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Jagdnachrichten

Jagdnachrichten (109)

Was ist Mediation / Jagdmediation?

Der Begriff Mediation steht für Schlichtung und den Mediator bezeichnet man umgangssprachlich als den Schlichter.

Die Mediation als außergerichtliche Schlichtung kommt aus dem angelsächsischen Raum, wo in einigen Rechtsgebieten die Mediation schon über 50% der gerichtlichen Auseinandersetzungen klärt.

Der Grund, weshalb angelsächsische Gesellschaften die Mediation als Alternative zu staatlichen Gerichten wählen, liegt in einer weit weniger gesetzlich geregelten Gesellschaft. Somit haben Richter dort bei ihrer Entscheidung weit mehr Spielraum, als bei uns in Deutschland.

Um sich aber nicht von der Beliebigkeit einer richterlichen Entscheidung abhängig zu machen, wählt man in den angelsächsischen Staaten immer häufiger den Weg der Mediation als Alternative zum regulären Gerichtsverfahren.

Warum Jagdmediation?

Ein Grundsatz unter Jägern lautet: "Willst Du mit einem guten Freund Streit bekommen, so pachte mit ihm eine Jagd".

Durch diese Aussage wird klar, dass die vertragliche Ausgestaltung von Jagdgemeinschaften eine Menge Sprengstoff enthalten kann, der sich aber erst bei der Ausübung der Jagd entlädt.

Besonderheiten der Jagdausübung über mehrer Jahre des Zusammenjagens sind nicht immer alle vertraglich vereinbar.

Dass gerichtliche Auseinandersetzungen wenig sinnvoll und vor allem in den wenigsten Fällen wirtschaftlichen Erfolg nach sich ziehen, habe ich bereits unter dem Thema Kalkulation von Gerichtserfahren nachgewiesen.

Da zudem viele Gerichte in Deutschland mittlerweile eine Vergleichsquote bei gerichtlichen Auseinandersetzungen von 80 % erreicht haben, erfolgt in Deutschland die Schlichtung häufig bereits, jedoch zu hohen Gerichtskosten.

Völlig unabhängig von den wirtschaftlichen Risiken einer gerichtlichen Auseinandersetzung wiegt das lebenslange Zerwürfnis der streitenden Parteien viel schwerer. Oft sind selbst die Kinder von den zerstrittenen Parteien betroffen, ohne überhaupt zu wissen, was der ursprüngliche Grund der Auseinandersetzung war.

Allein dieser Aspekt sollte alle Jäger dazu bewegen, eine alternative Streitschlichtung außerhalb der Gericht zu suchen, damit man sich bei aller Meinungsverschiedenheiten, die es immer wieder geben wird, auch danach bei späteren Treibjagden, bei denen man ich begegnet, noch in die Augen schauen kann.

Wo findet Jagdmediation Anwendung?

Zwar liegen mir keinerlei Auswertungen seitens der Gerichte vor, wie häufig und auf welchen Gebieten sich Jäger vor Gericht streiten, aber da Grundlage einer Streitigkeit in der Regel bestehende Verträge sind, kann man die Jagdmedation auf 3 Gebiete beschränken:

1. Schlichtung zwischen 2 oder mehreren Jägern, die gemeinsam eine Jagd gepachtet haben.

2. Schlichtung zwischen einem Begehungsscheininhaber und einem oder mehreren Jagdpächtern des Jagdbogens, für den der Begehungsschein ausgestellt wurde.

3. Schlichtung zwischen dem/den Jagdpächter(n) und einer Jagdgenossenschaft, mit der ein Pachtvertrag abgeschlossen wurde.

Oft lassen sich durch Zusatzvereinbarungen oder gegenseitige Aufhebungsvereinbarungen Lösungen erzielen, die ein gerichtliche Auseinandersetzung obsolet werden lassen.

Wer kann als Mediator dienen?

Grundsätzlich muss ein Mediator von beiden streitenden Parteien als kompetente Autorität anerkannt werden. Es sind weniger juristische oder jagdliche Fachkenntnisse notwendig, sondern es sind Erfahrungen und Kompetenzen in der zielorientierten Lösungssuche und Einfühlungsvermögen gefragt.

Der Mediator darf nicht aus dem familiären oder freundschaftlichen Umfeld kommen, idealerweise auch nicht aus der unmittelbaren Umgebung der Parteien, sondern sollte aus einem von beiden Seiten bisher unbekannten Personenkreis stammen.

Was kostet eine Mediation?

Die meisten Mediatoren betreiben Mediation im Nebenberuf und kommen aus den Bereichen Psychologie und der Kommunikationswissenschaften. Auch gibt es zahlreiche Rechtsanwälte, die Mediation als zusätzliche Beratung anbieten.

Als Kosten sind die Stundensätze eines Freiberufler zugrunde zu legen, wobei zu berücksichtigen ist, dass schon nach einem einstündiges Gespräch mit den Parteien erkennbar werden muss, ob eine außergerichtliche Einigung erreichbar ist, oder ob eine friedliche Lösung in weiter Ferne liegt.

 

Waidmannsheil

Euer

Stefan

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Wurfmeldung Deutsch Langhaar Bayern

Deutsche Wildtier Stiftung bewertet das neue Bundesjagdgesetz als wildfeindlich

Hamburg, 9. November 2020. Die Reform des Bundesjagdgesetzes nimmt Fahrt auf. Das Bundeskabinett hat die Vorlage des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) gebilligt; sie wird jetzt im Deutschen Bundestag diskutiert werden. „Der vorgelegte Entwurf bedient einseitig die Interessen der Waldbesitzer und der Forstwirtschaft und muss überarbeitet werden“, kritisiert Hilmar Freiherr von Münchhausen, Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Die Bedürfnisse der Wildtiere im Wald bleiben auf der Strecke.“

Auslöser für die geplanten Änderungen im Bundesjagdgesetz sind rund 300.000 Hektar Wald, die durch die Trockenheit der vergangenen Jahre schwer geschädigt sind. „Weil auf drei Prozent der Waldfläche Deutschlands die Bäume – meistens Fichten – absterben, soll flächendeckend der Wildbestand reduziert werden“, kritisiert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. Dabei zeigen die Daten der Bundeswaldinventur, dass auf jedem Hektar Wald in Deutschland durchschnittlich 4.000 junge Bäume ohne Schäden durch Wildverbiss heranwachsen. „Wir haben kein flächendeckendes Problem. Die Politik sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht“, so Münchhausen.

Mit dem neuen Bundesjagdgesetz sollen die Jäger die Zahl der Rehe drastisch reduzieren, so dass „die Verjüngung des Waldes im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen gelingt“. „Selbstverständlich müssen sich in einem Wald die dort vorhandenen Bäume natürlich verjüngen können, ohne dass Zäune gegen den Fraß des Wildes gebaut werden müssen“, erläutert Münchhausen. Pflanzen Waldbesitzer jedoch Baumarten, die bisher in ihrem Wald nicht vorkommen, dann müssen diese Bäume aus Sicht der Deutschen Wildtier Stiftung zumindest in den ersten Jahren geschützt werden. „Gerade Rehe sind Feinschmecker; neu gepflanzte Douglasien, Küstentannen und Roteichen sind für sie ein Leckerbissen.“ Der Entwurf des Bundesjagdgesetzes sieht vor, dass auch in diesen Fällen die jungen Bäume ohne Schutz heranwachsen sollen. Das bedeutet, dass der Wildbestand so radikal reduziert werden muss, dass von einem „gesunden und artenreichen Wildbestand“ – ironischerweise ebenfalls ein Ziel im Bundesjagdgesetz - nicht mehr die Rede sein kann. „Wir müssen die biologischen Ansprüche des Wildes und die wirtschaftlichen Interessen der Waldbesitzer zusammenführen“, fordert Hilmar Freiherr von Münchhausen. Das Leitbild muss „Wald mit Wild“ heißen.

