Deutsches Jagdportal Jagdnachrichten
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Das Geweih als "Jagd-öko-botschafter"
Mein stärkstes Geweih (ungerader Zwanzig Ender, abnormer Dreikronenhirsch) hing viele Jahre in der Küche einer Wohngemeinschaft, in der ich etliche Jahre gelebt habe. Dieses Rothirschgeweih wurde jahreszeitentypisch behängt und geschmückt, mal mit Ostereiern, mal diente es auch als „Adventskal-Ender“ – aufgrund der dazu fehlenden vier Enden mussten jedoch einige Geweihsprossen mehrfach beschenkt werden.
Es befanden sich jedoch ständig wahlweise bunte Becher, Trockentücher oder auch gerade mal aktuelle Hinweise, Artikel oder Flyer am Geweih – es diente also als Geschenkbox, Regal, Wäscheständer und Pinwand. Jedem zweiten Leser sträuben sich nun wahrscheinlich vor Unmut die Deckenhaare und etliche Jäger, die damals die Küche betraten, fanden diese Geweihnutzung auch durchaus gewöhnungsbedürftig.
Geweihbotschaft für Vegetarier
Fast alle Nichtjäger (und die waren in unserer damaligen „Teilvegetarier- WG“ definitiv die Mehrheit) reagierten jedoch auf die hier skizzierte Nutzung des Geweihes ausgesprochen überrascht und erfreut. Durch diese praktische Anwendung und die Einbindung des Geweihes in die Alltäglichkeit des Küchengeschäftes entwickelte sich vermutlich doch eine ganz andere Offenheit gegenüber dem Thema Jagd und Trophäe. Das Geweih wurde nicht mehr nur mit sakralem Abstand ehrfurchtsvoll betrachtet, sondern hatte ganz praktischen Nutzwert. So wie die Geweihe bei unseren Altvorderen, den aller praktischsten Wert hatten: unzählige Nutzgegenstände wurden früher aus Geweihen gefertigt und auch heute noch gibt es Kräuterhexen und Kräuterkundige die ausschließlich mit Geweihen und Geweihenden Wurzeln und Pflanzen ausgraben – das Metall „zerschneide das Band mit der Erde“.
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PODCAST: Peter und der Wald "Wald erleben und Tiere töten passt nicht zusammen" – Ein Gespräch mit Richard David Precht
28.12.2021, 16:40 Uhr
Bestseller-Autor und Philosoph Richard David Precht und Peter Wohlleben sprechen im Podcast über ethische und moralische Fragen: Kann man Tiere fair erlegen? Muss die Natur vom Menschen gestaltet werden? Warum kann der Mensch kein Heiliger sein? Beide diskutieren, was der Hauptunterschied von Mensch und Tier ist und wie eine bessere Bildung aussehen müsste, um die Welt nachhaltig zu verändern. (weiterlesen)

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Keine Weihnachtsruhe in Sachen Afrikanische Schweinepest
25.12.2021
Bonn - Das Seuchengeschehen rund um die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist kurz vor dem Weihnachtsfest weiter aktiv gewesen.
Schweinepest-Gefahr
Allein in den ersten drei Tagen der vergangenen Woche wurden dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) zufolge 25 neue Ausbrüche der Tierseuche im Wildschweinbestand gemeldet, allesamt in Brandenburg. Die Gesamtzahl der ASP-Nachweise seit dem ersten Ausbruch stieg damit im Bundesgebiet bis zum Mittwoch (22.12.) auf 3.049 Fälle.
Europaweit hat es in diesem Jahr nur in Polen mehr ASP-Nachweise im Wildschweinbestand gegeben. Derweil lobte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir am vorigen Donnerstag im Vorfeld einer Videokonferenz zur ASP mit den zuständigen Landesministern aus Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Sachsen, dass es gelungen sei, die Tierseuche auf einen relativ kleinen Raum zu begrenzen. (weiterlesen)

