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Paukenschlag in der Schweiz: Wolfsjagd von Herbst bis Winter?
Bislang durften in der Schweiz nur Problemwölfe geschossen werden. Das hat sich jetzt geändert.
12. DEZEMBER 2022
Die Eidgenossen schlagen beim Wolf einen neuen Weg ein. Dieser lässt sich mit Blick auf die Wolfsthematik im deutschsprachigen Raum durchaus als revolutionär ansehen. Wölfe sollen, so die „Neue Zürcher Zeitung“ (NZZ) präventiv reguliert werden. Aber: Was verbirgt sich hinter der bürokratischen Floskel?
Das steckt hinter dem Bürokratie-Begriff
Im Fokus steht unter anderem das Gefahrenpotential gegenüber Menschen oder Tieren, beispielsweise der Herdenschutz. Lässt sich dieser nur schwer umsetzen, haben Kantone zwischen dem 1. September und 31. Dezember die Möglichkeit - mit Zustimmung des Bundes - Abschüsse zu genehmigen. Notfalls dürften Jäger sogar ganze Rudel erlegen. Klar ist allerdings: Der Eingriff darf die Wolfspopulation der Schweiz nicht gefährden. Und die Entnahme muss zum Schutz von Lebensräumen und Artenvielfalt nötig sein. (weiterlesen)

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Demo für Jagdgesetz: Brandenburgs Umweltschützer fordern Umsetzung
50 Menschen protestierten am Donnerstag vor dem Landtag in Potsdam. Bereits zwei Entwürfe hat das Landwirtschaftsministerium vorgelegt – beide stoßen teils auf wenig Gegenliebe.
Von Benjamin Lassiwe 09.12.2022
„Der Wald kann nicht warten – Jagdgesetz jetzt“ stand auf den Transparenten. Und: „Herr Woidke – für den Wald oder für die Jagdlobby?“ Rund 50 Vertreter von Naturschutzorganisationen, des Ökologischen Jagdvereins, des Waldbauernverbands und des Waldbesitzerverbands standen am Donnerstag vor dem Brandenburger Landtag, um für eine Reform des Brandenburger Jagdgesetzes zu demonstrieren.
Denn mittlerweile hat das von Axel Vogel (Grüne) geführte Brandenburger Landwirtschaftsministerium schon zwei Entwürfe des Gesetzes vorgelegt. Doch beide stoßen bei den Koalitionspartnern ebenso wie bei Landesjagdverband und Landesbauernverband nur auf wenig Gegenliebe: Sie fürchten eine allmähliche Abschaffung der Jagdgenossenschaften. Denn die Gesetzesentwürfe sollen das Recht der Waldeigentümer, selbst zu jagen und Jäger auszutauschen, stärken.
Brandenburg sollte ein Jagdgesetz bekommen, das diesen Namen verdient.
Eckhard Fuhr, stellvertretender Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins.
„Brandenburg sollte ein Jagdgesetz bekommen, das diesen Namen verdient“, sagte Eckhard Fuhr, stellvertretender Vorsitzender des Ökologischen Jagdvereins, während der Demonstration. Derzeit müssten noch eine halbe Million Hektar Brandenburger Wald in einen klimagerechten Mischwald umgebaut werden. Das gehe nur mit Naturverjüngung, also, indem sich Bäume selbst aussäen und nicht vom Wild gefressen werden. (weiterlesen)

