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CDU im Bundestag: "Die Akzeptanz des Wolfes schwindet"
Die Unionsfraktion unternimmt einen neuen Anlauf: Der Wolf soll als "jagdbar" ins Jagdrecht aufgenommen werden.
Von Thilo Alexe
19.09.2023
Die Unionsfraktion ist sich sicher: "Die Akzeptanz des Wolfes schwindet, die Ängste nehmen zurecht zu." In einem Antrag, der am Freitag auf der Tagesordnung des Bundestages steht, verweisen CDU/CSU auf Vorfälle wie den aus den Niederlanden, wo ein Schäfer von einem Wolf in den Arm gebissen wurde. In St. Peter Ording sei ein Wolf am Strand gesichtet, in Cuxhaven ein Pony gerissen worden. Weidetierhalter fühlten sich "von der Politik im Stich gelassen".
Daher fordern die Unionsparteien den Bund in einem neuen Anlauf zum Handeln auf. Die Bundesregierung soll Landesbehörden in die Lage versetzen, die Jagd auf eine bestimmte Anzahl von Wölfen erlauben zu dürfen. Dieses sogenannte Bestandsmanagement soll anlasslos und unabhängig von der Zahl der Wolfsrisse eingeführt werden können. (weiterlesen)

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Franzosen dürfen nicht mehr betrunken auf die Jagd gehen
Paris · Immer mal wieder hört man aus dem Ausland von neuen, absurden oder lustigen Gesetzen. Auch Frankreich gehört dazu. Doch die zunächst witzig klingende Regelung hat einen ernsten Hintergrund.
17.09.2023
Jägern in Frankreich droht künftig ein saftiges Bußgeld, wenn sie betrunken bei der Jagd ertappt werden. Nach einem im Amtsblatt veröffentlichten Dekret wird ein Bußgeld von bis zu 1500 Euro fällig, wenn ein Jäger oder eine Jägerin „in einem Zustand offensichtlicher Trunkenheit“ erwischt wird.
Eine Promillegrenze wurde dafür nicht festgelegt. Für Wiederholungstäter wird es noch teurer. Das Verbot gehört zu einem Maßnahmenpaket, das die Zahl von Jagdunfällen reduzieren soll. Auch soll es erhöhte Ausbildungs- und Sicherheitsanforderungen geben sowie eine App, auf der Spaziergänger abrufen können, wo gerade gejagt wird. (weiterlesen)

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Jagdmessen in Deutschland – Messetermine ab September 2023
Messekalender mit Jagdmessen ab dem 14.09.2023. In Deutschland finden 3644 Messen in 1154 Städten statt. Von den 3644 Messen sind 13 Jagdmessen. Die meisten Messen in Deutschland sind Ausbildungsmessen, Weiterbildungsmessen und Bildungsmessen. (weiterlesen)