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Das Vermächtnis von Horst Stern: Blutige Jagd im TV an Heiligabend
Aufruf zum Hirsche schießen statt „Sissi“ – mit der Dokumentation „Bemerkungen über den Rothirsch“ traf die ARD vor 50 Jahren eine mutige Programmentscheidung zur besten Sendezeit. Der Film von Horst Stern steht bis heute dafür, was Umweltjournalismus leisten kann. Und zeigt gleichzeitig, wo seine Grenzen liegen.
Michael Borgers 23.12.2021
Weihnachten ist eine Zeit der Traditionen, auch im Fernsehen. An den Festtagen laufen dann jede Menge Klassiker, Filme wie „Sissi“, den in diesem Jahr das Erste an Heiligabend zeigen wird. In den Wald wird es dann auch gehen, wenn Franz Joseph, der Gemahl der Kaiserin, auf Jagd geht. Aber eine breite öffentliche Debatte wird diese Programmauswahl nicht auslösen. Anders war das bei einer Sendung vor 50 Jahren.
Am 24. Dezember 1971 zeigt die ARD um 20.15 Uhr, also zur besten Sendezeit, „Bemerkungen über den Rothirsch“. Eine knapp 40-minütige Dokumentation, die mit einer Anklage beginnt: Der deutsche Wald sei krank „bis auf den Tod“, und zum „Waldzerstörer“ sei der Rothirsch geworden. Dann enden die schönen Luft- und Waldaufnahmen. Und zu sehen ist Horst Stern, der fordert: „Sie hören richtig: Es ist nicht dringlich, den Hirsch zu schonen, es ist dringlich zurzeit, ihn zu schießen.“ Der Film ist da gerade eine Minute jung.
Stern: Man rettet den Wald nicht, indem man „O Tannenbaum“ singt (weiterlesen)

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Nachtsichtgeräte und Nachtzieltechnik – eine revolutionäre Technik wird unsere Jagd grundlegend verändern

Die neue Technik der Nachtzielgeräte wird unsere Jagd sicher radikaler verändern, als wir bisher angenommen haben. Foto: Jagden weltweit
Die Markteinführung von Wärmebildgeräten hat in nur wenigen Jahren zur flächendeckenden Nutzung dieser Technik bei Jägern geführt. Wie sehr diese Technik bereits jetzt unser Jagen verändert hat, wird vor allem beim Verhalten des Wildes erkennbar.
Zielfernrohr und Wärmebildtechnik – zwei jagdliche Innovationen mit sehr unterschiedlicher Wirkung
Als vor 100 Jahren, etwa in der zeit der Weimarer Republik, die ersten Jäger mit aufmontierten Zielfernrohren auf die Jagd gingen, war der Aufschrei groß. Nicht wenige Jäger verweigerten die Nutzung dieses Hilfsmittels kategorisch und blieben auch bis zu ihrem Tod bei der Nutzungsverweigerung dieser neuen Zieloptik. Der Schuss über Kimme und Korn sollte dem Wild eine echte Chance bieten. Jahrzehnte war die Nutzung von Zielfernrohren verpönt und wurde als unwaidmannisch verteufelt. Nur langsam setzte sich diese Form der Zieltechnik durch. Es sollte bis weit nach dem 2. Weltkrieg dauern, bis auch der letzte Jäger dieses optische Hilfsmittel nutzte, die Kritik völlig verstummte und die Jäger auf den Schuss über Kimme und Korn beim Kugelschuss verzichteten. Doch es veränderte sich lediglich die Distanz zum Wild, ansonsten bleib alles beim Alten. Mit der Einführung der Wärmebildtechnik vor einigen Jahren ist diese innovative Zieltechnik von damals aber in keinerweise vergleichbar und auch die Veränderungen der Jagd sind weit tiefer und radikaler, als bei der Einführung von Zielfernrohren vor 100 Jahren.
Der Einsatz von Nachtsichtgeräten widerlegte die Behauptung von leeren Revieren (weiterlesen)
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Kahlwild und Hirsch – Verbreitung und Entwicklung des Rotwildes
Kim Trautmann, 23.12.2021
Deutschland zählte einmal zu den rotwildreichsten Regionen Europas. Kahlwild und Hirsche mit unterschiedlichsten Charakteristika in allen Bundesländern reichlich vertreten. Doch was ist von den sanften Riesen noch übrig? Die Landkarte weist einige weiße Flecken auf und das Rotwild ist nicht überall gern gesehener Gast.
Kahlwild und Hirsch - Das Rotwild und seine Verbreitung
Ob in den Donauauen, an Rhein und Mosel oder in Thüringen, das Rotwild war von den Alpen bis nach Mecklenburg heimisch. Viele der zusammenhängenden Waldgebiete, die das Rotwild noch vor zweihundert Jahren zur Verfügung hatte, sind in ihrer früheren Qualität verschwunden. Die Kulturlandschaft macht ihm zu schaffen. So lagen in Baden und Württemberg ehemals einige der größten Brunftplätze Europas, sie sind mittlerweile weg. Wo sie waren, verlaufen heute Kreisstraßen und erstrecken sich Naherholungsgebiete. Rotwild kommt hier nur noch im Großgatter oder gen Allgäu und im Schwarzwald vor.
Wo kommt das Rotwild noch vor? (weiterlesen)

