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Jagd als Kulturerbe – Kultur, Keime, Kosten
Was ist Kultur, was ein Kulturerbe in der Jagd? Wer von uns Jägern ist Kulturträger? Auf diese und weitere Fragen zum Thema gibt Alexander Schwab Antworten.
Jon Nitz am 31.1.2022
„Kultur“ ist ein weites Feld. Das Wort geht auf lateinisch cultura zurück. „Cultura“ bedeutet „Bearbeitung“, „Pflege“ und auch „Ackerbau“, und diese Bedeutungen sind auch im modernen Begriff „Kultur“ mit enthalten. Kultur bezieht sich umfassend auf menschliche Leistungen und ist immer das Ergebnis einer Kombination von Boden- und Geistesnutzung. Das gilt zum Beispiel auch für moderne Kunst: Selbst der abgefahrenste und losgelösteste urbane Performancekünstler muss sich irgendwie ernähren und ist zumindest auf diese Weise in einer Form geerdet. Die Jagdkultur verfügt Kraft ihres Wesens über mehr Bodenhaftung als moderne Kunst und bewegte sich darum vielleicht etwas gemächlicher im Rahmen der gewaltigen gesellschaftlichen Veränderungen und technologischen Entwicklungen der letzten sechzig Jahre. Aber sie bewegt sich, und sie muss sich bewegen, will sie ihre Kernwerte sicher durch das 21. Jahrhundert bringen. Der Gestaltung der Tradition könnte dabei eine wichtige Rolle zukommen.
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Erneuter Wolfsangriff im Trentino - Wölfe töten Hirtenhund und fressen ihn
01.02.2022 Nach einem Angriff auf den Hund eines Spaziergängers vor wenigen Wochen kam es jetzt erneut im Trentino in Norditalien zu einem Wolfszwischenfall, dem ein Hund zum Opfer fiel. Die Raubtiere fraßen ihn direkt neben einem Wohnhaus komplett auf.
Der Vorfall ereignete sich am Wochenende in der Gemeinde Brentonico. Laut der Zeitung l'Adige schlugen die Wölfe rund zwanzig Meter von einem Haus entfernt zu.
Das Tier gehörte einem Hirten aus Prada, einem Ortsteil von Brentonico, im Vallagarina. "Vispo streifte über 15 Jahre mit mir über die Weiden", erklärt der Besitzer nach dem Vorfall gegenüber der Zeitung.
Von dem Wolfsriss gibt es ein Video. Daraus geht hervor, dass die Wölfe zweimal kamen: Beim ersten Mal töteten sie den Hund, beim zweiten Mal fraßen sie ihn, wobei praktisch nur der Kopf übrig blieb. (weiterlesen)

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Haftbefehl gegen mutmaßliche Polizistenmörder – Motiv Wilderei
01.02.2022 Nach den tödlichen Schüssen auf zwei Polizisten in der Pfalz sind die beiden Tatverdächtigen in Untersuchungshaft. Ihnen wird "gemeinschaftlicher Mord" vorgeworfen. Das mutmaßliche Motiv: die Vertuschung von Wilderei.
Nach den tödlichen Schüssen auf zwei junge Polizisten bei einer Verkehrskontrolle im pfälzischen Landkreis Kusel ist gegen die beiden Tatverdächtigen Haftbefehl erlassen worden. Die Ermittler werfen ihnen "gemeinschaftlichen Mord" vor. Beide Männer befinden sich in Untersuchungshaft.
Der 38-Jährige und der 32-Jährige sollen als Wilderer in die Polizeikontrolle geraten sein. In dem Laderaum ihres Kastenwagens hätten sich zahlreiche getötete Wildtiere befunden, sagte Oberstaatsanwalt Stefan Orthen bei einer Pressekonferenz in Kaiserslautern. Diese Tat hätten sie verdecken wollen.
Der 32-Jährige legte ein Teilgeständnis ab: Laut Orthen räumte er den Vorwurf der Wilderei ein. Der Beschuldigte habe jedoch bestritten, selbst geschossen zu haben. Der 38-Jährige habe von seinem Schweigerecht Gebrauch gemacht.
Beide Tatverdächtige sollen geschossen haben
Die Ermittler gehen indes davon aus, dass beide Beschuldigte auf die Polizisten geschossen haben. Es seien mindestens zwei Waffen verwendet worden, eine Schrotflinte und ein Jagdgewehr. Die 24-jährige Polizistin wurde von einem Schuss tödlich getroffen, ihr 29 Jahre alter Kollege von vier Schüssen. (weiterlesen)