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Jagd mit Lindner: Offener Brief an Özdemir
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir hat die Einladung zu einem Jagdansitz mit seinem Kabinettskollegen Christian Lindner angenommen. Er wolle dem Finanzminister seine Sichtweise hinsichtlich der Jagd vermitteln. In einem offenen Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir weist die Tier- und Naturschutzorganisation Wildtierschutz Deutschland auf Themen hin, die Inhalt eines Austausches mit dem Finanzminister sein sollten, weil sie so von der breiten Gesellschaft nicht mehr getragen werden:
Offener Brief an Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir
Jagdausflug mit Herrn Bundesfinanzminister Lindner
Sehr geehrter Herr Bundesminister,
wie der Presse zu entnehmen ist, haben Sie eine Einladung zur Jagd mit Herrn Bundesfinanzminister Christian Lindner angenommen.
Wir fänden es angemessen, wenn Sie bei dieser Gelegenheit ansprechen würden, was bei der Jagd falsch läuft und von großen Teilen der Gesellschaft so nicht mehr getragen wird[1], zum Beispiel:
Vergessen Sie die PR-Märchen der Jagdverbände und fragen Sie den jagenden Bundesminister, warum die Hälfte der etwa sechs Millionen jährlich in Deutschland durch Hobbyjäger getöteten Tiere ohne Verwertung entsorgt wird und nicht einmal eine Evaluierung von Schaden und Nutzen dieser Zerstörung von Leben für unsere Umwelt stattfindet.
Fragen Sie den Finanzminister bitte, wie es sein kann, dass Jagdverbände, in denen er Mitglied ist, der Öffentlichkeit verkaufen, dass die vergnügungsorientierte, freiheitliche Jagd dem Artenschutz dienen soll.
Obwohl doch seit Jahrzehnten jedes Jahr etwa 450.000 Füchse, 80.000 Dachse, 70.000 kleine Beutegreifer vom Mauswiesel bis zum Baummarder mit eben dieser Begründung getötet werden, wurde der Rückgang der Zielarten Feldhase und Rebhuhn dadurch nicht einmal aufgehalten – weder auf Landes- noch auf Bundesebene.
Warum spricht kaum jemand darüber, dass fast ganzjährig (!) der Schutz von zur Aufzucht erforderlichen Elterntieren missachtet wird: Fuchsfamilien verlieren durch vielerorts veranstaltete revierübergreifende Fuchsjagden im Januar und Februar mit dem Rüden ihren Hauptversorger. Hirschkälbern werden die zur Aufzucht erforderlichen Muttertiere im Rahmen von Bewegungsjagden im Winter, selbst noch im Januar weggeschossen. Bei Wildschweinen gibt es dahingehend schon lange keine Tabus mehr. So tragen renommierte Schweißhundführer vor, dass jedes zweite bei Erntejagden erlegte Wildschwein eine Mutter von Frischlingen ist.[2]
Warum versucht die Politik der Öffentlichkeit weiszumachen, dass die Wald-vor-Wild-Ideologie – und die damit einhergehende Intention Bestände insbesondere von Rot- und Rehwild lokal nahezu auszuradieren – die einzige Möglichkeit sei, einen klimastabilen Wald zu schaffen, obwohl es sachlich betrachtet vor allen Dingen um die wirtschaftlichen Interessen von Landes- und Bundesforsten und der privaten Forstindustrie geht. Studien[3] im Übrigen belegen, dass der Verbiss durch Rehe oder Hirsche hinsichtlich eines klimastabilen Waldes völlig überbewertet wird.
Sehr geehrter Herr Bundesminister Özdemir, vielleicht sind das aber auch Fragen, denen Sie sich als der für die Jagd und für den Tierschutz zuständiger Bundesminister unter dem Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit der Staatsziele Eigentum, Umwelt und Tierschutz stellen sollten. Denn die ist lange aus den Fugen geraten: Tierschutz steht im Deutschland der 2020er Jahre vor allen Dingen auf dem Papier.
Gerne stehen wir Ihnen zu einem konstruktiven Dialog hinsichtlich einer Jagd, welche auch dem vernünftigen Grund im Sinne des Tierschutzgesetzes gerecht wird, zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
Wildtierschutz Deutschland e.V.
Lovis Kauertz, Vorsitzender

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir beim Besuch auf einer Alm Foto: Der Spiegel
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Pressemitteilung Deutscher Bauernverband: Wölfe regulieren – Zukunft der Weidetierhaltung sichern
Resolution des DBV zur Ministerpräsidentenkonferenz in Brüssel
6. September 2023
Der Deutsche Bauernverband fordert anlässlich der Ministerpräsidentenkonferenz in Brüssel in einer Resolution die Ministerpräsidenten auf, sich gegenüber Kommissionspräsidentin von der Leyen für eine Herabstufung des Schutzstatus des Wolfes im EU-Recht auszusprechen.
Dazu der stellvertretende Generalsekretär des DBV, Udo Hemmerling: „Der Wolf hat sich so sehr ausgebreitet, dass er wirklich keine akut gefährdete Art mehr ist. Das Ausmaß der Wolfsrisse bei Schafen und anderen Weidetieren ist unerträglich geworden. Die EU-Staaten müssen die Möglichkeit bekommen und auch nutzen, die Anzahl der Wölfe zu begrenzen. Ein Abschuss nur von Problemwölfen reicht nicht mehr aus. Dazu muss die EU-Kommission gemeinsam mit den Mitgliedstaaten ein länderübergreifendes Monitoring des Wolfs vornehmen, um den Erhaltungszustand des Wolfes zu ermitteln. Die Kleinstaaterei, dass jeder Mitgliedstaat oder gar jedes Bundesland einen eigenen guten Erhaltungszustand des Wolfes erreichen will, muss beendet werden. Denn das führt zu überhöhten Wolfspopulationen.“ (weiterlesen)