Auch von der Landwirtschaft fordert die Gesellschaft mehr Rücksicht auf den Umweltschutz und die Belange von Wildtieren und Wildpflanzen. „Das muss auch für die Forstwirtschaft gelten! Die Waldbesitzer in Deutschland werden für den anstehenden Waldumbau rund 1,5 Milliarden Euro vom Steuerzahler erhalten – und das ohne eine direkte Verknüpfung dieser Subventionen mit ökologischen Kriterien“, kritisiert der Geschäftsführer der Deutschen Wildtier Stiftung. „Jetzt darf nicht auch noch ein Bundesjagdgesetz kommen, das allein im Abschuss des Wildes das Mittel zum Umbau unserer Wälder sieht.“

Eva Goris
Pressesprecherin
Telefon: 040 9707869-13
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www.DeutscheWildtierStiftung.de

Wild und Hund Seminare 2016 sind online

Potsdam, 29.10.2020  Wendorff: „Wir können das Mitwirken an dieser realitätsfernen Wolfspolitik vor den Brandenburgerinnen und Brandburgern nicht mehr verantworten - nun trägt die Landesregierung für alles was passiert die Verantwortung allein!

Wellershoff: „Alibiveranstaltungen, die eine Beteiligung von Verbänden lediglich vorgaukeln sollen, um am Ende so zu verfahren, wie man es vom ersten Tag an vorhatte, wird es mit uns nicht mehr geben!“
Weber: „Wenn die brandenburgische Landesregierung wieder auf dem Boden der Tatsachen und damit dort, wo sie hingehört, nämlich nah bei den Menschen, angekommen ist, dann sieht man sich wieder.“

Potsdam • Die Vorstände der Verbände des ländlichen Raumes sind heute in Potsdam zu einer Sitzung zusammenkommen, um unter anderem das weitere Vorgehen im Rahmen des brandenburgischen Wolfsmanagements zu beraten. Anlass dafür war eine in der letzten Woche stattgefundene Sitzung der „Grundsatz Arbeits-gruppe Wolf“ im brandenburgischen Agrar- und Umweltministerium. Im Ergebnis dieser Beratung geben die Verbände geschlossen bekannt, dass sie sich mit sofortiger Wirkung aus allen Gremien des brandenburgischen Wolfsmanagements zurückziehen werden. „Von nun an übernimmt die brandenburgische Landesverwaltung und die sie darin unterstützenden Organisationen die alleinige und volle Verantwortung für das Wolfsmanagement“, so Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur. „Wir können es unseren Mitgliedern und auch den Brandenburgerinnen und Brandenburgern gegenüber nicht mehr verantworten, die völlig unrealistische Politik des Landes Brandenburgs bezüglich der weiteren Ausbreitung der Wolfsbestände mitzutragen!“

Hintergrund für die Entscheidung sei, dass die u. a. in der letzten Legislatur eingerichteten Gremien des Wolfsmanagements, zu einer reinen Alibiveranstaltung verkommen seien. Ursprünglich sei es darum gegangen, dass grundlegende Fragen zur Wolfspolitik zwischen der Verwaltung und den betroffenen Verbänden abgestimmt werden. „Mit der Einladung zur Sitzung in der letzten Woche wurde den Verbänden eine von Minister Vogel bereits unterschriebene Richtlinie für die Schadensprävention vorgelegt, in die lediglich noch das Datum einzu-tragen war“, macht auch Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes und Vorstand im Forum Natur, deutlich. Gleichsam wurde die dringend notwendige Debatte um die Novelle der brandenburgischen Wolfsverordnung vom zuständigen Referatsleiter damit eingeleitet, dass über keine von den Verbänden angeregt Neuregelung auch nur nachgedacht werden könne. Es dürfe lediglich darum gehen, die neue Wolfs-verordnung sprachlich an die Neuregelung des Bundesnaturschutzgesetzes anzugleichen, wobei anwesende Vertreter der Landesverwaltung selbst eingeräumt haben, dass die Regelungen des Bundes ungenügend und insgesamt eher problematisch seien. Die Verbände machen diesbezüglich auch deutlich, dass dieses Verfahren der Alibibeteiligungen zunehmend zu beobachten sei, weshalb hier auch Minister Vogel in der Pflicht sei, dass Partizipation in seinem Hause nicht zur lästigen Pflichtveranstaltung verkommt.

Die Verbände haben immer wieder substanzielle Vorschläge, so zur Wolfsverordnung und zur Überarbeitung des Managementplanes, in die verschiedenen Debatten eingebracht und dabei auch deutlich gemacht, dass sie sich zu einer Wiederkehr von Wölfen auch in die brandenburgische Kulturlandschaft bekennen. Darüber hinaus wurde mit dem „Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement in der Kulturlandschaft Deutschlands“, sogar ein umfassender Vorschlag für die Lösung bestehender Probleme angeregt (Anlage). Wenn sich die Politik des brandenburgischen Wolfsmanagements jedoch trotz der Tatsache, dass nirgendwo auf der Welt die Bestandsdichte von Wölfen so hoch ist wie in Brandenburg, weiterhin jeglicher Frage nach einer zukünftigen Bestandsregulation verweigere, so könne dies von Seiten der Verbände nicht mehr unter-stützt werden. „Wenn die Verwaltung diesbezüglich weiterhin nach dem Grundsatz verfährt, was interessieren uns die Nöte der Landnutzer, gleichwohl annähernd jedes Land in dieser Welt mit Wolfvorkommen ganz andere und teils deutlich konfliktfreiere Wege geht, so muss die Landesregierung für diese Politik die Verantwor-tung selbst übernehmen“, stellt auch Thomas Weber, der Vorsitzenden des Waldbesitzerverbandes und Vor-stand im Forum Natur, klar. Mit großen Waldgebieten, Truppenübungsplätzen und anderen von den Verbän-den als „Wolfsschutzareale“ vorgeschlagenen Bereichen, hätte Brandenburg eigentlich alle Voraussetzungen, um die Koexistenz mit dem Wolf in der Kulturlandschaft beispielhaft vorzuleben. „Momentan riskieren wir diese einmalige Chance zu verspielen und verursachen selbst das deutliche Schwinden der Akzeptanz für den Wolf“, so Weber.


Die Verbände haben gleichzeitig deutlich gemacht, dass wenn die Verwaltung wieder an der Expertise der Be-troffenen interessiert ist, die Kontaktdaten der entsprechenden Vertreter bekannt sind. Bis dahin gelte der Grundsatz des aktuellen brandenburgischen Wolfsmanagementplanes, der für den Fall der Feststellung des günstigen Erhaltungszustandes der Wolfsbestände, ein „aktives Management“ vorsieht. Dass dieser Zustand längst, und nicht nur für das Bundesland Brandenburg gegeben ist, könne außer Frage stehen. Wenn die bran-denburgische Landesregierung wieder auf dem Boden der Tatsachen und damit dort, wo sie hingehört, nämlich nah bei den Menschen, angekommen ist, dann sehe man sich wieder.

