Protest in Eisenbach: Jäger wollen Waffen niederlegen
Geschlossen, einig und ohne jegliche Kompromissbereitschaft haben sich die Eisenbacher Jäger in der öffentlichen Gemeinderatssitzung gegen eine eventuelle Regiejagd ausgesprochen.
EISENBACH. Sollte sich der Rat für das Modell der Regiejagd entscheiden, würden alle Jäger geschlossen ihr Waidwerk niederlegen und komplett aufhören, verkündete Hubert Wursthorn als Sprecher der Jäger.
Die Jagdpachtverträge laufen zum 31. März 2020 aus und müssen neu geordnet werden. Derzeit sind Wilhelm Beha in Oberbränd und Hubert Wursthorn in Eisenbach und Bubenbach die Pächter. Revierleiter Karl Meister erläuterte, dass auf Anordnung des Kreisjagdamts das Jagdkataster aktualisiert wurde und künftig eine Trennung von Eigenjagdbezirken und einem gemeinschaftlichen Jagdbezirk gefordert wird. Es werden Eigenjagdbezirke von 325 Hektar entstehen und ein gemeinschaftlicher Jagdbezirk von 348 Hektar. Zwei Formen der Bejagung sind möglich. Die Jagdverpachtung, wie sie bisher gehandhabt wurde, oder die Regiejagd, hier behält der Grundeigentümer die Jagd und vergibt Jagdscheine. Er kann somit Einfluss ausüben, beispielsweise auf den Waldbau. Es werden jährliche Begehscheine ausgestellt, die dem Jäger gegen Gebühr die Jagd erlauben. Der Grundstückseigner kann an jeden Jäger, auch aus dem Ausland, Begehscheine vergeben.
Meister ist der Meinung, dass "die waldbauliche Situation verbesserungswürdig ist". Er hält ein jagdliches Konzept zur Verringerung des Wildverbisses für nötig und wünscht sich weniger als 25 Prozent Verbiss. Dazu seien Einzelabsprachen mit den Jägern nötig.
Wilhelm Beha hingegen sieht so viel Naturverjüngung im Wald, dass es kaum möglich sei, ein Reh zu schießen. Man sehe das Wild nicht mehr, bemängelt er. Zu viele Freizeitaktivitäten im Wald haben das Wild außerdem zum Nachtwild gemacht, und auch viele Hunde im Wald erschwerten dem Jäger die Arbeit. Beha sieht "keine Chance mehr, zu erlegen." (weiterlesen)