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Ein Wolfsexperte spricht Klartext: „Die Jagd auf Wölfe ist alternativlos“
Schießen oder nicht? Im Interview erklärt Gregor Beyer, warum sich Wölfe zwischen Autobahnen wohler fühlen als in Alaska und die Politik auf einem Irrweg ist.
Jesko zu Dohna
02.09.2023
Eine Weide in Gräpel im Landkreis Stade. Im Gras liegen Leichen, mit Blut getränkte Wolle. 18 tote Schafe. 37 schwer verletzte Tiere kämpfen noch um ihr Leben, sie müssen später eingeschläfert werden. Nur 55 der 112 Schafe überleben den nächtlichen Wolfsangriff vom vergangenen Samstag. Und das, obwohl die Weide mit einem Schutzzaun eingezäunt war.
Es sind Fälle wie diese, die immer mehr Bauern und Schäfer in Deutschland zur Verzweiflung bringen. Und teilweise auch in ihrer Existenz bedrohen. „Schießt den Wolf ab“, so ihre Forderung. Doch Naturschützer und Politiker lehnen das ab. Und so verhärten sich die Fronten immer mehr. Schäfer gegen Naturschützer. Jäger gegen Grüne. Städter gegen Bauern.
Langjähriger FDP-Chef von Brandenburg und Wolfsexperte
Die Berliner Zeitung hat mit dem Wolfsexperten Gregor Beyer gesprochen. Der Naturschützer arbeitete für den Naturschutzbund (Nabu), saß als Politiker für die FDP von 2009 bis 2014 im Brandenburgischen Landtag und war bis 2014 auch Vorsitzender der FDP Brandenburg. (weiterlesen)

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Hammer-Urteil des OVG Düsseldorf zur Aufbewahrung von Waffenschrankschlüsseln
31. August 2023
OVG Düsseldorf: Die Anforderungen an die Aufbewahrung von Waffenschrankschlüsseln sind dieselben, wie für die im Waffenschrank befindlichen Waffen und Munition
Schlüssel zu einem Waffenschrank sind in einem Behältnis aufzubewahren, das seinerseits den gesetzlichen Sicherheitsstandards an die Aufbewahrung der im Waffenschrank befindlichen Waffen und Munition entspricht. Das hat gestern (30.09.2023) das Oberverwaltungsgericht entschieden.
Den Widerruf der waffenrechtlichen Erlaubnisse wegen unzureichender Aufbewahrung der Waffenschrankschlüssel im Einzelfall eines Jägers aus Duisburg hat es allerdings für rechtswidrig gehalten.
Während einer einwöchigen Urlaubsabwesenheit wurde in das Wohnhaus des Klägers in Duisburg eingebrochen. Die Einbrecher entwendeten aus dem dortigen Waffenschrank, der unversehrt blieb, zwei Kurzwaffen und diverse Munition. Der Waffenschrank entsprach dem gesetzlich vorgeschriebenen Sicherheitsstandard für die Aufbewahrung von Waffen und Munition. Die Schlüssel zu diesem Schrank bewahrte der Kläger in derselben Wohnung in einem etwa 40 kg schweren, dick- und doppelwandigen Stahltresor mit Zahlenschoss auf. Dieser genügte allerdings nicht dem gesetzlichen Sicherheitsstandard für die Aufbewahrung der im Waffenschrank befindlichen Waffen und Munition. Daraufhin widerrief das Polizeipräsidium Duisburg die waffenrechtlichen Erlaubnisse des Klägers mit der Begründung, dieser habe Waffen und Munition nicht sorgfältig verwahrt. Die dagegen gerichtete Klage wies das Verwaltungsgericht Düsseldorf ab. Die Berufung des Klägers, der in dieser Sache von Rechtsanwältin Dr. Susanne Selter und Rechtsanwalt Hans-Jürgen Thies, MdB (bis 2016 Justitiar des LJV NRW, seit 2016 Vizepräsident des LJV NRW) vertreten worden ist, gegen dieses Urteil war erfolgreich.
Zur Urteilsbegründung (weiterlesen)

