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Die Aufgaben des Jagdleiters

Die Schlüsselposition und -funktion bei jeder Gesellschaftsjagd hat der Jagdleiter inne. Dr. Henning Wetzel beleuchtet dieses wichtige Amt aus juristischer Sicht.

Frage 1: Warum muss es bei Gesellschaftsjagden einen Jagdleiter geben?

Der Jagdleiter ist eine Funktion, die der Verhütung von Unfällen dient. Sie ist in der Unfallverhütungsvorschrift „VSG 4.4 Jagd“ der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft festgeschrieben. Denn nach § 15 Abs. 1 Sozialgesetzbuch VII können die Unfallversicherungsträger Unfallverhütungsvorschriften über Maßnahmen zur Verhütung von Arbeitsunfällen und arbeitsbedingten Gesundheitsgefahren erlassen. Das hat die landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft u.a. dadurch getan, dass sie in § 4 der VSG 4.4 bestimmt hat, dass bei Gesellschaftsjagden, wozu z.B. Drück- und Treibjagen gehören, ein Jagdleiter existieren muss, der für den gefahrlosen Ablauf der Jagd zu sorgen hat.

Frage 2: Ab wie vielen Personen ist ein Jagdleiter vonnöten?

Hierzu sagt die VSG 4.4 nichts. Sie ordnet nur an, dass ein Jagdleiter bei „Gesellschaftsjagden“ zu bestimmen ist. Man wird daher auf die landesrechtlichen Vorschriften zurückgreifen müssen. Nach § 18 Abs. 2 LJagdG Hessen müssen z.B. mindestens vier Schützen teilnehmen, um von einer Gesellschaftsjagd auszugehen. Man sollte daher zur Abklärung der Frage, was eine Gesellschaftsjagd ist, eine aktuelle (!) Fassung des jeweiligen Landesjagdgesetzes heranziehen, die man z.B.im Internet auf den Seiten der Jagdbehörden finden kann.  (weiterlesen)

Gesellschaftsjagd