Deutsches Jagdportal Jagdnachrichten
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Die Rolle von Computer Vision im Wildtierschutz und in der Wildtierforschung
4.7. 2023
Christopher Clay
Untersuchung der Auswirkungen von Computer Vision auf den Naturschutz und Forschungsbemühungen
Der rasante technologische Fortschritt hat verschiedene Branchen revolutioniert, und der Schutz und die Forschung von Wildtieren bilden da keine Ausnahme. Einer der bedeutendsten technologischen Durchbrüche der letzten Jahre ist Computer Vision, ein Bereich der künstlichen Intelligenz (KI), der es Computern ermöglicht, die visuelle Welt zu interpretieren und zu verstehen. Durch die Analyse digitaler Bilder und Videos können Computer-Vision-Systeme Objekte oder Ereignisse in der Umgebung identifizieren, klassifizieren und verfolgen. Dieses leistungsstarke Instrument hat das Potenzial, die Naturschutz- und Forschungsbemühungen zu verändern und zu wirksameren Strategien zum Schutz gefährdeter Arten und zur Erhaltung der Artenvielfalt zu führen.
Eine der größten Herausforderungen beim Artenschutz ist die Überwachung und Verfolgung von Tierpopulationen. Herkömmliche Methoden wie Kamerafallen und Felduntersuchungen können arbeitsintensiv, zeitaufwändig und anfällig für menschliches Versagen sein. Computer Vision bietet eine effizientere und genauere Alternative und automatisiert den Prozess der Identifizierung und Zählung von Tieren in Bildern und Videos. Diese Technologie kann besonders nützlich sein, um schwer fassbare oder gefährdete Arten zu überwachen, die in freier Wildbahn schwer zu beobachten sind. (weiterlesen)

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Umweltministerin Lemke fordert mehr Abschüsse von Wölfen
1. Juli 2023
Umweltministerin Lemke hat mehr Abschüsse von "Problemwölfen" gefordert. Der Abschuss von Tieren, die Menschen zu nahe kämen, sei durch die Länder möglich. Die Abschüsse seien auch notwendig, um die Akzeptanz des Wolfsschutzes in Deutschland zu stärken.
Bundesumweltministerin Steffi Lemke hat mehr Abschüsse von "Problemwölfen" gefordert. Die Grünen-Politikerin sagte der "Neuen Osnabrücker Zeitung", der Abschuss von Wölfen, die das Überwinden von höheren Zäunen gelernt hätten oder sich Menschen zu sehr näherten, sei möglich. Die Länder könnten das rechtskonform durchführen. "Diese Möglichkeit sollte in Zukunft verstärkt genutzt werden." Sie wolle dafür sorgen, dass die Verfahren unbürokratischer und praxisnäher würden, versprach die Ministerin.
Lemke betonte zugleich, dass solche Abschüsse notwendig seien, um die Akzeptanz zum Schutz des Wolfs aufrechtzuerhalten. Alle Beteiligten müssten Rechtssicherheit haben, wenn eine Abschussgenehmigung erteilt werde.
Morddrohungen von Wolfsschützern wie kürzlich gegen den niedersächsischen Umweltminister Christian Meyer (Grüne) bezeichnete Lemke als "völlig inakzeptable Grenzüberschreitung". Damit werde der Raum des demokratischen Diskurses definitiv verlassen.
Abschüsse sollen Akzeptanz fördern (weiterlesen)

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Waidgerechte Saujagd? Tellerschüsse bei Schwarzwild
Die Zunahme des Schwarzwildes und die damit einhergehend intensive Bejagung auf den Schadflächen verleitet manchen Jäger zum Tellerschuss. Jedoch kann dieser dem Wild großes Leid zufügen.
Wildmeister Matthias Meyer 28. JUNI 2023
Nicht selten sind für den Schützen nur der Kopf und der obere Teil des Wildkörpers zu sehen, wenn das Stück Schwarzwild im Getreide steht – kleinere Frischlinge werden oft nicht bemerkt. Oft muss man einige Zeit warten, um einen sauberen Schuss antragen zu können. Die weite, unübersichtliche Deckung durch die Feldfrüchte Mais, Raps und Getreide beeinträchtigen oder vereiteln nicht selten die (Nach-)Suche und Bergung des beschossenen Wildes.
Eine annehmende Sau würde zudem in dem dichten Bewuchs den in Sicht und Bewegung stark beeinträchtigten Waidmann mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit eher „alt aussehen“ lassen. Und dann ist da noch die Sache mit dem Verhitzen. Eine Nachsuche beim ersten Licht würde das um Mitternacht anvisierte Wildschwein bis zum Eintreffen der Jäger sicherlich nicht mehr für den menschlichen Verzehr zulassen.
Ein ganzer Katalog scheinbar plausibler Argumente, der den so oft an Jägerstammtischen propagierten und leider auch dann in der Praxis angewendeten Schuss hinter den Teller auf das Schwarzwild auszuprobieren, empfiehlt. (weiterlesen)

