Deutsches Jagdportal Jagdnachrichten

Pinselohr auf leisen Sohlen: Zur Ausbreitung des Luchses in Vorarlberg

Vor acht Jahren gelang einem Jagdaufseher in der EJ Gamp, Wildregion 4.2- Gamperdonatal mit einem Foto erstmals der Nachweis eines Luchses in Vorarlberg, nachdem die Großkatze seit dem 19. Jahrhundert völlig aus unserem Land verschwunden war. Fünf Jahre später drehte ebenfalls ein Weidmann im Nachbarrevier Vals ein Video von zwei erwachsenen und drei jungen Luchsen, welches in Fachkreisen weit über die Grenzen des Landes für Furore sorgte. Bereits 2016 konnten auch östlich der Ill mit Hilfe von Wildkameras zweimal Luchse nachgewiesen werden. Im Jahr darauf wurde sogar ein toter, vermutlich vom Auto angefahrener Luchs am Dünserberg aufgefunden. Seit einiger Zeit scheint die Ausbreitung und Vermehrung von Pinselohr im Land sukzessive voran zu gehen. Waren die Nachweise zu Beginn der natürlichen Wiederbesiedelung noch auf wenige Einzelereignisse beschränkt, so belegen gegenwärtig alljährlich eine Reihe von Fotos, DNA-Proben, bestätigten Rissen und Fährten sowie direkten Beobachtungen die Zunahme und Ausbreitung der Großkatze in Vorarlberg.

Jäger als unverzichtbare Datenvermittler

Ohne die aktive Mitarbeit der Jäger und Jagdschutzorgane würden wir über das Vorkommen und die räumliche Ausbreitung des Luchses im Lande nicht viel wissen, denn über 90% der bestätigten Nachweise und glaubhaften Hinweise stammen von Grünröcken, die beim Amt der Vorarlberger Landesregierung, Abteilung Va- Landwirtschaft und ländlicher Raum vom wildökologischen Amtssachverständigen gesammelt und verarbeitet werden. (weiterlesen)

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Jagdliches Brauchtum und Jägersprache

Buchvorstellung von André Brüggemann

»Des Waidmanns Ursprung liegt entfernt, dem Paradise nah,
Da war kein Kaufmann, kein Soldat,
Kein Arzt, kein Pfaff´, kein Advokat,
Doch Jäger waren da!«

Mit diesem Zitat von Bunsen beginnt Walter Freverts Buch Jagdliches Brauchtum und Jägersprache, 2020 in vierter Auflage im Kosmos Verlag erschienen.
Eines vorweg: Das Buch Jagdliches Brauchtum und Jägersprache ist die Zusammenlegung der ehemals separat erschienen Bücher Jagdliches Brauchtum und Wörterbuch der Jägerei.

Der Kosmos Verlag schreibt über das Buch: „Seit vielen Jägergenerationen ist das Werk von Walter Frevert die Richtschnur in Fragen der jagdlichen Tradition und Jägersprache. Der Klassiker – jetzt in aktualisierter und in neuer, moderner Gestaltung – informiert über die historischen Wurzeln des Brauchtums und dessen Elemente. Er enthält außerdem ein Glossar aller jagdlichen Fachausdrücke“.  (weiterlesen)

 

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Wolf: Präventionsmaßnahmen steigen auf über 8 Millionen Euro an

Mehr als 8 Millionen Euro wurde im vergangen Jahr für Prävention gezahlt. Doch auch die Schäden durch Wölfe stiegen weiter an.

Nicht nur die Anzahl der Wölfe und Wolfsübergriffe ist im vergangenen Jahr weiter angestiegen, auch die Präventions- und Ausgleichszahlungen erhöhten sich enorm. Wie die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) berichtet, gab es im Monitoringjahr 2018/2019 105 Rudel, 29 Wolfspaare sowie 11 territoriale Einzeltiere. Die meisten Übergriffe von Wölfen auf Haus- und Nutztiere wurden laut des DBBW dort verzeichnet, wo Wölfe neue Territorien etablieren. Bis auf in Berlin, Bremen, Hamburg und dem Saarland wurden aus jedem Bundesland Schäden gemeldet.

