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Jagdnachrichten

Jagdnachrichten (87)

Die ständig fortschreitende Naturentfremdung unserer Gesellschaft wird zwar durch verschiedene Studien jährlich eindrucksvoll belegt, unternommen allerdings wird dagegen wenig.

Aufgabe der Naturstiftung: Der Naturentfremdung entgegenwirken

Es lebt mittlerweile in den Städten eine ganze Generation an Menschen, die bisher ihr ganzes Leben alle ihre Lebensmittel ausschließlich im Supermarkt bezogen hat und den Bezug der Lebensmittel mit der Natur nicht mehr herstellen kann. Das hat dazu geführt, das sie oft noch nicht einmal wissen, aus welchen natürlichen Produkten die Lebensmittel hergestellt wurden. Diese Menschen kennen somit auch nicht den Anbau und die Produktion von Lebensmitteln. Die Herstellung, die Herkunft, die Erzeugung und die Verarbeitung der Lebensmittel sind ihnen fremd. Diese Naturentfremdung trifft bei weitem nicht nur auf die Kinder zu - eine ganze Generation an Städtern ist in den letzten Jahrzehnten ohne jeden Kontakt zur Natur herangewachsen. Durch das massenhafte Sterben landwirtschaftlicher Kleinbetriebe ist es nicht nur zur Entsiedlung des ländlichen Raumes gekommen, auch der Kontakt zur Landbevölkerung, die dieses Wissen früher an die Städter weitergab, ist verloren gegangen, weil immer weniger Menschen in der Natur arbeiten.

Ein weiterer nicht zu unterschätzender Grund für eine Naturentfremdung der Bevölkerung ist die Arbeitsteiligkeit. Mit der Zunahme der Erwerbstätigkeit beider Ehepartner wurde das Fertiggericht zur Hauptmahlzeit. Das gemeinsame Zubereiten von Lebensmitteln und das gemeinsame Essen ist in der heutigen Familie die Ausnahme. Fertiggerichte und Kantinenessen ohne Kenntnisse über die Zubereitung gehören zur Standardernährung. Das gemeinsam zubereitete Essen, das gemeinsame Essen im familiären Kreis findet, wenn überhaupt, nur noch am Wochende statt. Das gemeinsame Speisen am gedeckten Tisch und seine soziale Bedeutung ist verloren gegangen.

In der Naturbildung unterscheidet man zwischen Wildnis- und Kulturlandschaften. Die noch zu gründende Naturstiftung soll ich ausschließlich mit der Kulturlandschaft als Grundlage unserer Lebensmittelversorgung beschäftigen und den Menschen die Bedeutung und der Erhalt unserer Kulturlandschaft als Basis unseres Lebens wieder näher bringen.

Von unseren Schulen ist eine Veränderung an den momentanen Naturbildungsdefiziten nicht zu erwarten.

Tätigkeiten der Naturstiftung

Der Schwerpunkt der Naturbildung ist es, den naturentfremdeten Menschen den Zusammenhang zwischen Natur, Kulturlandschaft und Lebensmittelproduktion aufzuzeigen. Im Mittelpunkt steht der Besuch von Betrieben, die man als Natur- und Landnutzer bezeichnet. Dazu zählen neben den klassischen landwirtschaftlichen Betrieben, die Förstereien, Sägewerke und Rückebetrieb der Holzwirtschaft. Auch andere Betriebe aus dem Bereich der Naturnutzung sollen besucht werden. Dies sind Imkereien, Schäfereien, Molkereien und Fischzuchtbetriebe, sowie sämtliche Gewerbebetriebe, die mit mit der Verarbeitung von Naturprodukten ihre Existenz verdanken.

Auch soll aufgezeigt werden, dass Hotels für Wanderer, Reiterhöfe und die Ausflugsgastronomie wichtige Arbeitgeber sind, die ihre Existenz der Nutzung unserer Kulturlandschaft durch Erholungssuchende verdanken. Dem Städter soll gezeigt werden, dass die Natur immer noch unser größter Arbeitgeber ist und die Erhaltung unserer jahrhunderte alten, vom Menschen geschaffenen Kulturlandschaft für uns Menschen exitenziell ist.
Mit dem Aufzeigen einer immerwährenden, sich nicht verbrauchenden Natur- und Landnutzung wird den Menschen der oftmals falsch verwandte Begriff der „Nachhaltigkeit“ näher gebracht. Dem naturentfremdeten Menschen soll klar werden, dass die Naturnutzung in einer Kulturlandschaft für die Akteure eine ständige Herausforderung ist, die auf neue wissenschaftliche Erkenntnisse reagieren muss und sich an gesellschaftliche Veränderungen anpassen muss.
Beim Zusammenleben der Seminargruppen wird täglich gemeinsam gekocht und es wird sehr viel Wert darauf gelegt, dass möglichst viele Produkte so angeliefert werden, dass sie erst noch unter Anleitung vorverarbeitet werden, bevor sie in der Küche gemeinam zubereitet werden.

Zielgruppen der Naturstiftung

Die Stiftung wendet sich an nachfolgende gesellschaftliche Gruppen:

1. Schulklassen nehmen als Teil des Schulprogramms an Naturbildungswochen teil.

2. Familien sollen Natururlaube als Bildungsurlaube angeboten werden. Insbesondere Väter, die nur gelegentlich einen Kontakt zu ihren Kindern haben, sollen über einen Naturbildungsurlaub schneller die fehlende Bindung zu den Kindern, die überwiegend bei der Mutter leben, aufbauen. Diese Bindungsdefizite lassen sich sehr gut mit Naturbildungsurlauben, Erlebnissen in der Natur und gemeinsame Werken und Kochen abbauen.

3. Pädagogen, die ich im Bereich Naturbildung fortbilden wollen, werden Seminare angeboten, die als Fort-und Weiterbildungsseminare anerkannt sind. Hier wird eine enge Zusammenarbeit mit den Kultusministerien angestebt.

