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Auf den Flächen der Deutschen Wildtier Stiftung in Mecklenburg-Vorpommern blüht jetzt die vom Aussterben bedrohte Orchidee in zartem Violett

Klepelshagen, 28. Juni 2017. Zart und unauffällig reckt sich das steifblättrige Knabenkraut (Dactylorhiza incarnata) auf der Kienbruchwiese in Klepelshagen der Sonne entgegen. Auf den weißen, winzigen Blütenkelchen ein zartes Leopardenmuster in Violett. Unaufdringlich, aber betörend, verströmt es seinen süßen Duft. Eine Diva, die im Stillen glänzt. Das Tragische an ihrem Schicksal: Während berühmte Verwandte wie die hochgezüchtete Zimmerorchidee (Phalaenopsis) auf Platz drei der beliebtesten Blumen aller Deutschen steht, kämpft das Knabenkraut ums Überleben. Auf der 1,5 Hektar großen Kienbruchwiese der Deutschen Wildtier Stiftung in Klepelshagen wächst die hochbedrohte Sumpfblume in aller Bescheidenheit. Und das nur, weil sich ein Mitarbeiter der Deutschen Wildtier Stiftung liebevoll um die bedrohte Wiesen-Schönheit kümmert.

„Ihr Seltenheitswert und die hohen Lebensansprüche machen diese Orchidee so besonders“, sagt Michael Tetzlaff, Orchideen-Experte und Landschaftspfleger der Deutschen Wildtier Stiftung.

Wie alle Diven dieser Welt hat auch das steifblättrige Knabenkraut hohe Ansprüche. „Das größte Problem aller wilden Orchideen ist das rasante Verschwinden ihrer Lebensräume“, erklärt Michael Tetzlaff. „Das steifblättrige Knabenkraut etwa braucht ausschließlich Feuchtwiesen – und die hat der Mensch längst trockengelegt!“ Auch ein Nährstoff-Überschuss im Boden, der durch Überdüngung in der Landwirtschaft entsteht, macht es den Orchideen schwer. Knabenkraut blüht nur auf einem nährstoffarmen und kalkhaltigen Boden. Außerdem braucht es im Winter nasse und im Sommer trockene „Füße“.

Die Orchidee ist außerdem von der Bewirtschaftung durch den Menschen abhängig. „Steht das Gras zu hoch, wird das Knabenkraut einfach überwachsen – es mangelt ihm dann an Luft und Licht; die Wurzeln verkümmern und die Orchidee stirbt.“ Was früher Schafe und Kühe weggefressen haben, muss heute mühevoll von Hand weggeschnitten werden. Deshalb greift Tetzlaff selbst zur Sense. Das kostet Zeit und Engagement. „Wenn wir uns nicht für das Knabenkraut einsetzen, blüht es im nächsten Jahr nicht mehr.“

Der Lebensraum „Feuchtwiese“ ist wertvoll. Nachhaltig genutzte Flächen in Klepelshagen sichern seltenen Pflanzenarten einen geschützten Lebensraum. Darunter finden sich viele, die wie das steifblätterige Knabenkraut auf der Roten Liste stehen.

Kostenloses Bildmaterial: www.Presse.DeutscheWildtierStiftung.de

Eva Goris
Pressesprecherin
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