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Regierung plant keine Anpassung des Wolf-Schutzstatus
Ernährung und Landwirtschaft/Antwort - 05.12.2022 (hib 721/2022)
Berlin: (hib/SAS) Die Bundesregierung plant keine Überprüfung und Anpassung des Schutzstatus des Wolfes abhängig von der Populationsentwicklung innerhalb der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie). Das geht aus einerAntwort (20/4640) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion (20/4451) hervor.
Nach der FFH-Richtlinie sei der Wolf in Deutschland eine streng zu schützende Art von gemeinschaftlichem Interesse. Eine Überprüfung und Anpassung des Schutzstatus in Abhängigkeit von der Populationsentwicklung sei in der FFH-Richtlinie grundsätzlich nicht vorgesehen, schreibt die Bundesregierung bereits in einer früheren Antwort (19/25695) auf eine FDP-Anfrage (19/24771) zu steigenden Wolfszahlen, auf die sie nun verweist. Die FFH-Richtlinie sehe auch für Arten in einem günstigen Erhaltungszustand weiterhin Schutzmaßnahmen vor. (zur Pressemitteilung)
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Was sollten Jäger bei Verkehrskontrollen beachten?
Alexander Mathis
07.12.2022
Vor allem nachts geraten Jäger und Jägerinnen öfter in Verkehrskontrollen. Hier ein Überblick über die wichtigsten Regelungen, die es zu beachten gilt und ein paar einfache Tipps für den erfolgreichen Umgang mit der Situation.
Gerät man als Jäger in eine allgemeine Verkehrskontrolle durch die Polizei, stellen sich einem schlagartig mehrere Fragen. Worauf muss ich achten? Wie verhalte ich mich am besten? Zu allererst: Der Ton macht die Musik – wie in jeder ermessensgetragenen Situation gilt auch im Fall einer Polizeikontrolle, dass man es den Beamten leicht machen sollte, wohlwollend zu kontrollieren. Bei Dunkelheit die Innenbeleuchtung einzuschalten, das Fenster zu öffnen und die Hände sichtbar am Lenkrad zu halten, kann dabei schon Wunder wirken, genauso ein freundlicher Umgangston.
Müssen Jäger selbst auf mitgeführte Waffen verweisen?
Das heißt jedoch nicht, dass Jäger von sich aus darauf hinweisen müssen, dass sie gerade Waffen und Munition transportieren. Ebenso wenig muss man angeben, woher man kommt und wohin man möchte – die Personalien hingegen schon. Auch Führerschein und Fahrzeugpapiere müssen auf Verlangen vorgezeigt werden. Einer Anweisung auszusteigen, ist Folge zu leisten. Die Beamten sind grundsätzlich verpflichtet, sich auf Nachfrage auszuweisen, aber das richtet sich nach dem jeweiligen Landesrecht.
Zugriffsbereit oder schussbereit transportieren?
Nach § 12 Abs. 3 Nr. 2 WaffG sind Waffen grundsätzlich (beispielsweise auf dem Weg zum Büchsenmacher oder Schießstand) nicht zugriffsbereit und nicht schussbereit zu transportieren. Es empfiehlt sich hier die Beförderung in einem mit einem Schloss verschlossenen Futteral oder Waffenkoffer, da dies den gesetzlichen Anforderungen in jedem Fall gerecht wird. Das Jägerprivileg nach § 13 Abs. 6 WaffG erlaubt es, die Waffe im Zusammenhang mit der befugten Jagdausübung (zum Beispiel auf dem Hin- und Rückweg von der Jagd) zugriffsbereit zu führen. (weiterlesen)

Foto: Stiftung Warentest
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Nutrias in Deutschland: Monitoring zeigt alarmierende Zahlen
Die aktuellen Monitoringdaten zeigen eine Verdopplung der Jagdreviere, in denen Nutrias vorkommen.
Leonie Engels
06. DEZEMBER 2022
Gemeinsam mit Wissenschaftlern hat der Deutsche Jagdverband (DJV) Daten aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) mit Blick auf die Verbreitung der Nutria ausgewertet. Das Ergebnis: das Vorkommen der invasiven Nager hat sich von den Jahren 2015 bis 2021 mehr als verdoppelt.
Spitzenreiter ist Nordrhein-Westfalen. 2015 meldeten ein Drittel der Jagdbezirke Nutria-Vorkommen, 2021 sind es schon zwei Drittel. „Werte aus Baden-Württemberg, Bayern und Schleswig-Holstein lagen nicht oder nur teilweise vor“, so der DJV in einer Pressemitteilung.
Verbreitungsschwerpunkt Niedersachsen
Einen weiteren Bestandsschwerpunkt hat das Nutria in Niedersachsen. In über 58 Prozent der Jagdreviere kommt die invasive Art vor. Dabei fühlt sich der Nager auch in urbanen Bereichen mit Wasserflächen wohl. (weiterlesen)