Immobilie der Naturstiftung

Eine Immobilie, die der Stifter in die Stiftung einbringt, steht im Mittelpunkt der Stiftung. Ihr kommt somit eine zentrale Bedeutung bei der Stiftungsgründung zu. Abgelegen von der Hektik der Großtadt ist die Naturnähe der Immobilie wichtig, um sie für die Stiftung nutzbar zu machen.
Neben der Unterbringung der Seminarteilnehmer soll in der Immobilie auch gemeinsam gekocht, gewerkelt und über mindestens 1 Woche gemeinsam gelebt werden.

Anforderungen an die Immobilie

Nachfolgende Nutzungsmöglichkeiten und Ausbaumöglichkeiten sollten vorhanden sein:

Schlaf- und Wohnmöglichkeiten für Familien und Gruppen von mindestens 30 Personen gleichzeitig.
Mehrere Aufenthaltsräume zur gemeinsamen Nutzung für die Mahlzeiten, Seminare, Vorträge etc.
Eine Küche, die auch für das gemeinsame Zubereiten der Speisen und für Kochseminare genutzt werden kann.
Ein gekühlter Lagerraum einschließlich eines Raumes zur küchenfertigen Vorverarbeitung der angelieferten Lebenmittel aus der Region.
Eine Holzwerkstatt, in der unter Anleitung das Verarbeiten von Holz den Seminarteilnehmern näher gebracht wird.
Mehrere Hektar Außenanlage, in der neben Kleinvieh auch eine eigene Nutzgartenanlage für den Anbau von Obst und Gemüse errichtet wird.

Weitere Fragen zur Naturstiftung

Dieses Expose´ bietet natürlich nur einen sehr kleinen Abriss von den Ideen, die wir haben, um unserer fortschreitenden Naturentfremdung unserer Gesellschaft entgegenzuwirken. Weitere Fragen beantworten wir Ihnen gerne. Bitte wenden Sie sich an:

Deutsches Jagdportal Kern &Fügner GbR
Regionalbüro Brandenburg
Herrn Stefan Fügner
Cöthener Str.26
16259 Falkenberg
033458 64247
0178 6141856
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Donnerstag, 21 Dezember 2017 14:57

BbgWolfV: „Hoch angehalten, bislang tief abgekommen!“

geschrieben von

Wendorff: „Der Minister hat Neuland betreten, das sich als sumpfiger Boden erwiesen hat. Die Praxis wird zeigen müssen ob der Boden trägt!“

Die Verbände des ländlichen Raums haben sich anlässlich der heute durch Minister Vogelsänger vorgestellten Version der brandenburgischen Wolfsverordnung enttäuscht gezeigt. Wenn die Verordnung beispielsweise immer noch regele, dass man Wölfe durch Steinwürfe oder Stockhiebe vertreiben könne, sie dabei aber nicht verletzen dürfe, dann ähnele das Papier einer satirischen Glosse. Die Verbände erkennen jedoch an, dass der Minister gewillt ist rechtliches Neuland zu betreten und in letzter Minute noch auf Anregungen der Praktiker eingegangen ist. Die nun neue Bestimmung, dass ein Wolf nicht mehr zweifelsfrei, sondern nur noch „mutmaßlich“ als derjenige identifiziert werden müsse, der einen Schutzzaun im Wiederholungsfall überwinde, mache trotz enormer Praxisferne des Verordnungsentwurfes deutlich, dass man zumindest nach praktikablen Lösungen suchen wolle.

Neben den vielen widersprüchlichen Regelungen bemängeln die Verbände vor allem, dass der bundesgesetzliche und EU-seitige Ermächtigungsrahmen von derart schlechter Qualität sei, dass man dem Minister insgesamt nur einen bedingten Vorwurf machen könne. „Das Neuland das der Minister mit seiner Verordnung betreten hat, ist bei Licht betrachtet sumpfiger Boden. Insofern verwundert es nicht weiter, dass er darin weitgehend stecken bleiben muss“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, seinen Eindruck zusammen. Als völlig falschen Ansatz bezeichnen es die Verbände daher auch, aus Angst vor möglichen Klagen von Umweltverbänden eine weichgespülte Verordnung an den Start schicken zu wollen.

Die Verbände fordern eine konsequente Überarbeitung der übergeordneten gesetzlichen Regularien. Sowohl die Einstufung der Wölfe in die Anhänge der FFH-Richtlinie, als auch die im Vergleich zu anderen Mitgliedsstaaten geradezu hanebüchene Umsetzung in nationales Recht, müssen dringend überarbeitet werden. Hier ist der Bund in der Pflicht. Das Zurückkehren bzw. Wiedererstarken einstmals annähernd verschwundener Tierarten von Biber, über Elch und Wisent bis hin zum Wolf, zeigt überdeutlich, dass der staatliche und verbandliche Naturschutz an ihren eigenen Erfolgen zu scheitern drohen“, so Wendorff. „Wenn Verordnungen und Gesetze die das Management von Tierarten ermöglichen sollen nicht praktikabel sind, dann untergräbt das das Vertrauen in den Gesetzgeber! Das ist heute noch kein guter Tag für das Wolfsland Brandenburg!“

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Wendorff: „Die jetzige Wolfsverordnung ist maximal ein homöopathisches Beruhigungsplacebo für die Weihnachtsfeiertage!“

Weber: „Brandenburg hat Potential für den Wolf! Was fehlt ist das politische Potential für die mutigen Entscheidungen eines Wolfslandes!“

Im Ergebnis der gestrigen Informationsveranstaltung des MLUL haben sich die betroffenen Verbände des ländlichen Raumes enttäuscht über den aktuellen Stand der Brandenburgischen Wolfsverordnung (BbgWolfV) gezeigt. Der Entwurf erfüllt die in die Wolfsverordnung gesetzten Erwartungen nicht. Mit dem rasanten Anwachsen des Wolfsbestandes wächst auch die Zahl der Situationen, in denen zum Schutz von Menschen oder Weidetieren schnell und effektiv gehandelt werden muss.

Aus Angst vor Klagen seitens anerkannter Naturschutzverbände wurden die Regelungen der Wolfsverordnung sehr zurückhaltend und widersprüchlich formuliert. Zudem soll die Verordnung nur außerhalb der zahlreichen und großflächigen europäischen Naturschutzgebiete gelten, womit mehr als ein Viertel der Landesfläche Brandenburgs vom Geltungsbereich ausgenommen ist. Insbesondere für betroffene Weidetierhalter innerhalb dieser Schutzgebiete eine nicht akzeptable Lösung.