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Kommentar: Wölfe außer Kontrolle?
Die Rückkehr der Wölfe in Deutschland ist dynamischer geworden. Mit derzeit 157 Rudeln in Deutschland steigt auch die Bedrohung. Nun sind konsequentes Management und Regulation gefragt.
30.01.2022 08:00
Ein Kommentar von Rebecca Kopf, Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben:
Rund 150 Jahre lang galt der Wolf hierzulande als ausgerottet. Als das erste frei lebende Rudel im Jahr 2000 in Sachsen bestätigt wurde, feierten Artenschützer ein tierisches Comeback. Die Rückkehr des Wolfes nach Deutschland war eine Sensation. Zwei Jahrzehnte später ist die Frage: Sind die Wölfe in Deutschland außer Kontrolle?
Zunehmende Bedrohung
Bei einer jährlichen Vermehrungsrate von 30% gewinnt die Wiederbesiedlung durch Wölfe an Dynamik. Mittlerweile gibt es in Deutschland 157 Rudel. Dass die Rückkehr der Wölfe nicht nur durchweg erfreulich, sondern riskant ist, zeigen wir im aktuellen Wochenblatt für landwirtschaft und Landleben.
Wo Wölfe sich in neuen Territorien etablieren, nehmen die wolfsverursachten Schäden zu. Waren es im Jahr 2016 rund 1.000 Nutztierschäden sind es fünf Jahre später 4.000. Für Schaf-, Rinder- und Pferdehalter stellen Wölfe eine zunehmende existenzbedrohende Gefahr dar. Sie sind es, die mit dem Anblick ihrer im wahrsten Wortsinne vom Wolf zerfetzten Vierbeiner fertig werden müssen. Die Bilder verschwinden nicht mehr aus dem Kopf. Hinzu kommt die ständige Angst, dass es wieder passiert. Das ist ein starker psychischer Druck. (weiterlesen)

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Polizisten getötet: Täter hatten offenbar totes Wild im Auto
Kathrin Führes
31.01.2022 Bei Kusel wurden zwei Polizisten bei einer Verkehrskontrolle getötet. Die Täter sollen Wild im Kofferraum gehabt haben.
In der Nacht zum Montag wurden im Landkreis Kusel (Rheinland-Pfalz) zwei Polizisten durch Schüsse getötet. Die beiden Beamten hatten auf einem Parkplatz in einem Waldstück ein Fahrzeug kontrolliert, als unvermittelt auf sie geschossen wurde.
Totes Wild im Kofferraum
Nach Medienberichten sollen die Polizisten per Funk durchgegeben haben, dass im Kofferraum des Fahrzeugs totes Wild liegen und sie daher nun eine Kontrolle durchführen würden. Auf Anfrage der Redaktion, wollte die Polizei dies derzeit weder bestätigen noch dementieren.
Jäger sollen jagdliche Aktivitäten einstellen
Um 4.20 Uhr hätte es dann einen Funkspruch der Streife gegeben, dass auf sie geschossen würde. Bei Ankunft der Verstärkung war eine Polizeibeamtin bereits tot, ihr Kollege starb wenig später. Ob es sich bei den Tätern tatsächlich um Wilderer handelt, sei derzeit reine Spekulation. Die Polizei fahndet mit Hochdruck nach den unbekannten Tätern und untersucht derzeit den Tatort. Auch gibt es bislang keine Hinweise darauf, mit welchem Fahrzeug und in welche Richtung die Täter geflohen sind. Die Polizei warnt jedoch davor, Anhalter mitzunehmen. Dies gelte sowohl für Rheinland-Pfalz sowie für das angrenzende Saarland. (weiterlesen)

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Trotz Corona: Jäger erlegen 687.581 Wildschweine
31.1.2022 (DJV) Berlin
Dritthöchstes Jagdergebnis seit knapp hundert Jahren, Mecklenburg-Vorpommern liegt vorn. DJV fordert mehr Anreize für die Schwarzwildjagd wegen Afrikanischer Schweinepest. Bereits mehr als 3.200 infizierte Tiere registriert.
Die Jagdstatistik für die Saison 2020/21 (1. April 2020 bis 31. März 2021) weist 687.581 Wildschweine aus. Das ist der dritthöchste Wert seit Aufzeichnungsbeginn vor knapp hundert Jahren. Trotz Corona: Bundesweit sind mehr als die Hälfte aller Bewegungsjagden im Winterhalbjahr 2020 ausgefallen wegen drastischen Kontaktbeschränkungen sowie Beherbergungs- und Reiseverboten. Einen Landesrekord und den höchsten Wert bundesweit erzielten die Jägerinnen und Jäger in Mecklenburg-Vorpommern: 106.803 Tiere. Danach folgt Brandenburg (90.306). Inklusive Sachsen (37.069) hat die Jägerschaft in den drei von der Afrikanischen Schweinepest (ASP) betroffenen Bundesländern mehr als ein Drittel aller Wildschweine bundesweit erlegt. Diese Zahlen hat der Deutsche Jagdverband (DJV) heute veröffentlicht und verweist auf den wichtigen ehrenamtlichen Beitrag der Jagd im Kampf gegen die ASP: Die natürliche Ausbreitung des Virus von Tier zu Tier wird durch reduzierte Wildschweinbestände erschwert.
Abbau von Bürokratie als Anreiz für Wildschweinjagd (weiterlesen)

