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Wolf und Weidetier - geht das?  Deutschland streitet über den Wolf

3.4.2021  Die Population des Wolfs ist in Deutschland stark gestiegen - und geschützt ist er auch. Aber er macht manchen Bauern Ärger. Nun will der Bund vermitteln. An der Basis gärt es schon lange.

Für den offiziellen Start des "Bundeszentrums Weidetiere und Wolf" hat sich Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner eine Schafweide im tiefen Brandenburg, anderthalb Autostunden vom Berliner Regierungsviertel entfernt, ausgesucht. Sie kennt Landwirtschaft aus ihrer Kindheit. Für den Vor-Ort-Termin erscheint sie im frühlingshaften Kostüm, vielleicht ein wenig zu städtisch gekleidet. Doch das hält sie nicht davon ab, in die Hocke zu gehen und mit einem kleinen Lamm Kontakt aufzunehmen, es später sogar in den Arm zu nehmen.

Aber um süße Bilder soll es nicht gehen, macht die Ministerin in einer Rede vor Ort deutlich. Dafür ist der Konflikt, den sie politisch betreuen möchte, zu groß. "Genauso wie der Wolf Anspruch auf Schutz hat, so haben es auch unsere Weidetiere", sagt die Ministerin. "Wir brauchen sie für die Pflege und Erhaltung unserer Kulturlandschaften." Die Rückkehr des Wolfs dürfe nicht dazu führen, "dass die Weidetierhaltung in einigen Regionen Deutschlands in Frage gestellt wird".

"Alle drei bis vier Jahre verdoppelt sich der Wolfsbestand" (weiterlesen)

Bundeszentrums Weidetiere und Wolf