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Austritt aus Jagdverband: FDP wirft Özdemir „grünen ministeriellen Alleingang“ vor
Neben der Kritik an Bundesinnenministerin Faeser von der SPD bezüglich der geplanten Reform des Staatsbürgerschaftsrechts kritisiert die FDP nun auch das von den Grünen geführte Bundeslandwirtschaftministerium.
29.11.2022
Hintergrund ist der angekündigte Austritt Deutschlands aus dem internationalen Jagdverband. Der zuständige Fachpolitiker der FDP-Bundestagsfraktion, Busen, wirft Minister Özdemir einen Alleingang vor. Der Schritt sei weder mit seiner Partei abgestimmt noch mit dem Koalitionsvertrag vereinbar, sagte er der Nachrichtenagentur AFP. Die Freien Demokraten würden dieses Vorgehen nicht dulden. (weiterlesen)

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Besondere Schwere der Schuld: Lebenslange Haft für Polizistenmörder von Kusel
30. November 2022
Das Landgericht Kaiserslautern sieht es als erwiesen an, dass Andreas S. mit der Tat illegale Wilderei vertuschen wollte. Der Mitangeklagte Florian V. geht straffrei aus.
Am frühen Morgen des 31. Januar fällt zwei Polizisten auf der Kreisstraße 22 im rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel ein Kastenwagen auf. Sie wollen ihn kontrollieren. Das letzte Lebenszeichen ist von ihnen zu hören, als der 29-jährige Oberkommissar um 4.21 Uhr um Hilfe funkt: "Kommt schnell! Die schieße', die schieße'!" Wenige Minuten später sind der Oberkommissar und seine 24-jährige Kollegin, eine Polizeikommissaranwärterin, tot. Die Kugeln haben sie in den Kopf getroffen.
Wegen zweifachen Mordes hat das Landgericht Kaiserslautern jetzt den 39 Jahre alten Hauptangeklagten Andreas S. zu einer lebenslangen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Gericht stellte außerdem die besondere Schwere der Schuld fest. Damit ist eine Haftentlassung nach 15 Jahren ausgeschlossen. Mit dem Urteil folgte das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft, es ist noch nicht rechtskräftig. (weiterlesen)

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BfN zählt 1.175 Wölfe – aber steigen die Bestände wirklich langsamer?
Sabine Leopold
29.11.2022
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat die aktuellen Wolfszahlen für 2021/22 veröffentlicht. Die Bestände wachsen weiter, aber mit sehr viel geringerer Geschwindigkeit. Ist das wirklich so? Ein Kommentar.
Man könnte es als gute Nachricht für alle Weidetierhalter verbuchen: Die Anzahl der Wölfe in Deutschland nimmt endlich nicht mehr so schnell zu wie in den vergangenen Jahren. Für das Erfassungsjahr 2021/22 meldet das Bundesamt für Naturschutz (BfN) deutschlandweit:
161 Rudel,
43 Paare und
21 territoriale Einzelwölfe (siehe Tabelle unten).
Im Vergleich zum Vorjahr sind das nur drei Rudel (1,9 Prozent) und fünf Paare (3,2 Prozent) mehr. Bei den Einzelgängern ist die Zahl sogar um ein Tier gesunken (minus 5 Prozent).
Erstmalig Angaben zur Gesamtzahl
Anders als früher üblich nennt das BfN jetzt sogar Individuenzahlen. In der dazugehörigen Pressemitteilung heißt es: „[…] in den bestätigten Wolfsterritorien [wurden] insgesamt 1.175 Wolfsindividuen nachgewiesen: 423 adulte Wölfe, 550 Welpen (Wölfe im 1. Lebensjahr) und 98 Jährlinge (Wölfe im 2. Lebensjahr).“ Bei insgesamt 104 Tieren habe sich das Alter nicht eindeutig zu ermitteln lassen.
Weiterhin betont das BfN: „Hierbei handelt es sich nicht um Abschätzungen oder Hochrechnungen, sondern die Informationen basieren auf von Expertinnen und Experten nach einheitlichen Standards überprüften robusten Datensätzen.“
Nur erwachsene Wölfe werden der EU gemeldet (weiterlesen)

