugestehen will: Keinem anderen Haustier erlaubt man es in dieser großen Zahl regelmäßig auf fremden Grundstücken herumzulaufen, ins Gemüsebeet zu defäkieren, zu wildern oder bei Gelegenheit auch andere Haustiere zu erlegen. (weiterlesen)

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Özdemir will Bundeswaldgesetz anpassen

Die Waldschäden führen vor Augen, was die Klimakrise bedeutet. Deshalb will die Bundesregierung den Schutz und Erhalt der Wälder ausbauen und das Bundeswaldgesetz anpassen.

17.05.2022

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat mit seinen Länderkollegen am Montag über ein neues Bundeswaldgesetz beraten. Die bisherigen Bestimmungen seien zum Teil schon über 40 Jahre alt und nicht für die heutigen Herausforderungen mit Schäden durch Stürme, Dürre und Borkenkäfer geeignet.

Der Grünen-Politiker will einen deutschlandweiten Standard für die Waldbewirtschaftung schaffen und in dem Zuge auch Einfluss auf die Ländergesetze nehmen.

"Mit einem neuen Instrument wollen wir zusätzliche Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen im Wald mit insgesamt 900 Mio. € finanzieren. Das erste Modul ist mit 200 Mio. € ausgestattet und soll noch in diesem Jahr starten. Weitere Module sollen folgen", verkündete Özdemir.

Bei der Sonderagrarministerkonferenz hat er folgende Initiativen vorgestellt:

Novellierung des Bundeswaldgesetzes

Bei der Novellierung des Bundeswaldgesetzes ergibt sich aus dem Koalitionsvertrag der Auftrag, mit den Eckpunkten zu einer guten fachlichen Praxis die Rahmenbedingungen für einen Waldumbau hin zu artenreichen und klimaresilienten Wäldern mit überwiegend heimischen Baumarten zu schaffen.

Novellierung des Forstschäden-Ausgleichsgesetz

Die zurückliegenden Kalamitäten in Folge der Klimakrise haben gezeigt, dass das im Jahr 1969 in Kraft getretenen Forstschäden-Ausgleichsgesetz den heutigen Erfordernissen nicht mehr gerecht wird.
Das BMEL wird unter Einbindung von Bundesländern, Forst-, Holzwirtschaft, Wissenschaft und Umweltministerium nötige Anpassungen entwickeln.

Finanzierung der Ökosystemleistung der Wälder

Zeitnah wird eine Förderrichtlinie zunächst mit Modul 1 entwickelt, mit dem zusätzliche Leistungen der Waldbesitzenden für den Klimaschutz und die Biodiversität finanziert werden sollen. Dafür sind in diesem Jahr 200 Millionen Euro vorgesehen. Weitere Module folgen. Zum Beispiel die Extensivierung der Nutzung in Wäldern, die einen besonders hohen Wert für die Biodiversität haben.

Holzbauinitiative

Bauen mit Holz aus nachhaltiger, überwiegend heimischer Waldbewirtschaftung leistet einen bedeutenden Beitrag zum Klimaschutz und zur Schonung endlicher Ressourcen.
Im Koalitionsvertrag wurde deshalb die Umsetzung einer Holzbauinitiative vereinbart.
Das BMEL setzt dabei u.a. auf den Abbau ungerechtfertigter Hemmnisse bei der Verwendung von Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen, auf Optionen zur Stärkung der ressourcen- und materialeffizienten Verwendung von Holz und die Vorbildfunktion der öffentlichen Hand.
Zudem soll durch die verstärkte Förderung von Forschung, Innovation, Wissenstransfer und Bildung das klimafreundliche Bauen mit Holz und weiteren nachwachsenden Rohstoffen vorangetrieben werden.

Länder hatten sich mehr erhofft    (weiterlesen)

Foto: Wikipedia

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Goldschakal in Deutschland heimisch geworden – neue Tierart vermehrt sich

12.5.2022 Von Lara-Sabrina Kiehl

In den vergangenen Jahren wurde der Goldschakal nur selten hierzulande beobachtet. Doch in Baden-Württemberg ist er heimisch geworden und vermehrt sich.