Gregor Beyer Geschäftsführer, Forum Natur Brandenburg e.V.
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Jahresrückblick Teil III

Freitag, 11 September 2020 10:58

Nordrhein-Westfalen: Thema Jagdabgabe...

geschrieben von

von Michael Sommer 

Betreff: Meine Mitgliedschaft im LJV NRW

Sehr geehrter Vorstand der Kreisjägerschaft,

die aktuellen Entwicklungen innerhalb des LJV und in der Kreisjägerschaft beobachte ich mit Argwohn, Unverständnis und leider inzwischen auch großem Kopfschütteln:

Die Aufweichung des Schießnachweises halte ich für fachlich falsch, zudem ein völlig falsches Signal an die kritische, nichtjagende Öffentlichkeit.
Die Ermöglichung von Bewegungsjagden innerhalb der Aufzuchtzeit ist m. E. ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und steht im klaren Widerspruch zu unserem Anliegen, einen gesunden, artenreichen und angepassten Wildbestand zu hegen und zu pflegen. Sämtliche Bemühungen der Jägerschaft, die Öffentlichkeit für die nötige Ruhe in den Revieren zu sensibilisieren werden durch diese Änderung der gesetzlichen Möglichkeiten, die der LJV zudem noch pressewirksam als Erfolg darstellt, konterkariert.

Nun werden sich die Kreisjägerschaften zwangsläufig mit einer satten Beitragserhöhung befassen müssen. Mit dem ebenso "gefeierten" Wegfall der Jagdabgabe aller (!) in NRW den Jagdschein Lösenden, stehen nun diverse Projekte und Einrichtungen vor einer ungewissen, finanziellen Zukunft, vermutlich sogar vor dem Aus. Um dieses zu verhindern, sollen nun die Mitglieder des LJV zur Kasse gebeten werden.

M. E. stellt sich die Frage, warum das Präsidium nicht vor (!) dem weitreichenden Schritt dieser Streichung der Jagdabgabe durch eine Expertengruppe hat klären lassen, wie hoch der Anteil der Gelder ist, die nicht in Jägerprojekte fließt, bzw. wie die Projekte und Einrichtungen der Jägerschaft den bis dato finanziert werden.

Nach meinem Kenntnisstand hat man diese Expertengruppe erst nach dem weitreichenden Schritt eingerichtet und mit großem Schrecken festgestellt, wie gering der Anteil des Geldes war, der eben nicht in jagdliche Belange zurückgeflossen ist, bzw. wie abhängig die Projekte der Jägerschaft von der Jagdabgabe tatsächlich sind.

Für mich persönlich sind diese Entwicklungen und Entscheidungen, die mich als aktiven Jäger in der täglichen Arbeit im Revier und mit der Öffentlichkeit direkt betreffen, die mich beim regelmäßigen Besuch auf dem Schießstand betreffen und die mich als Mitglied in 2 Kreisjägerschaften als Beitragszahler zukünftig betreffen werden, äußerst fragwürdig, so dass ich, wie viele andere Mitglieder der Jägerschaften auch, über einen Austritt aus dem LJV nachdenke.

Ich sehe in diesen Bemühungen, Passagen aus dem derzeit gültigen Jagdgesetz wieder zu kippen, eine rein ideologische Motivation des Präsidiums, dieses unter dem "verhassten" Umweltminister Remmel entstandene Jagdgesetz mit allen Mitteln wieder umzudrehen. Auch wenn es m. E. gute und fachlich richtige, gesellschaftlich anerkannte Passagen trägt, und sich die Jägerschaft am Ende, wie oben dargestellt, ins eigene Fleisch schneiden wird...

Ich stelle hiermit den Antrag, vor der vermutlich folgenden Abstimmung bzgl. einer Beitragserhöhung, die Ergebnisse der Expertengruppe den Mitgliedern des LJV / der KJS vorzustellen.
Wie hoch waren die Einnahmen der Jagdabgabe in NRW in den letzten 5 (10) Jahren?

Wie hoch war der Anteil hiervon, der nicht in Jägerprojekte und Einrichtungen der Jägerschaften geflossen ist?
 
Welche Projekte wurden aus der Jagdabgabe unterstützt, die nicht im jagdlichen Kontext zu betrachten sind?

Wie hoch ist die derzeitige Rücklage aus der Jagdabgabe, auf die u. a. der LJV noch zurückgreifen kann?

Ich bitte darum, diese Fragen öffentlich, d. h. im Kreise der Jägerschaft zu beantworten.

Ich denke, es ist nur legitim, sich als Mitglied des LJV vor solch weitreichenden Entscheidungen ein möglichst genaues Bild über die Hintergründe solcher Entwicklungen zu verschaffen.

Mir fehlt aktuell tatsächlich die Einbindung der Mitglieder in derartige Entscheidungen, es sieht für mich sehr stark nach einem ideologisch motivierten Alleingang des Präsidiums aus, leider...

Mit waidmännischem Gruß

M. Sommer

 

Hier die Antwort des LJV...

Sehr geehrter Herr Sommer,

die Forderung „Jägergeld in Jägerhand“ ist seitens des LJV in den letzten Jahren im Zusammenhang mit den Jagdrechtsänderungen aufgestellt worden, um ein Mitsprachrecht und Einblick bei der Mittelvergabe für diejenigen zu ermöglichen, die die Jagdabgabe auch zahlten. Zuletzt wurde im Rahmen der Volksinitiative dem Wunsch nach einer rechtskonformen und transparenten Jagdabgabegestaltung durch über 117.000 Unterschriften Ausdruck verliehen. Beides war früher gar nicht gegeben. Die einzige offizielle Aufstellung, die es zur Jagdabagbe gab war die einer Kleinen Anfrage: https://kleineanfragen.de/nordrhein-westfalen/17/3388-welche-massnahmen-werden-durch-einnahmen-aus-der-jagdabgabe-gefoerdert .

Ein klare Aufstellung war auch in dem in den letzten Jahren der Jagdabgabe informierten Landesjagdbeirat nicht zu erhalten, der darüber hinaus auch der Verschwiegenheit verpflichtet wurde, wodurch eine Transparenz nach außen nach wie vor nicht möglich gewesen ist. Einzig konnten über den Landesjagdbeirat die Förderung von nicht dem Jagdwesen dienlichen Projekten verschiedenster Organisationen mit großer Anstrengungen eben noch verhindert werden.

Da sich aber nun das Land NRW gegen eine weitere Erhebung der Jagdabgabe ausgesprochen hat, besteht mit der Einführung des Jagdbeitrags auch die Möglichkeit, die lange geforderte Transparenz in die Tat umzusetzen.

Wenn Sie mit der „Expertenkommission“ die Arbeitsgruppe meinen, die die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen zur Einführung des Jagdbeitrags geprüft hat, so sind ihre Ergebnisse in den Entwurf einer Änderung der LJV-Satzung eingeflossen. Diese befindet sich derzeit in der Prüfung durch das zuständige Finanzamt und wird nach erfolgter Abstimmung mit diesem zur Vorbereitung der LJV.-Mitgliederversammlung für alle Mitglieder im RWJ veröffentlicht werden.