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Rammelwolle, Perückenbock und Schlüpfertyp - Vom neuen Image der Jagd
22.12.21
Immer mehr Frauen und Stadtmenschen lernen zu jagen. Das sagen neue Zahlen vom Deutschen Jagdverband. Knapp 400.000 Menschen in Deutschland besitzen einen Jagdschein, aber innerhalb der letzten zehn Jahre hat sich die Zusammensetzung dieser Gruppe immer stärker geändert. Sagt der Imagewandel der Jagd eigentlich etwas über uns als Gesellschaft aus? Ist dieser stärkere Bezug der Menschen zur Natur und dem Tier bloß Symptom des allgemeinen Nachhaltigkeits- und Naturtrends? Oder auch eine Art Rückkehr zu unseren urmenschlichen Wurzeln als Sammler und Jäger? (Podcast anhören)

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Afrikanische Schweinepest ASP: Wölfe können Verbreitung reduzieren
3.12.2021
Eine neue Studie zeigt, dass Wölfe dazu beitragen können, die ASP-Virusmenge in der Wildpopulation zu reduzieren.
Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass Wölfe dazu beitragen können, die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Wildschweinpopulation zu verringern. Da Wölfe Wildschweine jagen und deren Kadaver fressen, reduzieren sie die Virusmenge in der freien Wildbahn, ohne das Virus selbst zu verbreiten.
Lange spekulierten Forscher, dass Raubtiere wie Wölfe als Vektoren für die Verbreitung des Virus dienen könnten, da sie sich täglich viel bewegen und das Virus weiträumig verbreiten können. Um das zu prüfen, analysierten Forscher der Universität Danzig und der Universität Warschau 62 Wolfskotproben auf das Vorhandensein von ASP-Virus-DNA, die hauptsächlich in Teilen Polens gesammelt wurden, die zu ASP-Zonen erklärt wurden.
Wölfe könnten ASP-Ausbreitung stoppen, indem sie infektiöses Aas fressen (weiterlesen)

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„Waschbär hat gravierenden Einfluss auf Amphibien“
23. Dezember 2021
Die Goethe-Universität Frankfurt forscht an gebietsfremden invasiven Arten. Das Projekt ZOWIAC umfasst Wildbiologie und Genetik gleichermaßen. Norbert Peter erläutert im DJV-Interview erste Ergebnisse.
Norbert Peter forscht an der Goethe-Universität Frankfurt und ist einer der Leiter des durch die Bundesstiftung Umwelt (DBU) geförderten, bundesweiten Großprojektes ZOWIAC. Das steht für Zoonotische und Wildtierökologische Auswirkungen invasiver Carnivoren. Im DJV-Interview erläutert Peter unter anderem, welche Auswirkungen gebietsfremde Arten haben, welche Rolle dabei der Waschbär spielt und wie Jäger das Forschungsprojekt unterstützen können.
DJV: Was ist das Ziel des Projektes ZOWIAC?
Norbert Peter: Das Ergebnis unserer Forschung sind aktuelle, fundierte und abgesicherte Daten auf Bundesebene. Wir untersuchen beispielsweise das Gesundheitsrisiko für die Bevölkerung sowie für Nutz- und Haustiere, das zum Beispiel von Waschbär, Marderhund oder Goldschakal ausgeht. (weiterlesen)

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Jagd in Wohngebieten – Spezialisten bekämpfen die Wildschweinplage
Die Beschwerden gerade im Herbst und Winter häufen sich. Wildschweinrotten verwüsten Grünflächen, Parks und Gärten bei ihrer Suche nach Futter, sind in Wohngebieten und an Straßen unterwegs und hinterlassen massive Schäden. Die betroffenen Grundstückseigentümer rufen nach den Jägern. Aber die können nur begrenzt helfen. Die Jagd in Wohngebieten ist kompliziert und nicht überall erlaubt. Wir waren mit zwei Jägern unterwegs, die sich auf diese anspruchsvolle Art zu jagen spezialisiert haben. Frank und Daniel Weber brauchen dafür viel Zeit, Geduld, Erfahrung und eine teure Ausrüstung.

