Unterwegs mit einer Jägerin: elf Leben
- Karo war Vegetarierin, dann begleitete sie ihren Freund bei einer Jagd.
- Seitdem isst sie wieder Fleisch.
- Auf der Pirsch mit ihr geht es um die Frage: Was wollen wir essen?
11.07.2021 Karo Herrmann, 25 Jahre alt, hat den Tod elfmal getroffen. Und es kann sein, dass es heute wieder passiert. Es ist Viertel nach acht an einem Abend im Juni, in einer Stunde geht die Sonne über dem Erzgebirge unter. Es bleibt nicht viel Zeit.
Karo trägt einen dunkelgrünen Pulli, eine dunkelgrüne Jacke, eine dunkelgrüne Mütze. Tarnkleidung. Sie fährt mit einem Toyota-Geländewagen RAV4 auf einer Landstraße, vorbei an Äckern und Wäldern, kein Mensch in Sicht, im Radio läuft Hitradio RTL, der Songtitel wird eingeblendet: „Wonderful Life“.
Zehn Minuten Fahrt, dann hält sie am Waldrand an. Man muss jetzt flüstern. Pssst! Sie öffnet vorsichtig die Hintertür des SUV, auf der Rücksitzbank liegt die Waffe. Eine schwarze Heym SR 30, Kaliber 8×57 IS, 113 Zentimeter lang. Karo schultert sie.
Mehr Jägerinnen
Karo Herrmann ist Jägerin. Auf Instagram kann man ihr folgen, das Handle: @wildmiez, 7300 Follower, 138 Bilder. Auf ihnen sieht man: Wildschweine in einer Suhle, Rehe an einer Salzlecke, einen Hirsch vor einem Hochsitz.
In Deutschland gibt es so viele Jäger wie nie zuvor: rund 400.000. 93 Prozent davon sind Männer, auch wenn die Jagdverbände betonen, der Frauenanteil steige seit Jahren konstant. (weiterlesen)
Karo Herrmann, 25 Jahre

