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Geschichte: Furcht vor Wölfen „Allmählich gewöhnten sich die Wölfe an Menschenfleisch“

Bei aller Freude über die Rückkehr der Wölfe wird übersehen, dass die Raubtiere über Jahrhunderte hinweg als echte Landplage empfunden wurden. Allein für Frankreich werden 10.000 Angriffe auf Menschen angenommen.

Im Jahr1744 unternahm der preußische Kammerpräsident von Stettin, Georg Wilhelm von Aschersleben, eine Inspektionsreise durch Hinterpommern. Seine Beobachtungen hielt er in Akten fest, die zu den wenigen sicheren statistischen Überlieferungen aus der Zeit gehören, in der der Wolf noch nicht das Lieblingskind von Naturschützern, sondern vor allem ein Raubtier war. Nach Aschersleben hatten Jäger in insgesamt fünf Wolfsjagden seit 1738 465 Wölfe erlegt. Im gleichen Zeitraum wurden 4294 Schafe, 2343 Gänse, 1858 Schweine, 1571 Pferde, 808 Rinder und 125 Ziegen als Opfer der Raubtiere gezählt.

Bis zur Rückkehr der Wölfe nach Deutschland in den vergangenen Jahren galt Canis lupus den Menschen Mitteleuropas vor allem als ärgster Feind im Tierreich. Was die Zeitgenossen von den Raubtieren hielten, hat der Heidelberger Rechtshistoriker Andreas Deutsch unter anderem aus der Analyse von Gesetzestexten und Urteilen erschlossen. (weiterlesen)

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