„Ich bin enttäuscht vom aktuellen Entwurf der Wolfsverordnung aus dem Brandenburger Landwirtschaftsministerium; Akzeptanz für den Wolf schafft man so nicht!“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Bauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, seinen Eindruck zusammen. Das Papier bietet keinen Ansatz zu einer praxisnahen Lösung der Konflikte zwischen Weidetierhaltern und Wolf. Dass darüber hinaus kein einheitlicher Standard zum Schutz der Weidetiere festgesetzt wird, verstärkt die Verunsicherung bei den Tierhaltern zusätzlich. Es stellt sich die Frage, wie lange Schafe, Rinder und Pferde auf Grünlandflächen noch zum Landschaftsbild Brandenburgs gehörten.

Auch Thomas Weber, Vorsitzender des Waldbesitzerverbandes und Vorstand im Forum Natur, bewertet den Entwurf kritisch: „Der Grad an Praxisferne macht einen sprachlos!“. Dabei könne es auch nicht im Interesse der Umweltverbände sein, dass in der Praxis nicht funktionierende Regularien die Akzeptanz für den Wolf immer weiter schwinden lassen. „Mit großen Arealen auf Truppenübungsplätzen und zusammenhängenden Waldgebieten haben wir in Brandenburg viel Potential für den Wolf. Das heißt aber auch, konsequente und handhabbare Regelungen im Bereich menschlicher Siedlungen und dort, wo Weidetiere gehalten werden.“ Nicht zu akzeptieren sei es zudem, dass das Ministerium nicht willens sei, jagdrechtliche Belange zu berücksichtigen und nunmehr auf „staatliche Wolfsjäger“ zurückgreifen wolle.

Die Verbände fordern die vollständige Überarbeitung des Verordnungsentwurfes noch in diesem Jahr. Die Wolfsverordnung muss als ein wesentliches Element des Wolfsmanagements ein rasches und effektives Eingreifen in Konfliktsituationen ermöglichen. Vorbild dafür ist aus der Sicht der Landnutzerverbände das im nördlichen Europa seit Jahren bewährte Mittel der lokalen Schutzjagd auf Wölfe, wenn diese trotz Schutzmaßnahmen Weidetiere gefährden oder die nötige Distanz zu Menschen und Haustieren vermissen lassen.

Mit Blick auf die morgige Befassung im Agrarausschuss des Landtages appellieren die Verbände daher an die Abgeordneten, das parlamentarische Verfahren zu nutzen und ihrer gesetzgeberischen Verantwortung gerecht zu werden. „Dies ist ausdrücklich nicht die Verordnung der Verbände! Das sind nicht durchführbare Regelungen die beruhigen sollen, aber nur erneute Unruhe schaffen werden“, fasst Wendorff das Problem zusammen.

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Wendorff: „Die Realitätsferne des BfN ist mittlerweile die Hauptursache für das Schwinden der Akzeptanz dem Wolf gegenüber”

Wellershoff: „Das Konzept des Bundes zum Wolfsmanagement ist eine verantwortungslose Zumutung für die Bevölkerung in Brandenburg und darüber hinaus!“

Die Mitgliedsverbände im Forum Natur haben sich anlässlich der aktuell veröffentlichten Handlungsempfehlungen für das Management von Wölfen* durch das Bundesamt für Naturschutz (BfN) entsetzt gezeigt. Die Tatsache, dass darin beispielsweise Wölfe, die sich über mehrere Tage im Abstand von weniger als 30 Metern von bewohnten Häusern zeigen, als grundsätzlich ungefährlich eingestuft werden sollen, sei eine vollständige Verkennung der Realität. „Wenn diese Zumutung für die Bevölkerung Gegenstand eines zukünftigen Wolfsmanagements werden würde, dann wäre der endgültige Verlust für die Akzeptanz des Wolfes todsicher“, stellt Dirk Wellershoff, Präsident des Landesjagdverbandes und Vorstand im Forum Natur, klar. Gleichzeitig verweist er darauf, dass der erste sogenannte Problemwolf Brandenburgs, der Ende 2016 mehrere Tage im Vorgarten einer Kindertagesstätte im Havelland zu beobachten war, nach den BfN-Kriterien lediglich „erhöhte Aufmerksamkeit“ verlangt hätte. Erst wenn er auf Menschen aggressiv reagiert hätte, wäre er als gefährlich anzusehen gewesen. Die neueren Verlautbarungen des Bundesamtes reihten sich damit in die Historie von Fehleinschätzungen des deutschen Wolfsmanagements ein.
Das BfN säße immer noch dem Irrtum auf, nach dem Prinzip des „Problemwolfs“ diese Tiere in gute und schlechte Wölfe einteilen zu wollen. Es würde endlich Zeit, dass man sich, wie in den skandinavischen Ländern bereits üblich, von diesem gänzlich falschen Ansatz verabschiede. Alleine Zeit, Ort und Gelegenheit entschieden beim Wolf darüber, ob das Tier zu einem Problem werde. „Wir fordern die Landesregierung daher dringend auf, den in der kürzlichen Anhörung des Agrarausschusses diskutierten Ansatz des „Lupus non gratus“ weiter zu verfolgen“, stellt Wellershoff klar. Es müssten für Brandenburg endlich Bereiche definiert werden, in denen Wölfe grundsätzlich nichts zu suchen haben, während andere Areale, wie zum Beispiel große Truppenübungsplätze oder große zusammenhängende Waldgebiete, im Gegenzug als „Wolfsschutzgebiete“ ausgewiesen werden könnten.
Besonders unverständlich sei es auch, dass der Bund die Problemlage bezüglich der Übergriffe von Wölfe auf Weidetiere nicht erkannt habe. Man könne es nur als Starrsinn bezeichnen, dass Wölfe, „die Herdenschutzmaßnahmen überwunden haben und Weidetiere reißen“, in Bezug auf deren Gefährlichkeit nicht anders bewertet werden sollen als Wölfe, die keine Nutztiere töten. „Diesen Ansatz des BfN können wir nur als offene Kriegserklärung an die Weidetierhalter verstehen“, fasst Henrik Wendorff, Präsident des Landesbauernverbandes und Vorstand im Forum Natur, seine Kritik zusammen. Offenbar sei die Ferne des BfN von den direkt Betroffenen in Brandenburg, die sich schon mit der Verweigerung an der Teilnahme der Ausschussanhörung im Brandenburgischen Landtag gezeigt habe, einer realistischen Einschätzung nicht zuträglich.
Die Verbände im Forum Natur fordern Minister Vogelsänger auf, anlässlich der in der nächsten Woche stattfindenden Umweltministerkonferenz in Potsdam unmissverständlich klarzumachen, dass ein solch verfehlter Ansatz des BfN niemals Gegenstand einer brandenburgischen Wolfsverordnung oder gar des landesweiten Wolfsmanagements sein könne. „Der Bund muss erkennen, dass seine unrealistische Verweigerungshaltung für pragmatische Problemlösungen mittlerweile der Hauptgrund für das Schwinden der Akzeptanz dem Wolf gegenüber im ländlichen Raum ist. Gleichsam wirft dies auch die Frage auf, wer bei möglichen Wolfsangriffen auf einen Menschen zukünftig zur Verantwortung gezogen wird“, so Wendorff abschließend.
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Einladung zum tierischen Abendmahl