Am häufigsten fielen Schafe Isegrim zum Opfer, gefolgt von Gehegewild. Insgesamt wurden bei 887 Übergriffen 2894 Tiere verletzt, getötet oder als vermisst gemeldet. Im Jahr zuvor waren es noch 2067 Tiere bei 639 Übergriffen.  (weiterlesen)

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Jäger vs. Waldeigentümer: Wildverbiss: Neues Bundesjagdgesetz polarisiert

Die Jäger sind bereit, den Wildabschuss zum Schutz des Waldes zu erhöhen. Die zum Waldumbau nötigen Bäume müssten aber die Waldbesitzer pflanzen. Die kontern, das Wild fresse ja alles weg.

Die Bemühungen der vergangenen Monate, Forstwirtschaft und Jagd unter einen Hut zu bekommen, werden derzeit auf eine harte Probe gestellt. Grund ist der jetzt vorgestellt Entwurf des Bundesjagdgesetzes. Die Verbändeanhörung ist für den 28. August angesetzt.

Jäger: Waldumbau nur mit dem Gewehr funktioniert nicht

Lob kommt grundsätzlich vom Deutschen Jagdverband. Neben den reinen Jagdthemen will das neue Gesetz auch „einen angemessenen Ausgleich zwischen Wald und Wild herstellen", zitiert der DJV. Da dies über den Koalitionsvertrag hinaus geht, würden die Gremien des Dachverbandes der Jäger derzeit noch dazu beraten. Eine detaillierte Stellungnahme soll Mitte August vorliegen.

Der DJV sieht die Jäger Deutschlands grundsätzlich in der Pflicht, auf Aufforstungsflächen die Jagd zum Schutz von Forstpflanzen zu intensivieren und so den Waldumbau zu fördern. Forstliche Schutzmaßnahmen seien allerdings ebenso notwendig. Junge Bäume benötigen beispielsweise Schutz vor schnell wachsenden Pflanzen wie Brombeere oder Adlerfarn. Ein Waldumbau nur mit dem Gewehr funktioniere nicht, stellt der DJV klar.

Dürre, Sturm und Schädlinge hätten den Wald auf knapp 250.000 ha Fläche stark geschädigt und machten Aufforstungen notwendig - etwa eine Milliarde Bäume müssen gepflanzt werden. Hinzu kommen anfällige Monokulturen von Fichte und Kiefer. Sie machen 27 % der deutschen Waldfläche aus. Damit daraus Mischwälder entstehen, müssen die Waldbesitzer laut DJV weitere fünf Milliarden junge Bäume pflanzen.

Forst: Wald muss sich ohne Schutzmaßnahmen verjüngen können!   (weiterlesen)

 

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Waldbesitzer und Jäger stemmen sich gegen neues Jagdgesetz

Stürme, Dürre und Schädlinge setzen den Wäldern in Deutschland schwer zu. Um sie zu stärken, sollen künftig unter anderem mehr Rehe geschossen werden dürfen. Dafür soll das Bundesjagdgesetz novelliert werden. Aus Bayern kommt Kritik an dem Entwurf.

Er stapft vorsichtig durch seinen Wald in Sauerlach, rund 20 Kilometer südlich von München, und schaut konzentriert auf den moosigen Boden. Um einen Wildverbiss zu finden, muss Johann Killer, der auch Präsidiumsmitglied im Bayerischen Waldbesitzerverband ist, nicht lange suchen. Er findet eine kleine Tanne, die schon mehrmals verbissen worden ist. "So werd' das bloß ein Krüppelwuchs", sagt Killer.

"Waldumbau" gegen Klimawandel und Schädling

Zwischen Kiefern und Fichten sollen mehr Tannen und Laubbäume wachsen, um den Wald gegen den Klimawandel und Schädlinge widerstandsfähiger zu machen. Die Triebe solcher Bäume sind allerdings ein Leckerbissen für Rehe und anderes Wild. "Wildverbiss" nennt man das. Der gilt als großes Hindernis für den "Waldumbau", also das Umwandeln von Monokulturen in Mischwälder.