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Klischee widerlegt: Auch Frauen gingen auf die Jagd
Es gehört zum Bild von Wildbeutern, dass Frauen Holz oder Essbares sammeln, während Männer dem Wild nachstellen. Eine Studie widerlegt nun diesen Mythos.
Von Walter Willems 30.6.2023
Männer jagen, Frauen sammeln: So beschreiben sogar viele Wissenschaftler seit Jahrzehnten die Arbeitsteilung bei Wildbeuter-Gesellschaften. Dieser Darstellung widerspricht nun eine Studie entschieden: Demnach zeigt die Analyse ethnographischer Texte, dass Frauen in mindestens 79 Prozent der untersuchten Kulturen ebenfalls jagten – und zwar oft auch Großwild.
Angesichts dieser Erkenntnis müssten viele archäologische Funde neu interpretiert werden, betont das Team um Cara Wall-Scheffler von der Seattle Pacific University im Fachblatt „PLOS One“. (weiterlesen)

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Landesbetrieb nimmt mehrere Millionen Euro mit Jagd ein
28. Juni 2023
Der Landesbetrieb Hessen Forst hat im vergangenen Jahr knapp sechs Millionen Euro im Geschäftsfeld Jagd eingenommen. Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums in Wiesbaden auf Anfrage mitteilte, fließen beispielsweise Erlöse aus der verpachteten Jagd. Dazu kommen Einnahmen über die sogenannte Regiejagd, also etwa aus der Vergabe von Jagderlaubnisscheinen für nicht verpachtete Flächen sowie aus dem Verkauf von Wildfleisch. Das Geschäftsfeld Jagd trage mit gut drei Prozent zu den Gesamt-Umsatzerlösen des Landesbetriebs bei, sagte die Ministeriumssprecherin. Die Einnahmen aus der verpachteten Jagd lagen in den zurückliegenden fünf Jahren stabil bei durchschnittlich gut 22 Euro je Hektar. Das geht aus einer Antwort des Ministeriums auf eine parlamentarische Anfrage der SPD-Landtagsfraktion hervor. Die Verpachtungserlöse je Hektar beziehen sich auf rund 92.000 Hektar Fläche. Wie das Ministerium erläuterte, sind knapp 28 Prozent des bejagbaren Staatswaldes an Dritte verpachtet. Der Rest wird selbst bejagt.
Wegen einer regional unterschiedlicher Angebots- und Nachfragesituation sowie Wildvorkommen seien die Preise für die verschiedenen Jagdmöglichkeiten in den Revieren auch unterschiedlich hoch, hieß es vom Ministerium. Grundsätzlich werde in den Preislisten nach Hoch- und Niederwildrevieren unterschieden. Zum Niederwild zählen unter anderem Feldhase, Fasan und Rebhuhn, zum Hochwild beispielsweise Rot- und Damwild.
So kostet in Hochwildrevieren des landeseigenen Waldes ein Jahresjagderlaubnisschein beispielsweise 1100 Euro, in einem Niederwildrevier 900 Euro. Zudem gibt es auch kostenpflichtige Abschussfreigaben, etwa für einzelne Hirsche.
© dpa-infocom, dpa:230628-99-209881/2
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Die Jagd auf den Wolf in Österreich ist eröffnet
Nach Kärnten und Tirol stellt auch Salzburg auf Verordnungen für Abschüsse um. Acht Wölfe können geschossen werden, in Kärnten wurden bereits fünf erlegt.
Stefanie Ruep
27. Juni 2023
Kaum ist die schwarz-blaue Landesregierung in Salzburg im Amt, geht es ruckzuck mit der ersten Abschussverordnung betreffend "Problemwölfe". Vergangenen Dienstag hat die Salzburger Jagd-Landesrätin Marlene Svazek (FPÖ) eine Verordnung in Begutachtung geschickt, die die Entnahme von zwei Wölfen ermöglicht. Diese Woche dürfen Jäger bereits auf Wölfe schießen.
Das Jagdgebiet umfasst fast den gesamten Pinzgau und weite Teile des Pongaus und Tennengaus. 25 Schafe und Ziegen sind seit Mitte Mai im Pinzgau gerissen worden, zehn weitere in Rußbach am Pass Gschütt im Tennengau. Bei vier der sechs Vorfälle ist ein Wolfsriss per DNA-Analyse bestätigt. Bei den anderen seien die Spuren laut dem Wolfsbeauftragten des Landes, Hubert Stock, eindeutig. Er geht davon aus, dass sich derzeit drei bis vier Wölfe im Bundesland aufhalten. Ihr Abschuss ist in sechs Wildregionen in einem Zehn-Kilometer-Radius rund um die letzten Risse erlaubt. Bei jedem neuen Vorfall verschiebt sich der Radius hin zu den aktuellsten Rissen.
Svazek will wolfsfreie Zonen (weiterlesen)