An Allerheiligen (1. November) und Totensonntag (26. November) gedenken die Menschen ihrer Verstorbenen. Sie besuchen die Friedhöfe und schmücken die Gräber mit frisch gebundenen Kränzen und Gestecken. Was viele Angehörige nicht ahnen: Frischer Grabschmuck ist für viele Wildtiere eine willkommene Einladung zum tierischen Abendmahl.

„Rehe, Füchse sowie Wildkaninchen und manchmal auch Wildschweine wissen genau, dass es auf Friedhöfen was zum futtern gibt“, sagt Eva Goris, Pressesprecherin der Deutschen Wildtier Stiftung. Rehe sind Stammgäste auf vielen Friedhöfen: „Die Feinschmecker vernaschen mit Vorliebe frische Rosenblätter, finden aber auch getrocknete Kranz-Beeren echt lecker.“ Wildgänse, Wildkaninchen und Feldhasen knabbern frisches Grün. Wenn dann auch noch Wildschweine zur Geisterstunde den Friedhof besuchen, geben sie manchem Grabschmuck den Rest: Sie wühlen zwischen Kreuzen und lockerer Graberde intensiv nach Insekten. Füchse und Waschbären dagegen interessieren sich für die Essensreste der Besucher. Sie suchen in den Abfalleimern nach weggeworfenen Nahrungsmitteln.

„Große Friedhöfe wirken vor allem in den Städten auf Wildtiere wie Naturoasen“, erklärt Eva Goris die hohe tierische Besucherfrequenz. „Denn überall sonst in der Natur wird ab November das Futter knapp.“ Statt im Wald mühsam nach Wurzeln zu scharren, geht man doch lieber ans frische Blumen-Buffet! Und da auf den meisten Friedhöfen nicht gejagt werden darf, kann das tierische Abendmahl ungestört eingenommen werden. Wer kurzfristig seine Grabpflanzen und Blumen schützen möchte, kann sie mit einem feinen Maschendrahtzaun sichern. „Oder man pflanzt Blumen und Sträucher, die Rehe & Co nicht so mögen. Zum Beispiel Hortensien statt Rosen, Lavendel statt Margeriten, Flieder- statt Himbeerbusch.“ Ein Geheimtipp, der auch funktionieren soll: „Wer die Rosenblüten mit Buttermilch einsprüht, hält die Rehe vom Knabbern ab.“

Jenifer Calvi
Pressereferentin

Deutsche Wildtier Stiftung
Christoph-Probst-Weg 4
20251 Hamburg
Telefon 040/ 9707869-14
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www.DeutscheWildtierStiftung.de

Tierpräparate

Jagreisen

 

Jochen Schumacher vom „Jagdfunk“, Manfred Nolting vom Jagdblog „Ein Jagdmensch“ und Stefan Fügner vom „Jagdblog - das etwas andere Jagdtagebuch“ nutzten die gemeinsame Teilnahme an einer Sauerländer Drückjagd, um in lockerer Runde bei Bier und Essen über die Zukunft der Jagd zu plaudern.

Auch wenn viel getrunken und gegessen wurde und die Teilnahme an einer Sauerländer Drückjagd als Durchgeschütze einem viel abverlangt, kamen die Gespräche über die aktuelle Jagdpolitik und die Zukunft der Jagd nicht zu kurz.

Alle haben in den letzten Jahren viele Erfahrungen bei der Internetarbeit gewonnen. Diese Kenntnisse wurden rege ausgetauscht. Es ist wohl noch ein sehr langer Weg, den die Jägerschaft zurücklegen muss, bis sie im Internet gegenüber ihren Wettbewerbsverbänden wie NABU und BUND aufschließen kann. Zu groß und zu mächtig sind die alten und verknöcherten Strukturen, die einer Innovation, wie sie die Jägerschaft dringend benötigt, entgegenstehen.
Immer noch leben, da waren sich alle einig, das Verbandsleben einerseits und die Jagd im Internet andererseits, in zwei getrennten Welten.

Doch die Teilnehmer waren am Ende dieses Wochenendes frohen Mutes und vereinbarten, das selbe Treffen in einem weitaus größerem Rahmen nächstes Jahr ins Leben zu rufen, um den Erfahrungsaustausch von Jägern, die im Internet aktiv sind, zu ermöglichen.
Die internetaktiven Jäger dürfen gespannt sein!

Und natürlich durfte der Punkt „Ehrungen“ nicht fehlen. Manfred Nolting erhielt vom Jagdverein Lehrprinz e.V. ein Hochsitznamensschild für seine Verdienste als Jagdbogger. Besonders wurde gelobt und hervorgehoben, dass im Mittelpunkt seiner Arbeit als Blogger weniger jagdliche Erlebnisse stehen, als vielmehr jagdkritische Themen behandelt werden.