Ich hoffe Ihnen Ihre Fragen hiermit beantworten zu können. Weitere Informationen zum Jagdbeitrag finden Sie auch unter: https://www.ljv-nrw.de/inhalt/ljv/jagdbeitrag/jagdbeitrag/5_7931.html

Mit freundlichen Grüßen


Christian Junge


Macht Euch die Arbeit und schaut in die Tabelle der o. g. kleinen Anfrage, dann dürfte eigentlich niemand ernsthaft die Forderung "Jägergeld in Jägerhände" ernsthaft unterstützen... Ein Drittel der in NRW den Jagdschein-Lösenden sind bis dato kein LJV Mitglied, diese Beträge fehlen nun tatsächlich und vor Allem den Jägerprojekten!

Die immer wieder genannten Vergünstigungen Dank LJV MItgliedschaft? Beim Autokauf krieg ich diese Rabatte aber mal sicher, auch ohne LJV Ausweis. Der RWJ... Naja, wir erhalten ja noch nicht einmal mehr die Infos aus anderen Regierungsbezirken... Der Nährwert dieses Heftes ist auch eher gering. Vergünstigungen beim Schießstandbesuch? Nach meinem Kenntnisstand ist das noch in keinster Weise mit den Schießstandbetreibern abgestimmt und keiner weiß, wie das konkret laufen soll... Bleiben die Fortbildungsprogramme des LJV. Noch Fragen? Wichtig ist, dass der GF des LJV satte 180.000 € (!!) Jahresgehalt bekommt, plus Spesen , Fahrzeug, usw. . Ja, nun bin auch ich sprachlos... Ich empfinde dieses Spielchen unseres Verbandes als schlichte Schweinerei und werte das Vorgehen, die Abstimmung beim Landesjägertag trotz Corona-bedingter Ausfälle der Kreisjägerschaftsversammlungen und damit einhergehender, mangelhafter Information der Mitglieder als taktisches Kalkül und als weitere "Sauerei"!

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Forstkontor Sommer GmbH
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Aus dem Wegfall des Zwangsbeitrages für alle Jäger wird eine saftige Beitragserhöhung für LJV Mitglieder

Man muss sich das Video des Jägerpräsidenten Müller-Schallenberg schon mehrmals anhören, um zu verstehen, was die Abschaffung der Jagdabgabe durch die Landesregierung von NRW für die einzelnen Jäger bedeutet. In das unverständliche Kauderwelsch des Präsidenten ohne klare Zahlen und Fakten wollen wir ein wenig Klarheit bringen.

Seit vielen Jahren pfeifen es die Spatzen von den Dächern: Die bisherige bundesweit durch die Unteren Jagdbehörden erhobene Jagdabgabe ist verfassungswidrig. Seit einiger Zeit wird sie von den Behörden nicht mehr erhoben, sehr zum Ärger der Landesjagdverbände, schließlich wurde mit ihr verbandsinterne Projekte, wie Hundeprüfungen, Verbandsnachrichten, Schießstandinvestitionen und Jagdhornbläser finanziert. Durch die Nichterhebung ergibt sich eine nicht unerhebliches Finanzierungslücke, das es nun zu schließen gilt.

Diese Jagdabgabe war im doppelten Sinne für die Jagdverbände praktisch: Man konnte durch diese behördlichen Zwangsbeiträge, - was anderes ist eine Abgabe nicht -, zahlreiche interne Projekte des Verbandes finanzieren, ohne die eigenen Mitgliedsbeiträge dazu heranzuziehen. Zum anderen konnten Jäger, die gar kein Mitglied der Jagdverbände waren, zur Finanzierung verbandsinterner Projekte mit herangezogen werden.

Im Grunde genommen war die Jagdabgabe nichts anderes, als eine verdeckte Zwangsmitgliedschaft für alle Jäger zur Finanzierung der Jagdverbände durch die Hintertür.

Dass diese faktische Zwangsmitgliedschaft in einer modernen Gesellschaft immer mehr Gegner auf den Plan ruft, war abzusehen, rümpfen Gerichte immer wieder die Nase bei solchen Zwangsfinanzierungsmodellen von Verbänden. Über alternative Finanzierungsmöglichkeiten der Jagdabgabe hatte man sich aber niemals Gedanken gemacht. Man forderte in den Landesjagdverbänden auch nicht die Abschaffung dieser Zwangsabgabe sondern lediglich eine Gesetzesänderung durch die Politik, um eine rechtssichere Erhebung Derselbigen sicher zu stellen. Dieser Forderung folgte die Politik nicht.

Der Präsident des LJV Nordrhein-Westfalen, Ralph Müller-Schallenberg und auch andere LJV sind mit der Nichtbeitreibung durch das Land in einer erheblichen Klemme. Bei 45 Euro Jagdabgabe/Jahr x 87.000 Jäger in NRW fehlen 3,9 Millionen Euro jährlich.

Diese Lücke müssen nun die 64.000 LJV Mitglieder alleine schließen, ohne dass die Nichtmitglieder wie früher als Mitfinanzierer herangezogen werden können. Insofern ist die Behauptung des Präsidenten, für die LJV Mitglieder ändere sich bei der Gegenfinanzierung der Jagdabgabe nichts, falsch, denn 23.000 Nichtmitglieder x 45 Euro Jagdabgabe = 1.025.000 Euro fehlen im jährlichen Haushalt des LJV und diese Summe muss nun von den LJV Mitgliedern zusätzlich und alleine geschultert werden.

Ob Teile eines Verbandes nun über eine Abgabe oder einen Beitrag finanziert wird, ist völlig unerheblich. Solche Verbandssubventionen in Form von staatlichen Abgaben stehen der heute so oft geforderten Transparenz diametral entgegen.
Die Jagdverbände haben sich mit Hilfe der Jagdabgabe über Jahrzehnte hochdefizitäre Bereiche geschaffen, die nur durch eine Subventionierung durch die Jagdabgabe fortbestehen konnten.
Das Wegfallen der Jagdabgabe wäre eine einmalige Chance gewesen, die Finanzierung defizitäre Bereiche wie Schießstände, Verbandsblätter und das Hundewesen zumindest einer Prüfung unter effizienten Gesichtspunkten zu unterziehen. Diese Prüfung unterblieb.
Auch Verbände müssen sich im Zeitalter des Internets und der Digitalisierung neu positionieren. Dass sich die auch Jagdverbände effizientere Strukturen geben müssen, weiß man schon lange, allerdings passiert ist in den letzten Jahren leider nichts oder nicht viel. Das Jagdmagazin Pirsch und das heiße Eisen "Reform der Jagdverbände" Pirsch 3/2013

Mit der Änderung der staatlichen Jagdabgabe in einen verbandsinternen Jagdbeitrag werden nun überholte, ineffiziente und überteuerte Strukturen fortgeschrieben. Eine dringende Reform, die eine langfristige Finanzierung der Jagdverbände sicher stellen würde,  wurde - mal wieder - vertan.

Waidmansheil

Euer

Stefan

 

Tierischer Hochzeits-Boom im Januar

Montag, 24 August 2020 10:51

Bogenjagd – ein erster Einblick

geschrieben von

Mehr Wildtierunfälle in Deutschland

 

Die Bogenjagd ist in Deutschland ein kontroverses Thema – auch unter Jägern. Doch ihre Beliebtheit steigt und dafür gibt es eine Menge guter Gründe. Möchtest du mehr darüber erfahren? Dann bleib dran und begleite uns auf eine kleine Reise durch das spannende Gebiet rund um eine traditionsreiche und ursprüngliche Form der Jagd: mit Pfeil und Bogen.