Schwarzwald-Baar-Kreis (Baden-Württemberg) – Er ist so groß wie ein Fuchs und sein Erscheinungsbild erinnert an einen Wolf im Kleinformat – der Goldschakal, einer eng mit dem Wolf verwandten Art der Hunde. Am liebsten lebt er mit einem Partner oder im Rudel in Savannen, Halbwüsten, felsigen Gegenden oder auch in dichten Wäldern. In Deutschland wurde der Goldschakal bisher nur selten gesehen, doch im Schwarzwald-Baar-Kreis sind drei Tiere heimisch geworden und vermehren sich dort sogar.

Goldschakal in Deutschland heimisch geworden – neue Tierart vermehrt sich

Wie bei dem Braunbären, der durch Garmisch-Partenkirchen streift, liefert auch bei den Goldschakalen eine Wildtierkamera den Beweis für ihre Anwesenheit. Denn eine Fotofalle, die eigentlich Luchse und Wölfe aufnehmen soll, erfasst durch Zufall zwei Goldschakale. (weiterlesen)

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Turbo für die Kitzrettung

Nach dem Artikel zur Wildtierrettung im Futterernteschwerpunkt haben die Redaktion weitere Hinweise zum Ablauf erreicht, die wir gern weitergeben.

12.05.2022

Das Zeitfenster für die Kitz­rettung ist morgens extrem kurz, deshalb kommt es darauf an, dass die wichtige Arbeit schnell und effektiv vorangeht. Dafür nutzen einige Wildretter verschiedene digitale Hilfsmittel, die den Ablauf beschleunigen.

Mäher sind schon gestartet
Machen wir uns nichts vor, in den Niederungslagen mähen die Landwirte bereits, vor allem das Ackergras vor Mais soll nicht zu viel Wasser verbrauchen. Es ist also notwendig, einen möglichst großen Anteil der Mähfläche vor der Mahd abzusuchen.

Digitale Karten in Borken
Ob weit im Voraus oder erst einen Tag zuvor – für die Rehkitzsuche im Kreis Borken können Landwirtinnen und Landwirte die zu mähenden Felder schnell und einfach in dem Drohnen-Programm (UAV) vieler Hegeringe einpflegen.

Sobald der Mähtermin feststeht, sollten sie mit dem Jäger oder der Jägerin zunächst absprechen, welche Flächen mit der Drohne abgesucht werden sollen und auf welchen Flächen das Wild anders vergrämt wird. Spätestens am Abend vor der Mahd muss die Fläche im UAV-Programm angelegt und dem Kitzrettungs-Team Bescheid gegeben werden, da alles für den folgenden Tag geplant werden muss.

Und so geht es:

Melden Sie sich bei den Obleuten in den Hegeringen über die Kitzrettungs-Handynummern.

Den Meldenden wird anschließend ein Link für das UAV-Programm zugesendet.

Nachdem Sie auf den Link klicken, werden Sie aufgefordert, Ihre Kontaktdaten einzugeben.

Anschließend erscheint eine Karte, auf der sich das gewünschte Feld durch Klicken oder Tippen am Feldrand markieren lässt. Durch Gedrückthalten des Markierungspunktes kann die Markierung verschoben werden und durch zweimaliges Klicken kann die Markierung gelöscht werden.

Nun fehlen noch der Feldname und die Angaben zum Feldbesitzer oder zur Feldbesitzerin.

Die Feldanmeldung kann abgesendet werden. Anschließend bekommen Sie eine Bestätigung via E-Mail. Im Folgejahr braucht nur noch der Mähtermin durchgegeben zu werden, da die Fläche bereits im Programm gespeichert ist.

Die ehrenamtlichen Kitzretter und Kitzretterinnen können die Fläche nun bearbeiten. Flugbahn, Überlappung, Startpunkt, Geschwindigkeit und Höhe werden vorher schon eingestellt.

Dann können die Retter der Kitze auf den Feldern zur Tat schreiten. Die Kitze werden meist in Pappkartons an einem schattigen Platz am Rand untergebracht und werden direkt nach der Mahd von den verantwortlichen Personen wieder frei gelassen. Bei einer Kitzrettung in Vreden sind beispielsweise zwei Techniker oder Technikerinnen und mindestens drei Läufer oder Läuferinnen dabei. Neue Interessierte und Engagierte sind immer herzlich willkommen!

Das Programm für das Anmelden und Bearbeiten der Suchaufträge können Drohnenpiloten unter https://www.uaveditor.com/de/ gebührenfrei herunterladen.

