Die Wölfe und die Ahnenforschung
Kaum ein Wolfsthema sorgt für hitzigere Diskussionen als der Streit um den Anteil der Mischlinge an der aktuellen europäischen Population. In Zeiten hochpräziser Methoden der Genanalyse nur schwer begreiflich.
Mittlerweile werden Tote ausgegraben, um nach Jahrzehnten Vaterschaftsnachweise zu führen. In der Kriminaltechnik reichen minimale Spuren für DNA-Analysen. Nur die Frage, ob jeder Wolf ein echter Wolf ist, scheitert regelmäßig an den wissenschaftlichen Möglichkeiten.
Weidetierhalter müssen zähneknirschend hinnehmen, dass ihnen nach Wolfsrissen Entschädigung verweigert wird, weil in den Tatort-Proben auch ein paar Hundegene gefunden wurden. Obwohl Hundegene vermutlich auch in reichlich Wölfen vorkommen.
Solche Realität könnte glauben machen, dass die DNA-Analysetechnik zum Wolf in einer anderen Welt angesiedelt ist als die sonst üblichen Verfahren. Kurz aufhorchen lässt da allenfalls, wenn aus Ländern mit weniger aufgeregter Wolfsdebatte Forschungsergebnisse zum Mischlingsanteil öffentlich werden – wie zuletzt aus Dänemark. (weiterlesen)

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