Ulrich Wotschikowsky ist gestorben
Erst vor zwei Wochen hat sich Ulrich Wotschikowsky noch einmal zu dem völlig verfahrenen Streit zwischen Förstern, Jägern und Tierschützern um die Gämsen in den bayerischen Bergen geäußert. Forstministerin Michaela Kaniber (CSU) hatte gerade erste Ergebnisse eines groß angelegten Forschungsprojekts über die Gämsen in Bayern veröffentlicht. Entgegen der Behauptungen vieler Tierschützer und Jäger geht es den Tieren demnach gut. "Das trifft sicher zu", kommentierte Wotschikowsky, der da schon sehr geschwächt war, die Meldung. "Aber es ist ohne Belang. Denn in der Jagd und im Tierschutz ist es wie im Leben insgesamt: Wer unbedingt streiten will, der streitet - egal wie die Wirklichkeit aussieht."
Es waren typische Wotschikowsky-Worte. Der Jäger, Förster und Wildbiologe, der einer der profiliertesten Experten für Wolf, Bär und Luchs im deutschsprachigen Raum war, sprach die Dinge stets direkt aus. Wotschikowsky oder Wotsch, wie ihn seine Freunde riefen, konnte sich das erlauben. Mit seinen Forschungen über alle möglichen Wildtiere hatte er sich ein immenses Wissen erarbeitet. Zugleich war er ein unabhängiger Geist, er ließ sich von keinem Verband und keiner Partei vereinnahmen. (weiterlesen)