Wie anfangen mit der Bogenjagd?

Das ist vermutlich die erste und schwierigste Hürde, vor der Interessierte stehen: Wie steige ich am besten in die Bogenjagd ein? In Deutschland ist die Gesetzeslage klar. Sowohl die Jagd mit der Armbrust als auch mit dem Bogen ist hier verboten. Dennoch gibt es deutsche Jagdschulen, in denen du dich für die Bogenjagd ausbilden und dir eine Bescheinigung ausstellen lassen kannst. Mit diesem Bogenjagdschein kannst du außerhalb Deutschlands auf die Pirsch gehen. Aber Vorsicht: Informiere dich vorher genau über die Bedingungen des jeweiligen Landes!

Für die Kurse brauchst du oftmals nicht einmal eine eigene Ausrüstung und keinerlei Vorkenntnisse. Du bekommst alles von der Pike auf beigebracht, was du für die Bogenjagd wissen und können musst – und die Jagd mit Pfeil und Bogen unterscheidet sich sehr von der Jagd mit der Büchse und auch dem klassischen Bogenschießen auf eine Scheibe oder ein 3D-Ziel.

Sichere und waidgerechte Jagd

Wie auch für die Jagd mit der Schusswaffe gelten für die Bogenjagd zwei essenzielle Regeln:

1. Das Tier muss schnell und ohne Leid (waidgerecht) erlegt werden.
2. Beim Umgang mit der Waffe musst du stets auf höchste Sicherheit für dich und deine Umgebung achten.

Deswegen ist es so wichtig, dass du eine Ausbildung bei professionellen Bogenjägern absolvierst. Wenn du in die Jagd allgemein gerade erst einsteigst, weißt du vermutlich gar nicht, an welcher Stelle du das Tier optimalerweise treffen musst, wie du dich tarnst und worauf du bei deinem Jagdbogen achten solltest.

Die richtige Ausrüstung: Jagdbogen und Jagdspitzen

Die modernen Bögen erleichtern die Bogenjagd heute erheblich. Du kannst die Compoundvariante wählen, die mit weniger Zugkraft mehr kinetische Energie erzeugt – für Anfänger, denen noch die Kraft in den Armen fehlt, sehr hilfreich. Oder du nutzt einen Recurvebogen, der mit seiner simplen Handhabung, wenig Pflegebedarf und seinem leichten Gewicht punktet. Im Fachhandel erhältst du nähere Informationen zur Bogenjagd und kannst dich bei der Auswahl des Equipments beraten lassen.

Der Pfeil in seiner Gesamtheit ist eine kleine Wissenschaft für sich – wenn du noch keine Berührung mit dem Bogensport hattest, wende dich am besten an die Experten eines Bogensportshops. Wir können dir aber schon einmal verraten, dass die Jagd besondere Pfeilspitzen erfordert. Sie verfügen über scharfe Schneiden, dürfen sich nicht verformen und sind häufig deutlich schwerer als die Spitzen beim sportlichen Schießen.

5 Gründe für die Bogenjagd

Wenn du leidenschaftliche Bogenjäger fragst, warum sie dem Jagdsport nachgehen, geben sie dir sicher eine oder mehrere der folgenden Punkte zur Antwort:

1. Naturnähe: Stille, Konzentration, Fokus – mit dem Bogen musst du nah ans Tier und das fordert Aufmerksamkeit. Dem Wald kommst du dadurch automatisch näher.
2. Naturkenntnisse: Du lernst viel. Nicht nur über dich selbst und deine Fähigkeiten, sondern auch über das Biotop, in dem du dich bewegst.
3. Bio-Fleisch: Beim Tier, das du im Wald erlegst, kannst du davon ausgehen, dass es zufrieden gelebt hat. Das ist angesichts des immer stärker erwachenden Bewusstseins für eine artgerechte Tierhaltung ein wichtiger Punkt für viele (junge) Bogenjäger. Außerdem schmeckt ein Stück Wildsteak viel besser, wenn du es selbst gejagt hast.
4. Abschalten: Raus aus der Stadt, aus dem Alltagsstress und den modernen Problemen. Im Wald gibt es nur dich, deinen Bogen und – Ruhe. Zwar musst du fokussiert sein, aber wir versprechen dir, dass es eine ganz andere, entspannende Art von Konzentration ist, als du sie im Alltag brauchst.
5. Tradition: Naturnahe Völker jagen noch heute mit der nahezu lautlosen Waffe. Über viele Jahrtausende hinweg waren Pfeil und Bogen die einzige Möglichkeit, an Fleisch zu kommen. Du trittst damit also in uralte Fußstapfen und führst einen lang gehegten Brauch fort, der auch heute noch seine Daseinsberechtigung hat.

 

 

Freitag, 21 August 2020 11:08

DIE HUBERT kommt!

geschrieben von

Skandal: Tschechischer Schweisshundeverband schmeisst deutsche Mitglieder raus

Baden-Württembergische Jagdmesse auf dem albgut in Münsingen vom 18-20 September

Das neue Messeformat DIE HUBERT geht als Mitmach- und Erlebnismesse zu den Themen Jagd, Angeln, Outdoor sowie Grillen und BBQ neue Wege – mit einem Hygienekonzept, welches der Veranstalter in enger und konstruktiver Zusammenarbeit mit den zuständigen Ämtern und Behörden vor Ort erstellt hat.

Das wird ein Event der besonderen Art: Auf der HUBERT erfahren Besucher alles Neue und Wissenswerte im Bereich der Jagd, sowie Outdoor-Aktivitäten wie das Bogenschießen, die Falknerei und vieles mehr. Ein aufregendes Rahmen- und Showprogramm sorgt für die richtige Stimmung. Auch kulinarisch wird DIE HUBERT ein Highlight: Outdoor Cooking, Grillen und BBQ machen die Messe zum echten Besuchermagneten. Mit seinen historischen Gebäuden und dem weitläufigen Außengelände verfügt das albgut als Messestandort über ein ganz besonderes Flair und außerordentliches Potenzial – auch gerade, wenn es um das brisante Thema Infektionsschutz geht. Dazu Elmar Fetscher, Inhaber und Geschäftsführer der FIRE&FOOD Verlag GmbH: „Das Thema Infektionsschutz nehmen wir für diese Messe besonders ernst und wir sind zuversichtlich, mit einer verantwortungsbewußten Jägerschaft als Aussteller und Besucher, einen Weg aufzuzeigen, wie auch zu Coronazeiten eine Messe funktionieren kann.

Besonderer Hinweis: Die Hygienemaßnahmen geben vor, dass Tickets nur im Onlineverkauf vergeben werden können. Dadurch wird gewährleistet, dass alle Besucher digital erfasst sind. Es gibt keine Tageskasse. Jeder Besucher benötigt ein eigenes, personalisiertes Ticket, auch Kinder die bis 15 Jahren kostenfrei sind. Das Ticket ist während der gesamten Messe bei sich zu tragen, ebenso wie Ausweispapiere. Die Tickets gibt es in drei verschiedenen Varianten. Als Print-at-home-Variante, als digitale Variante für das Smartphone oder als Print per Post. Sollte die Messe doch noch abgesagt werden müssen, werden die Ticketpreise rückerstattet. Die Besucheranzahl ist täglich kontingentiert. Deshalb – Hol dir gleich dein Ticket unter www.tickets.fire-food.com

DIE HUBERT wird vom FIRE&FOOD Verlag in Kooperation mit dem Landesjagdverband Baden-Württemberg veranstaltet.

