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Wald und Wild müssen zusammen gedacht werden

Siegfried Schönfeld

31. März 2021 Im Bundestag sollte am vergangenen Donnerstag das Bundesjagdgesetz novelliert werden. Im letzten Moment wurde der Tagesordnungspunkt wieder gestrichen. Auf Drängen bayerischer Wald- und Grundeigentümer stellt die CDU/CSU-Bundesfraktion die zäh ausgehandelten Kompromisse des Gesetzesentwurfes in Frage. Damit blockiert sie das parlamentarische Verfahren. Dabei besteht dringender Handlungsbedarf. Hauptknackpunkt scheint die Frage zu sein, wie viel oder wenig Schalenwild für den Wald und seine Eigentümer zumutbar ist.

NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger kann diesen Streit nicht nachvollziehen: "Bei der Novellierung geht es nicht um ein Entweder-oder sondern um ein Sowohl-als-auch. Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass die Abschlussplanung zukünftig revierbezogen zwischen Waldeigentümern und Jagdberechtigten vereinbart werden muss. Anders als bisher werden damit sowohl die waldbaulichen als auch die jagdlichen Interessen angemessen berücksichtigt. Dabei soll zukünftig stärker auf die Naturverjüngung geachtet und nicht länger nur einseitige Interessen berücksichtigt werden."

dem Klimawandel anpassen

Der von Trockenheit und Hitze gezeichnete Wald muss sich verjüngen und sich möglichst aus eigener Kraft dem Klimawandel anpassen können. Auf Grund hoher Reh- und Rotwildbestände gelingt dies in vielen Regionen nicht. Umso dringlicher ist es, die gesetzlichen Grundlagen für die Jagd und insbesondere die Abschussplanungen zu modernisieren. Der ausgehandelte Entwurf des Jagdgesetzes trägt dem Rechnung und richtet sich stärker auf gesamtgesellschaftliche Erfordernisse aus. Jagd muss einen aktiven Beitrag für den Erhalt der Biodiversität und für zukunftsfähige Mischwälder leisten. Für den Waldumbau braucht es Jägerinnen und Jäger als verantwortungsvolle Partner. Das schaffen die Waldbesitzer nicht allein.

Novelle des Bundesjagdgesetzes   (weiterlesen)

Novellierung