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Wolfsmanagement ist europarechtskonform
30.8.2023
Ein aktives Bestandsmanagement des Wolfes ist europarechtskonform möglich.
Zu diesem Ergebnis kommt der Jenaer Staatsrechtler Professor Dr. Michael Brenner in einem jetzt veröffentlichten Gutachten im Auftrag der FDP-Bundestagsfraktion.
Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE), Bundesverband Deutscher Ziegenzüchter (BDZ), Bundesverband für landwirtschaftliche Wildhaltung (BLW), Deutscher Bauernverband (DBV), Deutscher Jagdverband (DJV), Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) und Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände (VDL) begrüßen diese Klarstellung und fordern die Bundesregierung auf, den Koalitionsvertrag jetzt rasch umzusetzen und den günstigen Erhaltungszustand für den Wolf in Deutschland an die Europäische Union zu melden.
Das Brenner-Gutachten belege: Ein regional differenziertes Bestandsmanagement kann auch ohne konkreten Schadensbezug durchgeführt werden. So lasse sich die Zahl der Wölfe auf einem sozio-ökonomisch akzeptablen Niveau halten, wenn der günstige Erhaltungszustand dauerhaft gesichert ist. Professor Brenner zeige Wege auf, wie sich ein regional differenziertes Bestandsmanagement für den Wolf umsetzen lasse – auch auf Basis des strengen Schutzes, den die EU für den Wolf trotz europaweit stark angestiegener Bestände nach wie vor verlange. (weiterlesen)

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Wolfsland Deutschland: Im Westen nichts Neues
Weder in Ost noch West geht es voran, den Wolf und die Weidetierhaltung unter einen Hut zu bekommen. Hat die Politik versagt?
Phil Kahrs 28.8.2023
Mitte vergangener Woche trafen sich Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) und Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer (Grüne) mit der Bundesumweltministerin Steffi Lemke (Grüne), um über den Umgang mit dem Wolf in Niedersachsen zu sprechen. Das Ergebnis: Es sollen „zeitnah Vorschläge für ein praktikableres, einfacheres Handeln bei Nutztierrissen in Aussicht“ gestellt werden, wie Minister Weil von der „celler-presse.de“ zitiert wird. Konkrete Lösungsansätze der Berliner Wolfs-Gespräche? Fehlanzeige. Und das, obwohl Minister Weil im Umgang mit dem Wolf im zweitgrößten Flächenland Deutschlands große Probleme attestierte und feststellte, dass einige Regionen stark betroffen seien.
Minister Günther: „Wolf soll geschützte Art bleiben“
Nun zieht das hinter Brandenburg und Niedersachsen drittgrößte Wolfsland – Sachsen – nach. Umweltminister Wolfram Günther (Grüne) kündigte an, dass über Wolfsentnahmen schneller entschieden werden soll. „Wo es Probleme gibt, müssen sie gelöst werden. Wir brauchen schnellere Verfahren für die Wolfsentnahmen“, so der Minister laut „tagesschau.de“. „Es gibt mehr Wölfe und es gibt neu besiedelte Gebiete. In einzelnen Gebieten gibt es mehr Risse als anderswo. Und in Einzelfällen haben Wölfe gelernt, Zäune zu überwinden.“ Minister Günther betonte zugleich, dass der Wolf „aus guten Gründen“ eine geschützte Art sei, die es auch bleiben solle. (weiterlesen)