Infos auch unter www.diehubert.de

 

FIRE&FOOD - Das Grill- und Barbecue-Magazin
FIRE&FOOD Verlag GmbH
Umspannwerk 10
88255 Baindt
www.fire-food.com
Fon: ++49 (0)7502 97794 11
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
HRB 552734
Ust-Ident-Nr. DE 814 476 605
Geschäftsleitung: Elmar Fetscher

 

Skandal: Tschechischer Schweisshundeverband schmeisst deutsche Mitglieder raus

 

Donnerstag, 13 August 2020 16:27

Positionsprofil: Teamleitung Einkauf Jagd Hardware*

geschrieben von
*sämtliche personenbezogenen Formulierungen in diesem Dokument beziehen sich gleichermaßen auf alle Geschlechter.

Unser Mandant ist Marktführer im Bereich Jagd und Sportschießen in Deutschland.

Er bietet seinen Kunden eine in der Branche einzigartige Multichannel-Ausrichtung mit den Vertriebswegen Kataloggeschäft, E-Commerce sowie Stationärhandel. Das Sortiment umfasst neben Ausrüstung für Jäger, Sportschützen und Sammler auch hochwertige Mode und eine exklusive Outdoorausstattung. Neben zahlreichen Fachgeschäften und Schießbahnen in Deutschland ist unser Mandant Exporteur bzw. Großhändler mit Abnehmern in 100 Ländern. Viele Mitarbeiter sind selbst Jäger und Sportschützen und sichern mit ihrer Kompetenz den hohen Anspruch in allen Geschäftssegmenten.

Die Position:

Im Zuge einer Nachfolgeregelung suchen wir einen Teamleiter Einkauf Jagd Hartware.
Zielsetzung der Position:
Sie verantworten den Einkauf für den Bereich Jagd Hartware mit der fachlichen wie disziplinarischen Führung und Steuerung von derzeit 6 Mitarbeitern und organisiert in drei Einkaufsbereiche: Waffe, Munition sowie Zubehör. Dabei übernehmen Sie selbst die Leitung eines der o.a. Einkaufsbereiches dort.
Ihre Kernaufgaben:
• Mitwirkung an der strategischen sowie operativen Planung;
• Optimierung des Lieferantenportfolios im Verantwortungsbereich;
• Sicherstellung der wirtschaftlichen Kennzahlen;
• Führung und Weiterentwicklung Ihrer Mitarbeiter.

Qualifikation & Erfahrung

Sie verfügen über mehrjährige Erfahrung als Führungskraft im Einkauf, idealerweise auch im Multichannel-Umfeld und nachweislichen Erfolg im Lieferantenkontakt.
• Wichtig sind sehr gute Kenntnisse in der Jagd- und Sportwaffenbranche;
• analytisches Zahlenverständnis und Prozessaffinität mit dem Bestreben zur stetigen Prozessoptimierung zeichnet Sie aus.
• Sie haben ein hohes Verständnis für betriebswirtschaftliche Zusammenhänge und ein sicheres Gespür für Markttrends und -Entwicklungen.

Persönlichkeit
• Sie sind ergebnisorient und besitzen Entscheidungsfreude, Erfolgswillen sowie Durchsetzungskraft;
• Sie verfügen über Planungs-und Organisationsgeschick und sind lösungsorientiert. Sehr
gute kommunikative Fähigkeiten, ein ausgeprägtes Verhandlungsgeschick sowie ein hohes Maß an Eigeninitiative, Verantwortungsbewusstsein und Belastbarkeit runden Ihr Profil ab

1. Sprachen & IT-Kenntnisse

• Gute MS Office- sowie SAP-Kenntnisse;
• gute Englisch-Kenntnisse in Wort und Schrift.

2. Standort

• Dienstsitz ist im Großraum Würzburg;
• Bereitschaft zu gelegentlichen internationalen Dienstreisen.

3. Perspektive
Neben einem attraktiven Gehalt mit leistungsorientierter Vergütung sowie zahlreichen
Nebenleistungen wie tariflicher Altersvorsorge etc. bietet Ihnen unserer Mandant eine
spannende Herausforderung mit Freiraum, flexible Arbeitszeiten und umfangreichen
Entwicklungsmöglichkeiten.
Ergänzt wird dies durch eine gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr sowie einer hohen Familienfreundlichkeit und der Nähe zur Natur am Firmensitz.

 

Verantwortlicher Berater & Team:

Roland Hendricks
Research Consultant
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Jahresrückblick Teil II Eine Tragödie

Der Berufsverband der Berufsjäger fordert eine praktische Ausbildung der Hobbyjäger. Doch wer soll sie umsetzen, welche Inhalte soll sie haben und wo soll diese Ausbildung stattfinden?

Seit unsere Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner ihren ersten Entwurf zur Novellierung des Bundesjagdgesetzes vorgelegt hat, gibt es kaum einen Verband der Landnutzer oder ein Presseorgan , das nicht zur Änderung des Jagdgesetzes Stellung bezieht. Die Meinungen zur Änderung liegen hierbei weit auseinander, ein Konsens unter den Verbänden ist nicht erkennbar.

Einen wirklich interessanten, vor allem aber zielführenden Beitrag liefert nun der Berufsverband der Berufsjäger, der in einem Positionspapier eine praktische Ausbildung aller Jäger nach der Jägerprüfung fordert. 

Durch das Erlangen meines ersten Jugendjagdscheins am 27.5.1976, an meinem 16. Geburtstag, also vor über 44 Jahren widmete ich mich schon sehr früh der Ausbildung von Jägern und sah meine Hauptaufgabe als Naturmensch darin, Menschen, die die Sehnsucht nach der Natur verspürten, über das Naturerlebnis an die Jagd heranzuführen.
Schon früh hatte ich die erheblichen Defizite in der Ausbildung in den Jagdkursen erkannt. Den Jungjägern fehlte es vor allem an Kenntnissen über die Natur und deren Zusammenhänge und Auswirkungen auf  die Jagd . „Erst über die Natur findet man zur Jagd, aber niemals umgekehrt“ diesen Spruch machte ich zu meinem Leitgedanken. Ich wollte  Jungjäger nach der Jägerprüfung an das praktische Jagen heranführen und die Defizte in der Praxis ausgleichen. Die Forderungen des Bundesverbandes der Berufsjäger sind somit nicht  neu, und die Defizite in der Ausbildung schon seit Jahrzehnten bekannt. Alleine getan hat sich in diesem Bereich faktisch nichts.
Wenn ich auf dieses fast halbe Jahrhundert der Jungjägeraubildung zurückblicke, sind es irgendwas zwischen 50 und 100 Jungjäger, die ich auf das erste Stück Schalenwild geführt habe und das, ohne dass ich jemals ein Revier gepachtet hatte. Ich erlaube mir deshalb, die Frage nach der Machbarkeit dieser Forderung des Bundesverbandes der Berufsjäger zu stellen 

Meine Erfahrung aus 40 Jahren praktischer Jungjägerausbildung nach der Jägerprüfung möchte ich deshalb hier anlässlich der Diskussion um das Positionspapier des Berufsjägerverbandes einmal zusammenfassen:

Verwirrende Begrifflichkeiten

Zunächst verwendet die Jägerschaft, angeführt durch die Verbände, völlig falsche Begriffe in den Ausbildungsschritten. In den Kursen zur Vorbereitung auf die Jägerprüfung ist der angehende Jäger ein Jagdscheinanwärter. Erst nach dem erfolgreichem Ablegen der Prüfung darf er sich 3 Jahre Jungjäger nennen. Diese Vermischung von klar zu trennenden Ausbildungsschritten alleine führt zu ständigen Irritationen, zeigt aber auch auf, wie viel Unprofessionalität der Jägerschaft auf diesem Gebiet herrscht.