Engagement einer Schule (weiterlesen)

 

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Jagdverband drängt auf klare Regeln im Umgang mit Wölfen

11.5.2022
Der Deutsche Jagdverband (DJV) drängt vor der Umweltministerkonferenz auf bundesweit klare Regelungen beim Umgang mit Wölfen. Das Zusammenleben von Menschen, Weidetieren und Wölfen müsse künftig konfliktärmer gestaltet werden, teilte der Verband am Mittwoch mit. «Deutschland hat schon jetzt die weltweit höchste Wolfsdichte, Risse von Pferden, Rindern und Schafen nehmen rasant zu. Es ist höchste Zeit, zu handeln», sagte Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke.

In einem vor der Konferenz veröffentlichten Positionspapier fordert der Jagdverband die Bundesregierung auf, wie im Koalitionsvertrag vereinbart den Bundesländern «ein regional differenziertes Bestandsmanagement» zu ermöglichen. Dazu soll der Wolf nach den Vorstellungen des DJV in das Bundesjagdgesetz aufgenommen und der europäische Schutzstatus des Wolfes herabgestuft werden.

Nach Schätzungen des DJV werden im Frühsommer dieses Jahres insgesamt etwa 2000 Wölfe in Deutschland leben. Die Akzeptanzgrenze für den Wolf sei in einigen Regionen bereits erreicht. Gleichzeitig fehlten geeignete Vergrämungsmaßnahmen. Weidetiere könnten zudem etwa auf Deichen durch immer höhere Zäune nicht ausreichend geschützt werden. Im Sinne der Weidewirtschaft, der Deichpflege und zum Schutz gefährdeter Tierarten dürfe es daher auch kein Tabu sein, künftig Gebiete auszuweisen, in denen sich keine Wolfsrudel dauerhaft niederlassen dürften, teilte der Verband weiter mit.  (weiterlesen)

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Leserbrief – Wölfe schießen statt Herden schützen

von Josef Schuhbauer
7. MAI 2022

Landwirte aus ganz Deutschland versuchen mit der Politik über die zahlreichen Probleme ins Gespräch zu kommen. Zu dem Thema Wolf erreichte uns heute ein Leserbrief von Senn Konrad.

„Die von verantwortungslosen Wildnis-Ideologen betriebene und von ahnungslosen Natur-Freunden beklatschte Ausbreitung der Wölfe bedroht die artgerechte Weidetierhaltung, demoralisiert die Weidetierhalter und entzieht ihnen mittelfristig die ökonomische Grundlage. Wenn es nicht in absehbarer Zeit gelingt, die Zahl der Wölfe deutlich zu reduzieren, wandert ein wichtiger Teil der Tierproduktion in die Ställe oder ins Ausland mit gravierenden Folgen für Natur und Umwelt. Deshalb müssen alle Bemühungen darauf gerichtet sein, so schnell wie möglich so viele Wölfe wie möglich zu schießen.

Die Ausbreitung der Wölfe folgt überall dem gleichen Muster: Plötzlich ist das edle Raubtier da und wird als Erfolg für den Naturschutz willkommen geheißen. Wenn der Wolf Schafe, Kälber oder Fohlen reißt, sind das bedauerliche Ausnahmen. Möglicherweise war es auch gar kein Wolf. Denn eigentlich ist der Wolf ja scheu und bleibt im Wald. Außerdem werden die Weidetierhalter doch großzügig entschädigt. Und überhaupt, was sind denn das für lotterige Zäune? Der Wolf ist zurück, der Wolf steht unter strengem Schutz, und weil das so ist, müssen die Weidetierhalter und die Menschen auf dem Lande wieder lernen, mit dem Wolf zu leben.

In der Regel folgt dann ein Wolfsmanagementplan. Management erweckt den Eindruck, als würde klug gesteuert. Der Wolf hat viele Arbeitsplätze geschaffen. Experten sammeln Kotproben und werten sie aus. Das ganze nennt sich Monitoring. Am Ende stehen umfangreiche Tabellen, aus denen lässt sich eine Wolfspopulation errechnen, die viel mit Manipulation und wenig mit der Realität zu tun hat. Experten schauen sich gerrissene Nutztiere an und schreiben mehrere Seiten voll. Das ganze nennt sich Rissgutachten. Am Ende steht manchmal eine Entschädigung, die gezahlt wird oder auch nicht, die den tatsächlichen Wert eines Tieres für den Halter aber niemals auch nur annähernd ausgleichen kann. Experten erklären dummen Bauern, wie man Zäune baut, davon verstehen wir ja nichts. Das ganze nennt sich Herdenschutz. Am Ende stehen Zäune, die nirgendwo auf der Welt funktionieren und die den Wolf auch hier nur so lange abschrecken, wie die anderen dummen Bauern nicht ebensolche Zäune gebaut haben.