"Brauchen keine Kampfbegriffe wie Mindestabschussplan"  (weiterlesen)

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Kolumne Jagd-Heute: Der Entwurf des Bundesjagdgesetzes – Weder Fisch noch Fleisch

Mit großer Spannung war der Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erwartet worden. Bei manchen mit eher bangem Blick in Anbetracht der Reichweite, die das neue Gesetz auf die traditionelle Hegejagd haben könnte. Bei anderen hatte sich zuletzt Hoffnung breit gemacht, dass das BJagdG auch grundlegend an den anhaltenden Schalenwildboom angepasst würde – hatte Ministerin Julia Klöckner (CDU) die Bedeutung der Jagd für den Wald zuletzt doch wiederholt betont. Der jetzt vorliegende Entwurf ist allerdings nur ein Schrittchen in Richtung zeitgemäßer Jagd. Es wurde an wenigen Stellen, eher im kosmetischen Bereich, korrigiert. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

- Jagd, bzw. die „Hege“ soll „eine Naturverjüngung des Waldes im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.“
- Jagdausbildung: Künftig müssen Jagdschüler mindestens 130 Stunden Ausbildung durchlaufen. Die Inhalte der Jagdausbildung werden neu definiert und die Themen Wildschäden („Grundsätze der Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern“) und Waldbau („Erfordernisse naturnaher Waldbewirtschaftung und Naturverjüngung“) stärker gewichtet.
- Büchsenmunition: Es kommt kein Bleiverbot, sondern ein Minimierungsgebot.
- Nachtzielgeräte werden für die Jagd auf Schwarzwild erlaubt.
- Tellereisen und Fangeinrichtungen, in denen Greife gefangen werden könnten, werden verboten.
- An Grünbrücken darf im Umkreis von 250 Metern nicht gejagt werden außer an wenigen Stunden bei Bewegungsjagden.
- Abschusspläne: Behördliche Abschusspläne für Rehwild entfallen. Jäger und Verpächter bzw. Eigentümer müssen aber Mindestabschusspläne vereinbaren (längstens für drei Jahre). Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, schreibt die Behörde den Mindestabschuss vor, ggf. unter Berücksichtigung des forstlichen Verbissgutachtens.  (weiterlesen)

 

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Pressemitteilung des Deutscher Bauernverbandes: Schäden durch Wolfsrisse kaum mehr beherrschbar

Angriffe auf Weidetiere nehmen weiter exponentiell zu

Die neuesten Zahlen der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) bewertet der Deutsche Bauernverband (DBV) als Alarmsignal. „Die Zahl der bei Wolfsangriffen getöteten und verletzten Weidetiere nimmt weiter dramatisch und exponentiell zu, 2019 erneut um 40 Prozent“, stellt Bernhard Krüsken, Generalsekretär des DBV, fest. „Es ist nicht akzeptabel, dass diese vorhersehbare Entwicklung von Seiten des Naturschutzes mit Achselzucken hingenommen wird. Die Taktik des Verharmlosens und Verniedlichens der massiven Schäden ist unverantwortlich. Wir müssen jetzt endlich den Einstieg in die ernsthafte Bestandsregulierung beim Wolf finden“, so Krüsken. Nach den Zahlen der DBBW wurden 2019 bei 887 Wolfsübergriffen 2.894 Nutztiere verwundet oder getötet - darunter mehr als 2.500 Schafe und Ziegen, aber auch Rinder und Pferde. „Die ungebremste Ausbreitung der Wölfe in Deutschland ist für die Weidetierhaltung in den betroffenen Regionen verheerend“, mahnt Krüsken. Anders als von Seiten des Naturschutzes behauptet, wächst nicht nur der Wolfsbestand in Deutschland exponentiell, sondern auch die Zahl der Wolfsrisse von Schafen, Ziegen, Rindern, Pferden und landwirtschaftlichen Wildtieren und die daraus resultierenden Probleme für die Weidehaltung.   (weiterlesen)

 Foto: Wikipedia

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Waldumbau: Schutzmaßnahmen gewinnen an Bedeutung

Dürre, Stürme und Insekten haben in den vergangenen Jahren Deutschlands Wäldern massiv zugesetzt. Nadelholzreinbestände sollen in Mischwälder umgebaut werden. Vermehrt sollen deswegen Rehe und Hirsche erlegt werden. Wissenschaftler sagen: Schutzmaßnahmen wie Wuchshüllen oder Gitter gewinnen an Bedeutung.

