An uns Jagdreisende
Ein offener Brief
Lieber Freund der Auslandsjagd,
was Du hier siehst, ist das Bild des „Schokohirschen“. Der Name Burlei ist Dir sicherlich ein Begriff. Burlei wurde 2005 in Bulgarien „erlegt“ und damals als Weltrekord gekürt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht bekannt, dass Burlei ein Zuchthirsch war, der zuvor von Kindern mit Schokolade gefüttert wurde. Wir trafen einen Jäger, der sich mit dem damaligen Importeur unterhalten hatte und uns Burlei’s Geschichte aus einer etwas anderen Perspektive erzählte:
"Die Jagd in Bulgarien mit einem deutschen Baron wurde damals über einen serbischen Tierfilmer vermittelt.
Burlei wurde aus Österreich heraus transportiert und angeblich vor jedem Grenzübergang sediert. Durch diese wiederholte Prozedur litten die Vitalwerte des Hirsches, sodass den Käufern und dem Transporteur vor Ort im Gatterrevier der Angstschweiß ins Gesicht trat, da das über 25.000€ Investment beinahe ohne Kugel drohte zu verenden. Der deutsche Jäger bekam davon nicht allzu viel mit, bis die Schreie der Berufsjäger durch das Jagdhaus hallten, dass sich der Kunde beeilen solle, denn der Hirsch sei gesichtet und es wäre eine einmalige Chance. Gerade damit beschäftigt sich andere Kleidung anzulegen ließ dieser alles stehen und liegen, griff sich seine Waffe und „erlegte“ den Hirsch für 65.000€."
Die Perversion der Jagdreisebranche sticht hier klar ins Auge, jedoch hat sich beinahe 15 Jahren später nicht viel verändert. Es gibt zu viele Schießer, die zwar als Jagdscheininhaber aber nicht als Jäger bezeichnet werden können.
Seit drei Jahren beobachte ich eine Firma auf der Jagd und Hund, die vor unser aller Augen unter anderem Zuchthirsche zu jagdlichen Zwecken verkauft, ohne dass es einen von uns zu interessieren scheint. Laut den International Hunters Bavaria e.V. wurden in 2005 alleine aus Österreich 4400 Zuchthirsche verkauft. Es ist uns Jägern offenbar egal, dass die Hirsche (auch der an Deiner Wand!), die wir bejagen evtl. aus Zuchtbetrieben stammen. (weiterlesen)