Jungjägerausbildung als Erwachsenenpädagogik unterscheidet sie sich von der Jugendpädagogik elementar

Fast alle Jungjäger sind beim Start ihrer Jagdscheinanwärterausbildung beruflich gestandene Männer und Frauen. Ein nicht unerhebliches berufliches Erfahrungspoztential, das sie mitbringen, macht sie zu Profis auf einem ganz speziellen Gebiet außerhalb der Jagd. Sie sind hochmotiviert, schließlich wollen sie die Jagdscheinprüfung bestehen. Wer hier bei der Ausbildung von Erwachsenen mit den Kenntnissen der Jugendpädagogik arbeitet, wird scheitern; professionelle Dozenten an den gewerblichen Jagdschulen wissen das.
Die Ausbildung eines Erwachsenen ist vergleichbar mit dem Verhältnis zwischen Pilot und Fluglotse. Beide sind "high Professionals" auf ihrem Gebiet und beide wollen das Flugzeug mit ihren speziellen Kenntnissen sicher auf den Boden bringen. Bei oberlehrerhaftem Verhalten des Lotsen gegenüber dem Piloten geht dieses Projekt garantiert in die Hose. Ähnlich verhält es sich bei der Ausbildung eines erwachsenen Profis zum verlässlichen Jäger

Die Qualifikation des Jagdpächters

pädagogische Kenntnisse
In der Regel ist der Jagdpächter als Revierinhaber der Lehrprinz. Nur er verfügt über die Möglichkeit, Jungjägern eine Ausbildung in Form eines Begehungsscheines zukommen zu lassen. Ihm kommt somit eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung der Jungjäger zu.
Ich habe in den 40 Jahren keinen einzigen wirklich guten Pädagogen für Erwachsenenbildung unter den zahlreichen Jagdpächtern, die ich kennenlernen durfte, gefunden. Ich habe allerdings auch bisher keinen Jagdpächter kennengelernt, der sich seiner Aufgabe als Pädagoge bewußt war. Aber auch den Jagdverbänden ist bis heute nicht in den Sinn gekommen, Jagpächtern Fortbildungskurse als Lehrprinz anzubieten.
Wildbiologische Kenntnisse
Doch die fehlende Qualifikation der Jagdpächter geht noch weiter: Die meisten Jagdpächter haben selbst keinerlei wildbiologische Kenntnisse über den Jagdkurs hinaus , den sie einmal besucht haben, erworben. Diese wäre aber, um eine praktische an der Natur orientierter Jungjägerausbildung durchzuführen, zwingend notwendig. Stattdessen hält man bei der Jungjägerausbildung einseitig an der Vermittlung der undefinierten hoffnungslos veralteten Hegeideologie fest.
Als einzige Qualifikation vor dem Anpachten eines Revieres können Jagdpächter nachweisen, dass sie 3 JJ gelöst haben und eine dazugehörige Versicherung abgeschlossen haben. Weitere Kenntnisse sind nicht erforderlich. Um den Jägernachwuchs auszubilden sind die vorhandenen Kenntnisse der Jagdpächter in der Regel eine einzige Katastrophe!

Ansprech- und Schussroutine

Den meisten Jägern fehlt es auch viele Jahre nach der Jungjägerzeit an Ansprech- und Schussroutine. Ich selbst halte das Erlegen von 10-20 Stück Schalenwild in den 3 Jahren der Ausbildung als notwendige Untergrenze. Ohne diese Erlegungen fehlt selbst dem besten Jungjägern jede jagdliche Routine, um sich später als ausgebildeten Jäger bezeichnen zu dürfen. Die meisten Reviere in Deutschland sind aber viel zu klein, als dass man dort diese Schussroutine erlangen kann. Die notwendige Routine im Erlegen und Ansprechen wird somit in den Jungjägerjahren nie erreicht.

Die Verknappung von Abschussfreigaben als Instument der Allmacht des Jagdpächters

Ein wesentlicher Aspekt, der eine Jungjägerausbildung in Deutschland weitestgehend unmöglich macht, ist die willkürliche Freigabe als Instrument der Machtausübung des Jagdpächters. Wie ein Großfürst herrscht der Jagdpächter über seine 150 ha. Viele Genossenschaftsreviere, bei denen die Abschüsse nicht überprüft werden, werden von überalterten Pächtern geleitet. Doch auch die jüngeren Jagdpächter, die in der Ideologie der Hege (im Zweifelsfalle schonen) erzogen wurden, geben diesen  überholten Hegemumpitz, dem jede wissenschaftliche Grundlage fehlt,  an Jungjäger weiter. Es wird mit der Freigabe von Abschüssen geknausert, obwohl eine Reduktion der Bestände ringend erforderlich wäre. Doch die Vergabe wird an das willfährige Verhalten der weisungsgebundenen Begeher und Jagdgäste geknüpft, ohne das der Abschuss wildbiologischen Erkenntnissen folgt. Hoffnungslos überhegte Reviere mit überhöhten Wildbeständen (kümmerliche Rehwildbestände, hoher Wildschaden durch Verbiss und auf Ackerflächen) sind das Ergebnis. Überhege führt zu  unnötigem Populationsstress. Das damit einhergehende gesteigerten aggressiven Territorialverhalten der Böcke erfüllt den Tatbestand der Tierquälerei, viele junge Böcke werden, ohne ein eigendes Territorium zu finden, bis zur völligen Erschöpfung von den Artgenossen langsam zu Tode gehetzt.

Als Folge dieser jahrzehntelangen desaströsen Jungjägerausbildung ist nun eine Diskussion um eine  Änderung des Jagdgesetzes in Gang gekommen.

Insofern ist der Ruf nach einer durch Berufsjäger geleiteten Jungjägerausbildung mehr als gerechtfertigt. Ob es aber zu den notwendigen Reformen innerhalb der Jägerschaft führt, darf mehr als bezweifelt werden.
Ich selber halte die viel zu kleinen Reviere und die fehlende Leitung/Aufsicht der Jagdreviere durch professionelle Wildbiologen/Berufsjäger und eine fehlende Professionaliät der Jungjägerausbildung für das eigentliche Problem.
Weder der Aufruf des Bundesverbandes der Berufsjäger noch die Novellierung des Bundesjagdgesetzes wird an den Misständen der Jagd durch nicht ausgebildete Hobbyjäger etwas ändern!