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Bürgermeister vs. Baumeister
von Stephan-Harald Voigt
Der Biber „an der Rodau“ lebt monogam, das zweitgrößte Nagetier ist Orts treu, fleißig und mit seinen bis zu 36 KG Körpergewicht ein nicht zu unterschätzendes und manchmal auch gefährliches Kerlchen.
Der Biber ist kreativ, verändert seinen Lebensraum und legt Dämme und Biberburgen an. Der Nager fällt Bäume, schafft Feuchtbiotope, überflutet Gebiete, unterhöhlt Ufer und Straßen, führt zu Staunässe und Nässeschäden. Es kommt zu Konflikten zwischen Grundstückseigentümern und Naturschützern.
Im Kreis Offenbach ist der Biber in Mühlheim am Main ein Thema. Die Ankündigung des Bürgermeisters, Daniel Tybussek (SPD), beim Regierungspräsidium eine Ausnahmegenehmigung für die Umsiedlung des Bibers zu beantragen, weil alle anderen Maßnahmen zur Lösung der Überschwemmungssituation für die Anlieger am Bach nicht mehr ausreichen, führt zu viel Kritik und bösen Worten der Hardcore Naturschützer. Für Viele ist der momentane Zustand eine Katastrophe. Das vom Biber (wie der Wolf in der in der FFH Richtlinie 92/43/EWG aufgeführt und geschützt) angelegte Feuchtbiotop ist aus naturschutzgründen natürlich wertvoll, für die Anlieger aber eher eine Katastrophe. Nicht zu unterschätzen bleibt auch die unbeachtete Tatsache, dass die unter Natur und Artenschutz stehenden Nager zwar reine Pflanzenfresser sind, aber auch eine abstrakte Gefahr für den Menschen darstellen. Sie haben scharfe Zähne! Auch in Deutschland ist es bereits zu schmerzhaften Übergriffen auf Menschen (Angler, Schwimmer, Spaziergänger) gekommen. Ein Biber schreckt nicht davor zurück einen Menschen an der Biberburg zu beißen! Daran sollte man auch denken. In Mühlheim ist die Biberburg ungefähr fünf Schwimm-Minuten bachabwärts vom Rathaus entfernt und fünf Minuten bachaufwärts von einem gut frequentierten Kinderspielplatz. (weiterlesen)

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Der Wolf in Kärnten
Rasant breitet sich der Wolf in Europa aus! 2021 ist es zu massivem Rissgeschehen in Kärnten gekommen. Die Folgen sind fatal!
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Wolfsmanagement: In Schweden werden Wölfe systematisch gejagt – Modell für Deutschland?
28.01.2022 Warum werden in Schweden die Wolfsbestände per Abschuss klein gehalten? Und warum geht das in Deutschland angeblich nicht? Wie berechnen sich "gute Erhaltungszustände" bei Wildtierarten? Das dbv-Wolfsforum hat nach Antworten auf diese und andere Fragen gesucht.
Die rasant wachsenden Wolfsbestände hierzulande treiben längst nicht mehr nur Schaf- und Ziegenhalter um. Im Jahr 2020 gab es in Deutschland fast 4.000 tote Weidetiere infolge von Wolfsangriffen, der Trend ist nach wie vor steil ansteigend. Unter den Rissopfern finden sich immer öfter auch Rinder und Pferde. Und viele Landbewohner machen sich inzwischen Sorgen um ihre Kinder.
Der Deutsche Bauernverband (dbv) hat daher im Rahmen der digitalen Grünen Woche zum wiederholten Mal zum Wolfsforum eingeladen, in diesem Jahr unter dem Titel „Zukunft von Wolf und Weidetierhaltung“ (wenn Sie die Veranstaltung "nachhören" wollen, klicken Sie auf das youtube-Video unten).
Für die rund 190 Zuhörer der Live-Veranstaltung am 26. Januar gab es dabei einen Mix aus altbekannten Positionen und neuen Perspektiven.Am Ende stellte sich wohl so mancher die Frage, ob vor dem EU-Artenschutzrecht wirklich alle gleich oder Wölfe doch gleicher sind und ob Deutschland auch hier – wie auf vielen anderen Gebieten – eine Vorreiterrolle einzunehmen versucht, die unser Land und unsere Landwirtschaft vor Probleme von unnötigem Ausmaß stellt. (weiterlesen)

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Wolf: Künftig immer mehr Entnahmen nötig
27.01.2022
Ein Prognosemodell für das Bestandsmanagement sagt Ende des Jahres mehr als 2000 Wölfe in Deutschland vorher.
Die Verbände im Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) haben am gestrigen Mittwoch (26.1.) bei der Veranstaltung des Deutschen Bauernverbandes (DBV) ein Modell für das zukünftige Bestandsmanagement der Wölfe in Deutschland vorgestellt.
Danach soll der Wolfsbestand nach vorsichtigen Bestandserhebungen spätestens in diesem Jahr die Grenze von 2.000 Tieren deutlich übersteige. Diese Entwicklung mache es unabdingbar, dass die bislang geltenden Gesetze um ein Verfahren für die Begrenzung des Wolfsbestandes ergänzt werden. Laut aktueller Daten der Dokumentationsstelle Wolf (DBBW) waren im Wolfsjahr 2020/2021 in Deutschland 157 Rudel, 27 Paare und neunzehn territoriale Einzeltiere ansässig. (weiterlesen)