Jagreisen


Der Jagdverein Lehrprinz e.V. wünscht Manfred weiterhin noch viel Freude bei der Arbeit als Jagdblogger und wir hoffen natürlich, dass Manfred sich öfters ärgert, denn wie schreibst er immer so schön am Anfang eines Artikels: “Wenn ich mich ärgere, dann schreib ich was“

Auch ja, gejagt wurde auch. Die Strecke betrug 2 Sauen, 5 Rehe und 1 Fuchs. Hier nochmals ein großes Dank an die beiden Jagdpächter für die gut organisierte Jagd und die großzügigen Freigaben.

Waidmannsheil

 

Euer

 

Stefan

Sächsische Märchenstunde - Tagung „Rotwildmanagement pro Waldumbau“ zwischen Realsatire und Bankrotterklärung

Ein Kommentar von Dr. Christine Miller, Wildbiologin und Jägerin

An einem strahlenden Wochenende im Herbst zum Thema Rotwildmanagement einen Saal zu füllen, gelingt nicht jedem. Aber die Erwartungen der Teilnehmer am Statuskolloquium zum Kooperationsprojekt von Sachsenforst und TU Dresden, veranstaltet am 23. September in Tharandt waren hoch. Doch am Ende standen mehr Fragen im Raum als (Zwischen-)ergebnisse präsentiert wurden. Und manche Tagungsteilnehmer fragten sich verwundert: „Welchen Erkenntnisgewinn soll die eingesetzte halbe Million Steuergelder des Freistaats tatsächlich bringen?“

Wissen und Wissen-wollen

Die Referenten des Vormittags sollten den Rahmen setzen für das insgesamt auf drei Jahre ausgelegte Projekt von Sachsenforst. Ulf Hohmann von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft in Rheinland-Pfalz stellte verschiedene Methoden vor, mit denen sich vor allem Rotwildbestände erfassen lassen. Mit hohem technischen Aufwand, von DNA-Analysen bis zum Drohneneinsatz, geht zwar so manches. Aber die kritischen Fragen von Fachkollegen im Publikum zeigten auch die Grenzen. Denn Wildtiere halten sich nur selten an die engen Spielregeln, die verschiedenen Methoden setzen. Nicht jede Schlussfolgerung über den lebenden Wildbestand ist möglich und gesichert. Doch das Wichtigste: Wozu muss ich meinen Wildbestand durchnummerieren?

Dass dies nicht unbedingt notwendig ist, zeigte eindrucksvoll Olaf Simon vom Institut für Tierökologie und Naturbildung aus Hessen. Er führte an einer Fülle von Beispielen aus verschiedenen Bundesländern und Projektgebieten aus, dass zwischen der Menge an Wild in einem Gebiet und Schäden an der Waldvegetation kein Zusammenhang besteht. Bei minimaler Rotwilddichte können extreme Schälschäden auftreten und eine höhere Dichte kann durchaus mit Forstwirtschaft und Waldverjüngung harmonieren. Der Schlüssel dazu ist natürliches Äsungsangebot, wenig Störung und im Winter auch mal Äsungsergänzung zum Vermeiden von Wildschäden.

Allerdings  – so recht zu glauben schienen ihm die forstlich gestimmten Zuhörer nicht wirklich. Dafür erntete der letzte Referent des Vormittags Szenenapplaus, obwohl bis zum Schluss nicht so recht klar war, ob es sich beim Vortrag von Herrn Heute, Landschaftsgärtner aus NRW, um eine Satireeinlage oder um ein ernstgemeintes Referat handelte. Herr Heute zeigte einerseits deutliche Mängel in forstfachlichem Wissen als auch eine komplette Ignoranz in Sachen Biologie von Wildtieren. Wozu müsse man sich überhaupt mit Altersstruktur beschäftigen? Alttier und Kalb könne man ja bei Scheinwerfer-Zählaktionen eh nicht auseinander halten… Verstörend war vor allem, dass er zahlreiche, frei erfundene Behauptungen über biologische und ökologische Zusammenhänge als „alternative Fakten“ dem Publikum verkaufen wollte. Und dass Herr Heute mit seiner Fachkompetenz (oder wegen deren Fehlen) den ehemaligen NRW-Minister Remmel bei der Novellierung des Jagdgesetzes beraten hatte. Sollte das auch in Sachsen der Fall sein? Der zweite Teil der Tagung ließ nichts Gutes ahnen!

Kraftakt, aber ohne Kraft

Darin stellte Dr. Eisenhauer, Leiter des Kompetenzzentrums für Wald und Forstwirtschaft in Sachsen, die Dringlichkeit dar, mit der in Sachsen die stehenden Fichtenforste in standortgerechte und klimastabile Mischwälder, mit einem Augenmerk auf die Eberesche umgebaut werden müssen. „Das ist ein Kraftakt!“, den das Land zu vollziehen hat. Warum aber dieser Kraftakt alleine über „angepasste“ Wildbestände gestemmt werden soll, und ob es aktuell überhaupt ernstzunehmende Schwierigkeiten beim Waldumbau gibt, diese Erklärung blieb Eisenhauer schuldig, ebenso warum die Tanne als wichtige Begleitbaumart in hoher Beimischung gefordert wird. Deren Toleranz gegenüber Veränderungen im Zuge des Klimawandels inzwischen von Forstwissenschaftlern eher als gering eingestuft wird. Und auch die konsequente Vermischung von Verbiss und tatsächlicher Waldentwicklung in seinen Ausführungen belegte, dass Eisenhauer vielleicht eher gedanklich an das Feindbild Rotwild fixiert ist, statt auf die tatsächliche waldbauliche Entwicklung achtet.  Und schließlich begab er sich sogar in den Graubereich zur Aufforderung zum Begehen von Straftaten. Denn für ihn zeigen die von Jahr zu Jahr höheren Abschusszahlen auf ebenso steigende Rotwildbestände hin. „Und wenn es nicht so ist, dann muss das System ja irgendwann mal kippen!“ Nur bedeutet ein derartiges Ausrotten auf Verdacht laufende Verstöße gegen Jagd- und Tierschutzgesetz.

