Wie Rehen das Winterfutter auf den Pansen schlägt
Eine soeben erschienen Studie der Vetmeduni Vienna zeigt, dass die Winterfütterung von Rehen eine deutliche Veränderung der Mikrobiota im Pansen der Wiederkäuer verursacht - mit potentiell negativen Auswirkungen auf deren Gesundheit.
Rehe (Capreolus capreolus) bevölkern weite Teile Europas und sind jahreszeitlich bedingt mit einem saisonal schwankenden Nahrungsmittelangebot konfrontiert. In einigen europäischen Ländern – darunter auch in Österreich – ist es deshalb üblich, Wildtiere im Winter zusätzlich zu füttern.
Wie sich die Verfügbarkeit von leicht verdaulichem, energiereichem Futter im Winter auf den Verdauungsapparat der Wildwiederkäuer auswirkt ist jedoch bislang nicht ausreichend verstanden. Dies ist besonders bei diesen Tierarten relevant, da heimische Wildwiederkäuer ausgeprägte jahreszeitliche Veränderungen von physiologischen Vorgängen, unter anderem auch im Verdauungsapparat während der kalten Jahreszeit aufweisen.
Das Forschungsinstitut für Wildtierkunde und Ökologie, das Institut für Lebensmittelsicherheit, Lebensmitteltechnologie und öffentliches Gesundheitswesen der Vetmeduni Vienna zusammen mit dem Institut für Wildbiologie und Jagdwirtschaft der BOKU sind deshalb in einer gemeinsamen Forschungsarbeit der Frage nachgegangen, inwieweit die winterliche Nahrungsergänzung die bakterielle Zusammensetzung im Pansen beeinflusst. Zu diesem Zweck untersuchten die WissenschafterInnen die Zusammensetzung der Pansenbakterien von freilebenden weiblichen Rehen. Dabei wurden Tiere aus einem Gebiet mit zusätzlichen Fütterungsstellen mit solchen verglichen, die ausschließlich auf natürliches Futter angewiesen waren.
Signifikante Unterschiede der Pansen-Mikrobiota (weiterlesen)