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Intervalljagd: Wann ist eine solche Jagd und Jagdruhe sinnvoll?
Bei einigen Landesforsten findet die Bejagung des Schalenwildes in bestimmten Zeitspannen statt. Doch wann ist die Intervalljagd sinnvoll und wann brauche ich alternative Jagdstrategien?
Johannes Lang 25.6.2023
Jeder Jagdpraktiker kennt das Phänomen: Kurz vor und zum Beginn der Jagdzeit ist das Wild gut sichtbar und Erlegungen gelingen regelmäßig, schnell und leicht. Bereits nach kurzer Zeit jedoch ändert sich das Wildverhalten. Die Stücke werden vorsichtiger, treten später aus und lassen sich nur noch im ersten oder letzten Büchsenlicht beobachten. Der Jagdaufwand in Form von Ansitzstunden nimmt zu und in der Folge steigt der Jagddruck. Ein Teufelskreis beginnt, in dem das Wild immer scheuer wird, was wiederum eine weitere Steigerung des Jagddrucks zur Folge hat. Nachtsichttechnik, für viele Jäger mittlerweile genauso selbstverständlicher Bestandteil jagdlicher Ausrüstung wie die Büchse, verrät jedoch die Anwesenheit des Wildes im Dunkeln.
Der in vielen Regionen im Bundesgebiet erforderliche Waldumbau zu klimaresilienten Wäldern verbunden mit Kalamitäten (Sturmwurf, Borkenkäfer) zurückliegender Jahre haben eine weitere Steigerung des Jagddrucks zur Folge. In einigen Bundesländern wurden aus diesem Grund die Jagdzeiten für Schalenwild verlängert. Doch die Frustspirale dreht sich weiter und nicht selten schneller. Als Lösung dieses Problems wird in den vergangenen Jahren immer öfter die Intervalljagd empfohlen und oft sogar zum Allheilmittel erhoben. Zum Beispiel verpflichten einige Landesforstbetriebe in Deutschland ihre Begehungsscheininhaber dazu, indem sie die Jagderlaubnis auf bestimmte Zeitintervalle begrenzen.
Ruhephasen sorgen für höhere Aktivität des Wildes (weiterlesen)

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Industriegebiete als Motels für Wildtiere?
Rainer Soppa
23. Juni 2023
Außerhalb des Waldes wird es für Wildtiere immer schwieriger, unsere stark zersiedelte Landschaft zu durchqueren. Gestrüpp, Büsche und Baumgruppen spielen dabei eine entscheidende Rolle. Wie eine Art Motel dienen sie den Tieren als sichere Zwischenstationen. Auch auf Industrieflächen gibt es solche Strukturen. Ob diese von Reh, Fuchs, Dachs und Co. genutzt werden, untersucht die Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg (FVA).
„Es gibt Hinweise darauf, dass Wildtiere Gewerbe- und Industrieflächen nicht kategorisch fernbleiben. Teile sind mitunter zugewachsen und werden quasi nie vom Personal aufgesucht. Unbefugten ist das Betreten verboten. Das sind ruhige und deckungsreiche Bereiche, perfekt für Wildtiere“, erklärt Mara Ziemlich vom Arbeitsbereich Wildtiere und Menschen des FVA-Wildtierinstituts.
Von der Gärtnerei bis zum Klärwerk
Um dieses Verhalten zu untersuchen, werden auf Probeflächen Informationen über die Vegetation gesammelt und teils Fotofallen installiert. Diese sollen Aufschluss geben, welche Arten welche Gebiete nutzen. „Die Spanne reicht von der Bauschutthalde über die Gärtnerei bis zum Klärwerk. Noch wissen wir nicht, wie sich welcher Industriezweig als Trittsteinbiotop eignen könnte“, sagt Ziemlich.
Im Dialog mit den Betreibenden (weiterlesen)