Kompetenz oder Karma?

Die Zwischenergebnisse des Arbeitspakets „Wildbiologie“ wurden von Frau Meißner-Hylanova von der TU Dresden vorgestellt. In insgesamt vier Forstbezirken wurden jeweils 4-5 Alttiere und Hirsche mit Telemetrie- Sendern versehen, dazu noch einige Kälber. Ausführlich und mit viel Freude am Detail zeigte Frau Meißner-Hylanova, wohin dieses Tier gezogen war und wohin jener Hirsch. Doch zu welchem Zweck man die Einstände einiger weniger Tiere im Jahreslauf verfolge, war dem Publikum nicht ersichtlich und den Projektbetreuern vielleicht auch gar nicht klar. Mit ein paar Anekdoten und einer geringen Datenbasis, auch bei der Losungs-DNA-Genotypisierung, können keine statistisch gesicherten Aussagen getroffen werden. Und ohne eine klare Fragestellung auch nicht. Auch die Durchführung der Scheinwerfer- und IR- Zählungen führen nicht wirklich zu den gewünschten Erfolgen. „Die Sichtbarkeit ist wegen der hohen Naturverjüngung und Adlerfarn teils sehr schlecht“, so Meißner-Hylanova. Den eigenen Anspruch, in diesem Projekt Aussagen zur Populationsstruktur des Rotwildes zu bekommen, mussten die wissenschaftlichen Betreuer auf Nachfrage aus dem Publikum bereits aufgeben.

Bleibt die Frage, wozu das Geld ausgegeben wird und weshalb auch die immer wieder auftretenden tierschutzrechtlich bedenklichen Zwischenfälle bei der Besenderung der Versuchstiere dann in Kauf genommen werden. Die verantwortliche Arbeitsgruppe von Prof. Roth an der TU Dresden hat die höchsten Ausfallraten bei Narkotisierung und anschließender Telemetrie bei Rotwild im Vergleich zu anderen Arbeitsgruppen in Mitteleuropa. Liegt es mangelnder Sorgfalt, an der Kompetenz oder einfach an schlechtem Karma, dass es immer wieder zu Zwischenfällen kommt?

Bleibt als Fazit der eintägigen Veranstaltung: Viel Aufwand, viel Personal, viel Steuergeld um Daten zu erheben, die keiner braucht. Denn das Ziel ist es, die Entwicklung naturnaher Wälder in Sachsen zu fördern. Der stiere Blick auf Abschusszahlen und Streckenrekorde bringt den Freistaat keinen Millimeter näher an dieses Ziel. Es bleibt der schale Geschmack, dass hier mit viel Aufwand versucht wird, einen Konflikt am Leben zu halten, statt gemeinsam eine Lösung zum Erhalt ökologisch stabiler Wälder mit allen ihren natürlichen Bewohnern zu suchen.

Dr. Christine Miller

 

Büchsenmacher

 

Im September erlebt die Pilzsaison ihren Höhepunkt. Viele passionierte Sammler berichten derzeit von einem guten Pilzjahr. Die AGDW – Die Waldeigentümer erklärt, warum Pilze wichtig für den Wald sind, wo die besten Sammelstellen zu finden sind, wie man sie am besten transportiert, und welche Regeln man beim Pilzsammeln beachten muss.

Es ist wieder soweit - die Pilzsaison ist in vollem Gange und lockt Sammler in unsere heimischen Wälder. Viele der besonders beliebten Speisepilze wie der Steinpilz, der Maronenröhrling oder der Parasol sind jetzt wieder zahlreich zu finden. Der in Teilen Deutschlands verregnete Sommer beschert uns jetzt zumindest eine gute Pilzsaison. Der Hauptgeschäftsführer der AGDW – Die Waldeigentümer, Alexander Zeihe, sagt dazu: „Pilzsammler sind in den privaten Wäldern selbstverständlich willkommen. Wichtig bei der Pilzsuche ist aber ein rücksichtsvolles Verhalten. Unsere Wälder haben vielfältige Funktionen - neben der Nutzfunktion sind die Schutz- und Erholungsfunktion bedeutsame Leistungen, die uns das Ökosystem Wald bereitstellt. Und diese gilt es zu bewahren.“

Faszinierendes Pilzreich

Was viele gar nicht wissen: Der oberirdische Pilz, der bei uns in der Pfanne landet, ist eigentlich nur ein winziger Teil des gesamten Pilzes. Unter dem Fruchtkörper, der nur sporadisch durch den Waldboden bricht, erstreckt sich ein großes Geflecht aus dünnen weißen Fäden: das sogenannte Myzel. Ein großes Myzel hat eine etwa 2400 Jahre alte Hallimaschart in Oregon in den USA ausgebildet. Es erstreckt sich über eine Fläche von 9 Quadratkilometern und soll um die 600 Tonnen wiegen. Eine weitere Besonderheit der Hallimasche ist die Fähigkeit zur Biolumineszenz. Ist es nachts komplett dunkel, kann vom Pilzmyzel durchwuchertes Holz grünschimmernd leuchten.

„Pilze können sowohl Freund als auch Feind der Waldbäume sein. Alle Pilze leben von organischer Substanz, doch die Frage nach der Quelle ist entscheidend für ihre ökologische Einordnung“, sagte Alexander Zeihe. So führen zum Beispiel parasitär lebende Pilze zur viel gefürchteten Weiß- oder Braunfäule, die in der Forstwirtschaft für Verluste verantwortlich sind. So auch beim Hallimasch: Dieser wurde aufgrund seiner parasitären Lebensweise überhaupt entdeckt. Ein zunächst unerklärliches Waldsterben, was durch ihn verursacht wurde, veranlasste Forscher dazu, das Gebiet genauer zu untersuchen. Einige Hallimascharten sind übrigens hervorragende Speisepilze.