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Kinder auf der Jagd? Bürgermeister erntet Shitstorm
Wo Fleisch herkommt, wollten Kinder in Baden-Württemberg live erleben. Das Ende des noblen Ansinnen: Ein Shitstorm im Netz.
28.11.2022
Den Weg vom Lebewesen zum Lebensmittel – für viele Jäger nach wie vor ein Faszinosum. Was auf der Jagd geschieht, ist aber auch für Nicht-Jäger interessant – beispielsweise Kinder. Ein Bürgermeister aus Baden-Württemberg kam dem Ansinnen seiner acht und zehnjährigen Kinder nach und nahm sie mit auf eine Gesellschaftsjagd. Die Aktion des Knittlinger Ortsoberhauptes nach der Jagd am 19. November brachte ihm dann einen deutschlandweiten Shitstorm ein.
Foto sorgte für Ärger
Der Zankapfel war ein Foto seiner Tochter, auf dem sie einen Teil eines Rehlaufs in die Kamera hielt. Das Internet – beziehungsweise die User – reagierten stante pede. Die „Badischen Neuesten Nachrichten“ schreiben in ihrem Artikel zu der Angelegenheit von über 200 Nutzern, die das Bild kommentierten. Der Tenor: Unverständnis.
Kinder auf der Jagd: Netz reagiert
Während die Knittlinger die jungen Jagdbegleiter gelassen aufnahmen, sorgten die Reaktionen aus dem Netz beim Bürgermeister Alexander Kozel (Grüne) für Kopfschütteln. Insbesondere die Heftigkeit der Kommentare überraschte ihn nach eigenen Angaben. Der Versuch sachlich zu argumentieren, sei fehlgeschlagen. Letztlich löschte er den Beitrag. Mit seinen Kindern habe er laut den „Badischen Neuesten Nachrichten“ über die Kommentare gesprochen, genauso wie über die Jagd – letzteres im Vorfeld. Gegenüber der Presse betont der Kommunalpolitiker, dass die Kinder aus eigenem Interesse mitgekommen seien. „Für uns als Eltern war das so in Ordnung“, kommentierte er den Sachverhalt. (weiterlesen)

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BfN-Zahlen: Wolfspopulation wächst langsamer
28.11.2022
Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) hat Wolfszahlen für das Monitoringjahr 2021/2022 veröffentlicht.
Die meisten Wolfsrudel lebten im Wolfsjahr 2021/2022 (1. Mai 2021 bis zum 30. April 2022) in Brandenburg (Symbolbild: Alexander von Düren/AdobeStock)
Demnach wurden im Berichtszeitraum 161 Wolfsrudel, 43 Wolfspaare sowie 21 sesshafte Einzelwölfe in Deutschland bestätigt. Alles in allem wurden in den bestätigten Wolfsterritorien 1.175 Wölfe nachgewiesen. Für das vorhergehende Monitoringjahr 2020/2021 wurden 158 Rudel, 35 Paare und 22 Einzelwölfe gemeldet (aktualisierter Stand vom 25.11.2022).
Die Anzahl aufgefundener toter Wölfe (Totfunde) im Monitoringjahr 2021/2022 lag der Behörde zufolge bei 148 Tieren. Davon seien 102 durch Verkehrsunfälle gestorben. Bei 18 Wölfen sei die Todesursache natürlichen Ursprungs gewesen, 13 Wölfe seien illegal getötet worden und bei 8 Wölfen sei die Todesursache nicht mehr zu ermitteln gewesen. Lediglich 2 Wölfe wurden im Rahmen von Managementmaßnahmen entnommen und 5 Wölfe werden noch auf die Todesursache hin untersucht. (weiterlesen)