Akteure aus Politik, Forstwirtschaft und Naturschutz fordern, dass der Umbau von anfälligen Fichten- oder Kiefernreinbeständen hin zu klimastabilen Mischwäldern möglichst ohne Schutzmaßnahmen gegen Wildtiere funktionieren soll. Sebastian Hein, Waldbau-Professor der Fachhochschule für Forstwirtschaft in Rottenburg, erwartet gleichzeitig, dass der Einsatz von Forstschutzmaßnahmen wie dem mechanischen Einzelschutz durch Wuchshüllen sogar zunehmen wird. Im Interview mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) erläutert er die Gründe, die für diese Prognose sprechen.

DJV: Die Waldfläche der Größe des Saarlands ist von Dürre, Sturm und Insekten geschädigt. Auf diesen Flächen sollen jetzt klimastabile Mischwälder entstehen. Dafür müssen Bäume gepflanzt werden. Überleben diese gänzlich ohne Schutzmaßnahmen?

Professor Sebastian Hein: In der Waldbewirtschaftung werden verschiedene Schutzmechanismen angewendet. Zäune beispielsweise schützen vor Schäden durch Reh- oder Schwarzwild.

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Baden-Württemberg: Investitionshilfen für Schwarzwildbejagung

Im Zuge der effektiven Schwarzwildbejagung eröffnet Baden-Württemberg en Vorantragsverfahren zur Förderung von Bewegungsjagden.

Neue Fördermöglichkeiten zur Unterstützung der Jägerschaft bei einer effektiven Schwarzwildbejagung sind die Inhalte einer aktuellen Verwaltungsvorschrift. Diese sollen die Jägerinnen und Jäger bei der Schwarzwildjagd finanziell unterstützen und im Bereich der Wildbretvermarktung mehr Sicherheit und Kontinuität bringen.

Das Land fördert Revierausstattungen und Dienstleistungen bei den Bewegungsjagden und qualifizierte Beratungsleistungen durch Berufsjäger. Für die oben genannten Fördermaßnahmen sind alle Revierinhaber antragsberechtigt. Im Zuge der Bewegungsjagden auf Schwarzwild werden zudem Hundeführer mit ihren Stöberhunden als auch anerkannte Nachsuchengespanne für ihren Einsatz finanziell unterstützt. Investitionen im Bereich der gesamten Wildbretverarbeitungskette honoriert das Land ebenfalls.

Antragsverfahren

Die Verwaltungsvorschrift ist am 02. April 2019 in Kraft getreten. Die einzelnen Fördermaßnahmen werden vom Land schrittweise erarbeitet und den Jägerinnen und Jägern bekannt gegeben.  (weiterlesen)

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Forst erklärt – Forstwirtschaft für jeden verständlich

Forst erklärt ist ein Projekt, welches 2020 gegründet wurde. Es soll den Wald mit seinen vielen Gesichtern für alle verständlich und erlebbar machen. Hinter diesem Projekt stecken Jan, Simon und Felix, die sich während ihres gemeinsamen Forststudiums an der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) in Göttingen kennen gelernt haben.

Ziel des Projektes ist es, die spannenden und vielseitigen Inhalte im Wald, im Forst und der Natur so aufzubereiten, dass jeder sie verstehen kann. Denn eines ist den Jungs aufgefallen: Es gibt kaum Menschen und Kanäle, die das Wissen rund um Wald und Forst nach draußen tragen. Das wollten sie ändern. Dabei spielt vor allem die Begeisterung für die Natur und für den Wald als Lebens- und Arbeitsraum eine Rolle. So werden im Rahmen des Projektes verschiedenste Plattformen bespielt. Forst erklärt hat es sich zur Aufgabe gemacht, faktenbasiertes Wissen anschaulich darzustellen. Deshalb findet man unter jedem Blogbeitrag auch Quellenangaben. Es soll ja nicht nur bei „Hab ich mal gehört“ und „Das ist halt so“ bleiben.

Zielgruppe: jenseits der forstlichen Welt

Kritik und Feedback werden sehr ernst genommen. Dabei soll der Forst auf eine moderne und niederschwellige Art und Weise präsentiert werden, um besonders eine Zielgruppe jenseits der forstlichen Welt zu erreichen. Wie genau bespielen also die drei jungen Männer verschiedene Plattformen?  (weiterlesen)

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