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Tierschutz als Religion – wehe wenn die Blase platzt
Vorwort
Seit über 30 Jahren engagieren wir uns im Tierschutz: von der adoptierten Katze in jungen Jahren über die notgedrungene Vereinsführung eines “Auslandshunde-Vereins”, von der Nutzung der beruflichen Ausbildung im Dienste der Tierrettung bis hin zum Aktivismus oder finanzieller Unterstützung. Und nicht zu vergessen: wir sind nicht Veganer geworden, weil es billiger, gesünder oder hipper / woker (<- *insEssenbrech*) wäre, sondern auch nur aus einem Grund: Tierschutz.
Natürlich: das war nicht immer ganz uneigennützig, im Gegenteil. Es ging im Prinzip fast immer um uns: wir können bestimme Dinge einfach nicht ertragen. Das eigene Gewissen schlägt irgendwann zurück – zumindest bei uns. “Hätte man vielleicht nicht doch….”, “was wäre, wenn….” – es lässt einem irgendwann keine Ruhe mehr.
Man kann also zurecht sagen: in erster Linie haben wir das aus Egoismus getan – und selbstverständlich auch für die Tiere. Denn wann man sich nicht ständig mies fühlt, nicht nachts wach liegt und grübelt, dann geht’s einem besser. “Wieso sterben Kälbchen für meinen Camembert?”
Eines jedoch kam uns allen nie in den Sinn: Egozentrik. Den ersten heftigen Eindruck, wohin Egozentrik führen kann, erlebten wir, als wir gerade jungvermählte frische Mitglieder eines Vereins waren, der Hunde aus ungarischen “Tötungsstationen” herausholt, vermittelt, unterbringt. Zu Zeiten, wo Facebook noch nicht mal in den Gedanken von Zuckerberg existierte und man noch mit sog. BulletinBoards arbeitete, wenn man überhaupt einen Internetzugang besass, ging es schon los.
“Wer ist der beste Tierschützer?” (Frauen sind mitgemeint). Die Elite-Tierschützer dieses Vereins spalteten sich auf in diejenigen, die “je mehr desto besser” für richtig hielten. “Wenn ich nicht gewesen wäre, dann hätten wir dieses Jahr 10 Hunde weniger gerettet”. Und dann waren da die anderen: “wenn ich nicht so viel Spenden würde, dann könntest Du die gar nicht retten.” Fazit: der Verein brach auseinander und die letzten drei Mitglieder (darunter zwei aus diesem Team) konnten zusehen, was vom Verein noch zu retten ist. (weiterlesen)

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Tierschutz als Religion – wehe wenn die Blase platzt
Vorwort
Seit über 30 Jahren engagieren wir uns im Tierschutz: von der adoptierten Katze in jungen Jahren über die notgedrungene Vereinsführung eines “Auslandshunde-Vereins”, von der Nutzung der beruflichen Ausbildung im Dienste der Tierrettung bis hin zum Aktivismus oder finanzieller Unterstützung. Und nicht zu vergessen: wir sind nicht Veganer geworden, weil es billiger, gesünder oder hipper / woker (<- *insEssenbrech*) wäre, sondern auch nur aus einem Grund: Tierschutz.
Natürlich: das war nicht immer ganz uneigennützig, im Gegenteil. Es ging im Prinzip fast immer um uns: wir können bestimme Dinge einfach nicht ertragen. Das eigene Gewissen schlägt irgendwann zurück – zumindest bei uns. “Hätte man vielleicht nicht doch….”, “was wäre, wenn….” – es lässt einem irgendwann keine Ruhe mehr.
Man kann also zurecht sagen: in erster Linie haben wir das aus Egoismus getan – und selbstverständlich auch für die Tiere. Denn wann man sich nicht ständig mies fühlt, nicht nachts wach liegt und grübelt, dann geht’s einem besser. “Wieso sterben Kälbchen für meinen Camembert?”
Eines jedoch kam uns allen nie in den Sinn: Egozentrik. Den ersten heftigen Eindruck, wohin Egozentrik führen kann, erlebten wir, als wir gerade jungvermählte frische Mitglieder eines Vereins waren, der Hunde aus ungarischen “Tötungsstationen” herausholt, vermittelt, unterbringt. Zu Zeiten, wo Facebook noch nicht mal in den Gedanken von Zuckerberg existierte und man noch mit sog. BulletinBoards arbeitete, wenn man überhaupt einen Internetzugang besass, ging es schon los.
“Wer ist der beste Tierschützer?” (Frauen sind mitgemeint). Die Elite-Tierschützer dieses Vereins spalteten sich auf in diejenigen, die “je mehr desto besser” für richtig hielten. “Wenn ich nicht gewesen wäre, dann hätten wir dieses Jahr 10 Hunde weniger gerettet”. Und dann waren da die anderen: “wenn ich nicht so viel Spenden würde, dann könntest Du die gar nicht retten.” Fazit: der Verein brach auseinander und die letzten drei Mitglieder (darunter zwei aus diesem Team) konnten zusehen, was vom Verein noch zu retten ist.


