Drückjagd in Ebersberg:Das Zögern vor dem Schuss
Waldbesitzer gehen mit Drückjagden gegen Wildverbiss vor. Tierschützer kritisieren diese Methode wegen des Stressfaktors für Rehe massiv. Finden im Wald Gemetzel statt? Eine Reportage.
Das Reh ist entwischt und auch die Zeit rennt davon. Die Sicht ist gut, das Gewehr geladen, noch 15 Minuten. Der Mann mit der Flinte steht reglos auf seinem Stand, eine Windböe lässt Schnee von Nadeln rieseln, irgendwo weit weg schlägt eine Kirchenglocke. War's das? Ohne Schuss, ohne Treffer? Hundegebell durchbricht die Stille, das Kläffen wird schneller und schriller. Ein Rascheln, dann springt ein Rehbock aus dem Gebüsch. Der Mann hebt das Gewehr, den Bock im Visier. Die Hand am Abzug zuckt.
Töten, oder leben lassen? Es sind Augenblicke, in denen ein Jäger diese Entscheidung trifft. Und bei einer Drückjagd sind es Bruchteile einer Sekunde. 130 Frauen und Männer haben sich an diesem Dezembertag im Ebersberger Forst zu einer der größten Jagden im Großraum München versammelt. Hunde sollen das Wild in die Nähe der Jäger treiben - Rehe, Hirsche und Wildschweine. Deswegen sind sie hier, Mensch, Hund und Gewehr. Ein Treffen, bei dem es um Treffer geht. (weiterlesen)