„Die meisten Speisepilze haben jedoch eine andere Lebensweise. Sie gehen mit Pflanzen, insbesondere mit Bäumen, eine symbiontische Beziehung ein“, so der AGDW-Hauptgeschäftsführer. Das Myzel der sogenannten Mykorrhizapilze umschlingt die Baumwurzeln und bildet auf die Art ein gemeinsames System, bei dem beide Partner profitieren. Der Pilz verhilft dem Baum durch Oberflächenvergrößerung der Wurzeln zu einer verbesserten Wasser- und Mineralstoffaufnahme, während der Pilz im Ausgleich dafür mit Nährstoffen versorgt wird. Mykorrhizapilze sind demnach immens wichtig für die Vitalität der Wälder, speziell auf trockenen oder nährstoffarmen Standorten.

Tipps zum Pilzsammeln:

Die wichtigsten Speisepilze

Typische Pilzarten, die häufig in den Körben landen, sind Marone, Edelreizker, Schopftintling und natürlich Steinpilz und Pfifferling. Der rauchblättrige Schwefelkopf, der Hexenröhrling und das Stockschwämmchen gehören ebenso zum breiten Spektrum der essbaren Pilze im Wald. Aber Vorsicht: Viele Pilze sind im rohen Zustand giftig oder unverträglich und müssen daher vor dem Verzehr angebraten oder gedünstet werden. Vor manchen Sorten, die früher selbstverständlich auf der Speisekarte zu finden waren, wird heutzutage sogar gewarnt. So zum Beispiel beim Grünling, der in größeren Mengen zu Muskelschädigungen führen kann. Des Weiteren kann es bei einigen Arten, wie zum Beispiel beim Hexenröhrling, zu Unverträglichkeiten in Verbindung mit Alkoholkonsum kommen.

Wo finden sich Pilze?

Pilze brauchen zum Wachsen Feuchtigkeit und Wärme – nach ein paar Tagen Regen und milden Temperaturen wird man daher eher fündig als in Trockenperioden. Bevorzugte Standorte im Wald sind feuchte, bemooste Mulden und Hänge sowie nasse Baumstümpfe. Immer einen Blick wert sind Schonungen, in denen sich gerne mal der eine oder andere Steinpilz versteckt. Manche Arten wachsen nur unter und an Laubbäumen, andere nur im Wuchsbereich von Nadelbäumen. Rotkappen zum Beispiel findet man zumeist bei oder unter Birken, Eichen und Pappeln. Maronenröhrlinge dagegen gedeihen fast nur neben Kiefern und Fichten.

Richtig ernten und transportieren

Die besten Methoden, um den Pilz aus dem Boden zu nehmen, sind, ihn vorsichtig herauszudrehen oder ihn unmittelbar oberhalb des Bodens mit einem scharfen Messer abzuschneiden. Der Vorteil des Herausdrehens: So erntet man auch den gesamten Stiel, der bei vielen Arten, zum Beispiel beim Steinpilz, besonders köstlich ist, sich aber zu gut einem Drittel seiner Länge noch im Boden befindet. Nach dem Herausdrehen sollte man das Loch allerdings wieder verschließen, damit das Erdreich und die das Loch umgebenden Pflanzen keinen Schaden nehmen. Bei der Mitnahme aus dem Wald sollten die Pilze unbedingt in einem Korb, nicht in einer Plastiktüte transportiert werden. Der Grund: In einer Plastiktüte können die Pilze nicht „atmen“ und verlieren ihre Frische und Würze oder können sogar an Bekömmlichkeit verlieren.

Wieviel ist erlaubt?

Pilze dürfen für den Eigengebrauch gesammelt werden. Allerdings gibt es Ausnahmen: So ist das Sammeln im Bereich von Naturdenkmalen, in Naturschutzgebieten und Nationalparks vollständig zu unterlassen. Einige besonders geschützte Pilzarten unterliegen zudem Sammelbeschränkungen, so zum Beispiel Steinpilz, Birkenpilz, Rotkappen und Pfifferlinge wie auch alle Morchelarten. Diese Arten dürfen laut Gesetz nur „in geringen Mengen” für den „Eigengebrauch” gesammelt werden. Die erlaubten Mengen können nicht nur von Bundesland zu Bundesland, sondern auch zwischen den einzelnen Regionen eines einzigen Bundeslandes unterschiedlich sein. In Nordrhein-Westfalen beispielsweise lässt der Kreis Euskirchen eine Höchstmenge von zwei Kilo pro Tag und Person zu, andere Regionen des Bundeslandes dagegen nur ein Kilo. Nach dem Bayerischen Naturschutzgesetz darf man Pilze (und andere Waldfrüchte) im „ortsüblichen Umfang“ sammeln. Daher gilt: Am besten man erkundigt sich bei den zuständigen Kommunal- und Forstbehörden vor Ort, dann ist man auf der sicheren Seite.

Safety First

Auf Sicherheit muss man immer achten, wenn man in die Pilze geht. Viele Pilzarten sind giftig und ähneln dabei den essbaren Sorten zum Verwechseln. So unterscheiden sich zum Beispiel der hochgiftige Knollenblätterpilz und der beliebte Wiesenchampignon nur unwesentlich. Die gesammelten Pilze sollte man daher vor dem Verzehr durch zertifizierte Pilzsachverständige überprüfen lassen. Die Deutsche Gesellschaft für Mykologie (DGfM) gibt auf ihrer Seite www.dgfm-ev.de viele Ratschläge rund um das Thema Pilze. Im Falle des Verdachts auf eine Pilzvergiftung nennt sie unter anderem folgende Hinweise: Keine Panik - Ruhe bewahren! Kein Erbrechen auslösen. Kein Salzwasser geben. Und ganz wichtig: Kontaktieren Sie Ihren regionalen Giftnotruf.

