Ist Wild das bessere Bio?
Wild wäre das perfekte Fleisch für bewusste Konsumenten: Die Tiere hatten ein Leben ohne Gefangenschaft und Transporte, zudem sind die Jäger über Quoten zum Schießen verpflichtet. Warum hat es also nie den Hype erlebt, den es um Bio gab?
Idyllisch ist es. Die schneeverhangenen Bäume, das sanfte Licht der Morgendämmerung, die alles durchdringende Stille. Aber vor allem ist es kalt. Sehr kalt. Minus 15 Grad. Im Hochstand, mit der Auflage: so wenig bewegen wie möglich. Eine Stunde, noch eine. Nichts zu sehen außer Eichelhähern, von denen immerhin gleich neun. Die Spuren im Schnee sind da, aber Tiere sind keine zu entdecken.
„Jagen ist nicht einkaufen“, hat Raoul Wagner, Anwalt und passionierter Jäger, schon bei der Anreise gewarnt. Aber eigentlich hätten wir hier auf jeden Fall etwas sehen sollen: Wir blicken auf die Fütterung, mit der Tiere durch den Winter gebracht werden. Das ist notwendig, weil in den Tälern, in die sie früher gezogen sind, jetzt der Mensch lebt. Bei der Fütterung werden keine Tiere geschossen, „das ist ihr Wohnzimmer“, sagt Jägerin Carina Frank flüsternd – es wäre auch zu wenig Herausforderung. (weiterlesen)