 

Waidmannsheil

 

Stefan Fügner 

 

Jagdverpachtung Bayern

 

 

Mit großer Spannung war der Entwurf zur Änderung des Bundesjagdgesetzes vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) erwartet worden. Bei manchen mit eher bangem Blick in Anbetracht der Reichweite, die das neue Gesetz auf die traditionelle Hegejagd haben könnte. Bei anderen hatte sich zuletzt Hoffnung breit gemacht, dass das BJagdG auch grundlegend an den anhaltenden Schalenwildboom angepasst würde – hatte Ministerin Julia Klöckner (CDU) die Bedeutung der Jagd für den Wald zuletzt doch wiederholt betont. Der jetzt vorliegende Entwurf ist allerdings nur ein Schrittchen in Richtung zeitgemäßer Jagd. Es wurde an wenigen Stellen, eher im kosmetischen Bereich, korrigiert. Die wichtigsten Änderungen im Überblick:

-  Jagd, bzw. die „Hege“ soll „eine Naturverjüngung des Waldes im Wesentlichen ohne Schutzmaßnahmen ermöglichen.“
-  Jagdausbildung: Künftig müssen Jagdschüler mindestens 130 Stunden Ausbildung durchlaufen. Die Inhalte der Jagdausbildung werden neu definiert und die Themen Wildschäden („Grundsätze der       Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern“) und Waldbau („Erfordernisse naturnaher Waldbewirtschaftung und Naturverjüngung“) stärker gewichtet.
-  Büchsenmunition: Es kommt kein Bleiverbot, sondern ein Minimierungsgebot.
-  Nachtzielgeräte werden für die Jagd auf Schwarzwild erlaubt.
-  Tellereisen und Fangeinrichtungen, in denen Greife gefangen werden könnten, werden verboten.
-  An Grünbrücken darf im Umkreis von 250 Metern nicht gejagt werden außer an wenigen Stunden bei Bewegungsjagden.
-  Abschusspläne: Behördliche Abschusspläne für Rehwild entfallen. Jäger und Verpächter bzw. Eigentümer müssen aber Mindestabschusspläne vereinbaren (längstens für drei Jahre). Kommt eine Vereinbarung nicht zustande, schreibt die Behörde den Mindestabschuss vor, ggf. unter Berücksichtigung des forstlichen Verbissgutachtens.

Alle genannten Änderungen des Jagdgesetzes sind nachvollziehbar. Mit Ausnahme des aufwändigst geänderten §18, in dem Büchsenmunition mit Bleianteilen legal bleiben, obwohl in der Praxis seit Jahren hervorragende bleifreie Geschosse verwendet werden. Dass Tellereisen und Fangenrichtungen für Greife erst im Jahr 2020 verboten werden, zeigt, wie veraltet das Gesetz in weiten Teilen (immer noch) ist.

Die vehemente Forderung von Waldbesitzern, Ökologen und Förstern, das Gesetz „waldfreundlicher“ zu gestalten, wurde nur ansatzweise berücksichtigt. Zwar ist nun endlich festgelegt worden, dass in den Revieren grundsätzlich das Aufkommen von Naturverjüngung ohne Zaun funktionieren muss. Doch wirklich praktisch wird das Gesetz nur in dem Punkt der Abschusspläne für Rehe. Eigenjagdbesitzern und Verpächtern ist es nun möglich, ihre eigenen Vorstellungen vom Rehwildabschuss in ihren Revieren vorzugeben.

Mit den „Hochwild“- Arten befasst sich der Entwurf erst gar nicht. Als wären nicht gerade die meisten Rot-, Sika- und Damwildregionen waldbauliche Krisengebiete, in denen kein naturnaher Waldbau ohne Zaun möglich ist.

Positiv ist die Erweiterung der Jungjägerausbildung um die Lehrinhalte „Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern“, „naturnaher Waldbau und Naturverjüngung“ zu bewerten. Denn es ist erschreckend, über wie wenig Artenkenntnisse viele Jungjäger verfügen. Und Wildschäden im Wald, wie selektiver Verbiss und Entmischung, werden bis heute von kaum einem (Jung-)Jäger erkannt.

Die Erlaubnis, Nachtzieltechnik auf Schwarzwild zu verwenden ist überfällig, wird aber die Wildschweinbestände nicht reduzieren. Hierzu fehlt der Wille in vielen Revieren, in denen Wildschäden keine Rolle spielen oder von solventen Jagdpächtern – quasi als Wildfutter – aus der Portokasse bezahlt werden.

Obwohl die Jagd vor den größten Herausforderungen seit Jahrzehnten steht, wurde die Gelegenheit einer Reform verspielt, obwohl der hauseigene „Wissenschaftliche Beirat Waldpolitik“ dem Ministerium eine „grundlegende Neuausrichtung“ der Jagd angeraten hatte. Doch von einer Neuausrichtung kann keine Rede sein. Zum Beispiel wird der Begriff „Hege“ lediglich um die o.g. Naturverjüngung erweitert. Doch Jungjägern wird in der Ausbildung, wie seit Jahrzehnten, weiterhin die „Wildhege“ eingeimpft. Hier lernt der Jungjäger, wie man die Bestände "artgerecht“ bejagt, u.a., um entsprechende Trophäen zu generieren. Wie Reh- oder Hirschbestände wirksam reduziert werden, lernt der Jungjäger i.d.R. nicht.

Inhaltlich bleiben im Entwurf etliche Themen unberührt, die dringend einer Anpassung bedürfen, u.a. die Liste der jagdbaren Tierarten, die Jagdpachtdauer, Mindestgröße von Eigenjagden oder die Synchronisation der Jagdzeiten - um nur sehr wenige zu nennen. Darüber hinaus wäre es im Jahr 2020 an der Zeit, die jagdlichen Paradigmen des vergangenen Jahrhunderts zu bereinigen und Begriffe wie Hege, Hochwild, Jagdschutz, Weidgerechtigkeit oder Wildbewirtschaftung neu zu definieren. Stattdessen wird die Jagd immer noch damit begründet, dass „Störungen des biologischen Gleichgewichts“ ausgeglichen werden sollen und verharrt somit in der wissenschaftlichen Steinzeit.

Die äußerst zaghafte Novellierung macht klar, dass nachfolgende Regierungen in absehbarer Zeit das Gesetz erneut ändern müssen. Dann vielleicht endlich mit mutigen Entscheidungsträgern, die das Bundesjagdgesetz fit für die Zukunft machen. Bis dahin bleibt es den Reviereigentümern überlassen, ihre Reviere von aufgeschlossenen Jägern zielorientiert bejagen zu lassen, wie es heute schon mancherorts praktiziert wird. Zum Glück steht eine junge, engagierte Jägergeneration in den Startlöchern, die abseits überholter Traditionen bereit ist, die enormen Herausforderungen der Jagd anzugehen. Bislang hinkt das Bundesjagdgesetz mit seinem „Reförmchen“ noch weit hinterher.

Die große Jagd auf Forsthäuser

 

Die absurde behördliche Abschussplanung für Rehe entfällt, wie in NRW bereits 2015, nun bundesweit. Auch die Abschussplanung des immer noch so genannten „Hochwilds“ gehört dringend auf den Prüfstand, was im Entwurf aber nicht thematisiert wird.

 

Die Kolummne erschien erstmalig am 1.August 2020 auf der Seite Wildökologie heute 

 

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