Die folgenden Giftnotrufnummern nennt die DGfM (ohne Gewähr):

GGIZ Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen 0361-730730

Giftinformationszentrum Nord (Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein) 0551-392132

Giftnotruf Berlin und Brandenburg 030-19240

Giftnotruf Freiburg 0761-19240

Giftnotruf Mainz 06131-19240

Giftnotruf München 089-19240

Informations- und Behandlungszentrum für Vergiftungen des Saarlandes 06841-19240

Mit freundlichen Grüßen

Larissa Schulz-Trieglaff
Pressesprecherin

AGDW - Die Waldeigentümer
Claire-Waldoff-Str. 7
10117 Berlin
Fon 030 - 311 66 76 - 25
Mobil 0160 - 140 77 67
Fax 030 - 311 6676 - 29
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Hamburg, 21.09.2017. Das Projekt Rotmilan – Land zum Leben hat die begehrte Auszeichnung der UN-Dekade Biologische Vielfalt erhalten. Die Urkunde wurde am Montag durch Dr. Christiane Paulus vom Bundesumweltministerium den Projektträgern im Rahmen ihrer Rotmilan-Fachtagung überreicht.

Das innovative Vorhaben greift dem eleganten Greifvogel, für den Deutschland eine besondere Verantwortung trägt, unter die Flügel. Mehr als die Hälfte aller Rotmilane weltweit brütet in Deutschland. Die Art bereitet Naturschützern jedoch Sorgen: Seit den frühen 1990er Jahren verzeichnen sie einen Rückgang der Bestände. Das große Verbundprojekt setzt sich aus dem Deutschen Verband für Landschaftspflege, dem Dachverband Deutscher Avifaunisten, der Deutschen Wildtier Stiftung sowie neun Praxispartnern vor Ort in sieben Bundesländern zusammen.
Das Hauptproblem für den Rotmilan ist Nahrungsmangel. Er führt dazu, dass jährlich weniger Jungvögel ausfliegen, so dass die Population langfristig schrumpft. Das Nahrungsangebot wird infolge landwirtschaftlicher Intensivierung wie z.B. dem Einsatz von Nagergiften eingeschränkt. Die Erreichbarkeit der Nahrung verschlechtert sich durch den Anbau relativ weniger Kulturen, die schnell und sehr dicht aufwachsen und damit den Blick auf die Beute versperren. Insbesondere zur Brutzeit in den Monaten Mai und Juni, wenn die Elterntiere zwei bis drei Jungvögel großziehen müssen, ist das Futter daher knapp. Dazu kommt eine Reihe weiterer Probleme, bei denen offensichtlich Störungen während der Brutzeit sowie Kollisionen im Straßenverkehr, an Leitungen der Energieversorgung und mit Windenergieanlagen eine wesentliche Rolle spielen.
„Die Landnutzer sind der Schlüssel zum Erhalt des Rotmilans. Mit unseren Beratungen können wir sie dafür gewinnen, vielfältigere Kulturen anzubauen und die Felder rotmilanfreundlicher zu bewirtschaften. Der Anbau kleinkörniger Leguminosen wie Klee und Luzerne sowie die Anlage von Dauerbrachen sind gute Maßnahmen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes und der Nahrungsverfügbarkeit“ so Uwe Lerch, fachlicher Koordinator des Projekts. In den Modellregionen werden daher Landwirte, Waldbesitzer, Kommunen und Landkreise zu rotmilanfreundlicher Landnutzung beraten. Seit Projektbeginn im Jahr 2013 wurden bereits über 1500 Beratungen durchgeführt und 224.000 Hektar kartiert, um brütende Rotmilane und deren Nachwuchs zu dokumentieren.
Wie genau die Rotmilane die für sie verbesserten Flächen nutzen, wird mit winzigen Datenloggern herausgefunden, die die eleganten Vielflieger als Rucksack tragen.

Weitere Informationen zum Rotmilan und dem Projekt Land zum Leben finden Sie auf www.rotmilan.org

Jenifer Calvi

Pressereferentin

Deutsche Wildtier Stiftung
Christoph-Probst-Weg 4
20251 Hamburg
Telefon 040/ 9707869-14
Fax 040/9707869-99
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www.DeutscheWildtierStiftung.de

Jagdhundeausbildung

Zu Guttenberg: Beitrag zum Klimaschutz durch Entscheidung des Parlamentes bestätigt

Das Europaparlament hat die Einwände der Waldeigentümer bei ihrer gestrigen Abstimmung über die LULUCF-Verordnung (land use, land use-change und forestry) aufgenommen, mit der die Treibhausgasaufnahme und -emissionen in der Land- und Forstwirtschaft erfasst werden sollen. „Dies ist ein Etappensieg für die nachhaltige Forstwirtschaft in Europa“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, „damit wird ihr Beitrag zum Klimaschutz und zur Bioökonomie deutlich anerkannt.“
Die Abgeordneten des Europaparlaments haben sich gestern u.a. mehrheitlich für flexible Regeln hinsichtlich der Waldnutzungsgrenzen entschieden. Jetzt gelte es, so der AGDW-Präsident, in den anstehenden Trilogverhandlungen zwischen EU-Kommission, Parlament und Rat das volle Potential der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und des nachgelagerten Holz- und Papiersektors als einen wichtigen Baustein zur Abschwächung des Klimawandels zu verankern. Zu Guttenberg: „Forst und Holz leisten einen enorm wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zum Ausbau der Bioökonomie. Gottseidank ist das auch in Brüssel angekommen und verstanden worden!“
Die LULUCF-Verordnung ist die dritte Säule der EU-Klimaschutzpolitik, die das Pariser Klimaschutzabkommen in den EU-Mitgliedstaaten umsetzt. Da Bäume beim Wachstum CO₂ aufnehmen und der Kohlenstoff auch in langlebigen Holzprodukten gespeichert wird, leistet der Sektor Forst und Holz einen wertvollen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre.
Immerhin nehmen Europas Wälder laut Eurostat jährlich rund zehn Prozent der gesamten EU-Treibhausgasemissionen auf. Mit Auslaufen des Kyoto-Protokolls (2020) und zur Umsetzung des Pariser Abkommens will die EU das weltweit erste LULUCF-Anrechnungssystem installieren. Bislang waren die EU-Mitgliedstaaten lediglich verpflichtet, über ihre Treibhausgasaufnahme und -emissionen zu berichten.

Mit freundlichen Grüßen

Larissa Schulz-Trieglaff
Pressesprecherin

AGDW - Die Waldeigentümer
Claire-Waldoff-Str. 7
10117 Berlin
Fon 030 - 311 66 76 - 25
Mobil 0160 - 140 77 67
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