In all diesen Diskussionen kann man sich leicht verzetteln. So gibt es inzwischen abenteuerliche Theorien, wie Nutztiere vor dem Wolf geschützt werden können, und in die verschiedenen Methoden des Herdenschutzes werden Unsummen an öffentlichen und privaten Geldern versenkt. Aber niemand hat bisher einen eigentlich ganz nahe liegenden Versuch unternommen, nämlich die hinter drei Meter hohen Stahlgittern mit Elektrodraht und Unterwühlschutz eingesperrten Wölfe in einem öffentlichen Wildgehege einfach mal ein paar Tage nicht zu füttern und abzuwarten, was passiert. (weiterlesen)

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Polizistenmord Kusel: Prozess gegen mutmaßlichen Polizistenmörder könnte am 21. Juni beginnen

Am 21. Juni soll der Prozess gegen den Mann beginnen, der am 31. Januar bei Kusel zwei Polizisten erschossen haben soll. Mit dem mutmaßlichen Todesschützen Andreas S. soll auch sein Komplize vor Gericht stehen. Den Termin haben die beteiligten Organe der Justiz jedenfalls informell untereinander abgestimmt. Damit scheint auch sicher, dass die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern die beiden Männer anklagen wird. Der Leitende Oberstaatsanwalt Udo Gehring hatte im April mitgeteilt, dass seine Behörde voraussichtlich im Mai über die Anklage befinden wird. Wie nun zu hören ist, könnte die Anklage in der kommenden Woche, spätestens übernächste Woche erfolgen. Es gilt als sehr wahrscheinlich, dass das Landgericht Kaiserslautern die Anklage zulassen und das Hauptverfahren eröffnen wird und es damit zum Prozess kommen kann. Am 31. Januar waren bei Ulmet bei Kusel eine 24 Jahre alte Polizeianwärterin und ein 29 Jahre alter Polizist am frühen Morgen gegen 4.20 Uhr aus Jagdwaffen erschossen worden, als die Polizisten zwei Männer beim Wildern stellten. Als dringend tatverdächtig gilt der 38 Jahre alte Andreas S.Er soll beim Wildern einen Helfer gehabt haben, der aber nicht geschossen haben soll. (weiterlesen)

Gerichtsgebäude des Landgerichts Kaiserslautern
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AGDW-Hauptausschuss wählt Prof. Dr. Andreas M. Bitter zum Präsidenten

Der 233. Hauptausschuss der AGDW hat gestern Prof. Dr. Andreas W. Bitter einstimmig zum Präsidenten gewählt. Bitter ist als Professor am Institut für Forstökonomie und Forsteinrichtung an der Technischen Universität Dresden tätig und Vorsitzender von PEFC Deutschland. „Mit Professor Bitter hat die AGDW eine engagierte Persönlichkeit mit außergewöhnlicher Expertise an ihre Spitze gewählt“, sagten die beiden Vizepräsidenten Roland Burger und Josef Ziegler. „Er wird seine umfangreiche Erfahrung aus Wissenschaft, Verbandsarbeit und Waldbewirtschaftung in die Spitzenfunktion unseres Bundesverbandes einbringen können.“ Prof. Bitter war viele Jahre Vorsitzender des Sächsischen Waldbesitzerverbandes und Präsidiumsmitglied der AGDW. Außerdem ist er Waldeigentümer in Nordrhein-Westfalen und Sachsen.

„Ich freue mich darauf, mich auf Bundesebene für die Interessen der Waldbesitzenden stark machen zu können“, sagte der neue Präsident. „Ein Kernthema wird für mich die Honorierung der Ökosystemleistungen des Waldes sein. Angesichts der Klimakrise braucht der Wald dringend und schnell mehr finanzielle Unterstützung, damit Wiederbewaldung und klimaangepasster Waldumbau gelingen. (weiterlesen)

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